Hitparaden

In England verpestet der Idiotenfrosch mit Harold Faltermeyer Backup die Airwaves und rumpelt Coldplay von der Eins (was ich nicht für die eigentliche Tragödie halte), in Deutschland stakt der Freizeit-Nazi Fler durch die Teenie-Gazetten und durch die Top 5. In Schweden schnappt sich Schnappi die Eins für Grenzdebile, während die Franzosen keine fremdländische Musik in ihren Top 40 mehr führen dürfen. Hits? Ham wa nich.

Ausgerechnet die Italiener listen neben viel einheimischer Musik Oasis und die Gorillaz in den Top 10, während die Spanier die Albarn-Affen sogar auf Platz 1 erheben. Und in den USA fällt und fällt der 50 Cent Groschen (nicht).

Wie soll man resümieren? Dummheit und Geschmack in friedlicher Koexistenz? Nicht einmal das. Kultur ist demokratisch. Jeder kauft was er will. Jeder will was er kauft. Und manche kaufen, weil es die Musikindustrie von ihnen will. Aber zwingen tut uns niemand. Noch nicht.

Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen Schatten.

(Karl Kraus)

5 comments / Add your comment below

  1. die deutsche Schrottfroschproduktion schuppfst die britischen Intellektluschis von Coldplay aus dem Weg und Liverpool kommt erst in Schwung, als Didi „The Zwinkerer“ Hamann das Feld betritt.
    Don’t mention the war – but we win *g* (gegen niemanden lieber als die Insel, oder die Holländer, oder die Österreicher, oder uns selbst).

  2. Das mit den Ösis [und den Schweizern] muss ich in Frage stellen. Die gewinnen gegen niemanden so gern wie gegen uns… aber anders herum? Wir reden doch von Fußball, oder?

  3. Sobald Du auch nur einmal einer rituellen Zelebrierung des Cordoba- Jahrestages in Österreich beiwohnen musstest weißt Du, wie süß Siege gegen die Schmährepublik schmecken.

    Doch so auf einmal die Schweizer aus dem Hut zaubern, na, hier mal nicht die Schmach von Cordoba mit dem Wundern von Bern und so, nicht wahr!?

    Zudem weitere tolle und immergrüne Siege:
    gegen
    – den großen Bruder
    – den inneren Schweinehund
    – die Ex
    – die Lehrer von früher
    – den besten Freund

  4. der „immergrüne Sieg gegen den großen Bruder“ hat mich ja dazu verleitet, die beiden Alpenrepubliken fußballtechnisch in einer Liga antreten zu lassen…

    und, um mal wieder die Linzer HipHops Texta zu zitieren:

    Wenn ich das Schicksal herausfordere
    Wer gewinnt dann?

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