Nordstrand: Saisonende

Lichter gehen jetzt die Tage …
(Georg Heym)

Lichter gehen jetzt die Tage
In der sanften Abendröte
Und die Hecken sind gelichtet,
Drin der Städte Türme stecken
Und die buntbedachten Häuser.

Und der Mond ist eingeschlafen
Mit dem großen weißen Kopfe
Hinter einer großen Wolke.
Und die Straßen gehen bleicher
Durch die Häuser und die Gärten.

Die Gehängten aber schwanken
Freundlich oben auf den Bergen
In der schwarzen Silhouette,
Drum die Henker liegen schlafend,
Unterm Arm die feuchten Beile.

18 comments / Add your comment below

  1. Leise geht der Tag zur Rüste;
    Purpurrot zum letzten Mal
    Glüht der Wald, als ob ihn küsste
    Heiß der Sonne goldner Strahl

    Weiße Nebelschleier steigen
    Wallend aus dem See empor.
    Rings ist Stille nur und Schweigen
    Und kein Laut klingt an mein Ohr.

    Und es streben alle müden
    Seelen nun der Heimat zu.
    Denn der Abend lockt mit Frieden
    Und die Nacht mit süßer Ruh.

    Und in ferne Weltenweiten
    Wogt die Seele mir hinaus,
    Gleich als wollte sie bereiten
    Sich zum ewgen Flug ins Vaterhaus.

    (August H.P. Linke)

  2. Komm in den totgesagten park und schau:
    Der schimmer ferner lächelnder gestade –
    Der reinen wolken unverhofftes blau
    Erhellt die weiher und die bunten pfade.

    Dort nimm das tiefe gelb – das weiche grau
    Von birken und von buchs – der wind ist lau –
    Die späten rosen welkten noch nicht ganz –
    Erlese küsse sie und flicht den kranz –

    Vergiss auch diese letzten astern nicht-
    Den purpur um die ranken wilder reben –
    Und auch was übrig blieb von grünem leben
    Verwinde leicht im herbstlichen gesicht.

    (Stefan George)

  3. Positivity is the key in the lock
    Put your hand on it, turn it to the right, ak
    We doin daredevil dandies on these mics
    Peace out to the whole Hiero who’s puffin on the hydro
    Yeah dun, we movin how we like
    Since the days of rockin hi-los, we keepin things on pyro, fire
    As we move with zeal and desire
    Now, the hip hop plan, hope you complier
    Son, we havin tunnel vision but my sight is real real broad
    Cuz I can’t afford to miss that call
    Makin moves, not movies, as get on the ball
    And we keepin things covered like a female shawl
    When I watch hockey, yo, I just look for the brawl
    Quest, Quest and you know we signin out y’all
    Keep it movin, yeah yeah, to the K.I.M.

    (Q-Tip of ATCQ, „Keep it movin´“. Aus dem Zusammenhang ist in dem Zusammenhang)

  4. Das ist ein Abschied mit Standarten
    aus Pflaumenblau und Apfelgrün.
    Goldlack und Astern flaggt der Garten,
    und tausend Königskerzen glühn.

    Das ist ein Abschied mit Posaunen,
    mit Erntedank und Bauernball.
    Kuhglockenläutend ziehn die braunen
    und bunten Herden in den Stall.

    Das ist ein Abschied mit Gerüchen
    aus einer fast vergessenen Welt.
    Mus und Gelee kocht in den Küchen.
    Kartoffelfeuer qualmt im Feld.

    Das ist ein Abschied mit Getümmel,
    mit Huhn am Spieß und Bier im Krug.
    Luftschaukeln möchten in den Himmel.
    Doch sind sie wohl nicht fromm genug.

    Die Stare gehen auf die Reise.
    Altweibersommer weht im Wind.
    Das ist ein Abschied laut und leise.
    Die Karusells drehn sich im Kreise.
    Und was vorüber schien, beginnt.

    Erich Kästner

  5. Wie sagte schon mein Landsmann der gute alte Theo:

    „Abschiedsworte müssen kurz sein wie eine Liebeserklärung.“
    Theodor Fontane

  6. And I will flail under these lights
    that seep down from the bitter sky tonight
    and I will kick and beat my wrists together
    and feel an ocean breathing waves,
    feel them licking at my face.

    Ceilings don’t exist
    and there are no floors beneath me.
    If I were king of this night,
    would you become my queen?

    And I hope, your majesty
    that you like your position.
    I’ll do everything I can
    to keep you by my side
    and I’ll stare off through the darkness
    to find us a kingdom.

    Just kiss me before I go.

    (Saves The Day – Nightingale)

  7. Frühherbst lässt sein braunes Hemd
    Wieder flattern durch die Lüfte
    Herbstlich-modrig sind die Düfte
    Und der Hosenladen klemmt
    Blätter sterben schon
    Das merkt auch Herr Brenner
    Herbst, oh ja du bist’s
    Verpiss dich, alter Penner!

  8. Altweibersommer

    Die Blätter gilben sich
    Wie jedes Jahr:
    O immer! O immer!

    Der Distel Silberhaar
    Fliegt durch das Zimmer.

    Noch ist der Himmel klar
    Und voll Licht,
    Doch morgens verhängt schon der Nebel
    Die Gartensicht.

    Die Krähe schreit.
    Als der Kuckuck schrie,
    Das war eine Zeit!
    Mit weißem Knie
    Ging die Jungfrau,
    Hat lieblich geknickst.

    Jetzt wischen die Fäden
    Altweibersommers
    Dir ums Gesicht.

    Der Fisch hat silberne Gräten:
    Gib acht, daß du nicht erstickst!

    (Ingeborg Schuldt-Britting)

    P. S.: Ich bin gleich Verteidiger geworden.

  9. Herbst Melancholie

    Mir welkt kein Garten.
    Ich habe keinen.
    Kein Haus, durch das Oktoberwinde weinen.
    Mir tut das schwärzeste Gewölk nicht weh,
    Weil ich so selten den Himmel seh.

    Ich ziel nicht mehr auf goldne Himmelssterne.
    Mich tröstet eine kleine Gaslaterne.
    Mich täuscht kein Glück, enttäuscht kein Warten.
    Mich schmerzt kein Herbst,
    Mir welkt kein Garten …

    (Mascha Kaléko)

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