Zehn aus der Hölle

Eine Lästerübung

1. Scorpions – Wind Of Change
Nicht nur für Wessis die musikalische Geißel des uns bekannten Universums. Was Klaus Meine und Konsorten da gegen die Menschlichkeit verbrochen haben, ist nicht wieder gut zu machen. Wenn man in Deutschland nochmal eine Mauer baut, dann bitte um die Scorpions. Einmauern.

2. Joe Cocker – Sail Away
Da vergeht einem die Lust aufs Beckstrinken gar gänzlich. Man muss sich überhaupt wundern, warum dieses Bier einen solchen Siegeszug antreten konnte bei so einem musikalischen Backup. Die Hans-Hartz-4 Version war ja schon beulenpesterregend, aber in der Cockerschen Inkarnation möchte man tatsächlich nichts lieber als sich komplett gen Jenseits zu dröhnen und irgendwohin abzusegeln, wo dieses gruselige Spastigegröhle nicht mehr zu hören ist.

3. The Weather Girls – It’s Raining Men
Um Himmels Willen. Wenn es je Männer regnen sollte, dann doch bitte die „Fat Boys“, damit sie die fetten Wetterpomeranzen zurück in das Loch hämmern, aus dem sie gekrochen sind. Bereits in der Jugenddisko penetrierte man mich mit diesem Fünf-Zentner gewordenen Stück fettgrabschiger Altweiberphantasie und ich habe gebetet, dass ich dieser unheiligen Zeit entwachsen werde. Fehlanzeige. Den Dreck hör ich auch heute noch auf Privatparties. Oh Herr, lass Geschmack vom Himmel regnen.

5. Fool’s Garden – Lemon Tree
Von mir aus soll der Komponist dieses Stück Scheißes sein ganzes restliches Leben lang alleine vor seinem beschissenen Zitronenbaum sitzen und sich fragen, warum ihm neulich ein offensichtlich Behinderter das Blaue vom Himmel heruntererzählt hat. Dass der Text eine lückenlose Frechheit ist, kann ich verkraften. Die Dortftrottel-Hookline nicht.

6. Opus – Live is Life
Schon damals habe ich mich gefragt, wer genau denn diesen Song eigentlich gut findet. Sicher sind es die Leute, die immer gern Motorrad gefahren wären oder mal eine elektrische Gitarre gekauft hätten. Sicher sind es vor allem die Leute, die schon immer gerne dabei gewesen wären, als der Herrgott Hirn vom Himmel regnen ließ. Dieses Gebrülle im schlechten Ösi-Akzent rund um den derangiertesten Songtitel der Musikgeschichte (von „Tweedle Dee Tweedle Dum“ von Middle Of The Road einmal abgesehen) kann man nicht mal mit zehn Litern Wodka Redbull ertragen. Soviel muss der Herwig Rüdisser auch ungefähr intus gehabt haben, damit er sich erblöden konnte, diesen Müll einzusingen.

7. Dionne Warwick (and friends) -That’s What Friends Are For
Da vergeht einem das Lachen ganz gründlich. Dionne und ihre Freunde aus der geschlossenen Psychatrie können sich ja gerne an einem Freundschaftseid vergehen, aber mich lasst ihr da bitte raus ihr hirnwindelweichen Harmoniejunkies. Pfui.

8. Kenny Loggins – Foot Loose
Wenn ich könnte, würde ich Kenny Loggins für diesen Song gerne beide Beine absägen. Dann wäre er nicht nur seine Füß los sondern vermutlich auch sein Bewusstsein, würde die Fresse halten und mich nicht mit dieser Boogeynummer für Ästhetikamputierte molestieren.

9. Stevie Wonder – I Just Called To Say I Love You
Fehlendes Augenlicht darf nicht als Begründung für diese Jauchegrube von einer Schnulze herangezogen werden. Dass Stevie Wonder offensichtlich keine Noten lesen kann, mag man ihm verzeihen, aber die Ohren sind ja wohl noch dran.

10. Tracy Chapman – Talking About A Revolution
Neulich habe ich von einem Mitbewohner gehört, der gerne nach Hause kommt, sich einen Zigarillo anzündet, sich in seinen Ohrensessel fläzt und dazu Tracy Chapman hört. Hätte ich solch einen Mitbewohner, ich schwöre ich würde ihn mitsamt seinem Ohrensessel packen und auf die U-Bahngleise am Rosenthaler Platz setzen. Und zwar unter der Woche vor 18 Uhr, da kommt die U8 im Vierminutentakt.

Abschlussbemerkung:
Öffnet eure musikalischen Folterkeller. Ich will’s wissen! Los!

44 comments / Add your comment below

  1. …grmph…Ich hab ja nur lesen wollen, aber kaum les ich hier, kommt „it’s raining men“ im Radio (was hör ich auch Radio). Das steht witklich zu recht auf der Liste. Dazu gehört auch „Johnny B“ von ichweißgradnichwem.

  2. Geile Liste! Lässt sich in der Tat endlos erweitern:

    Westernhagen „Freiheit“ – Wenn im Stdion 60000 Hirnamputierte diesen pathetischen Mist mitgröhlen zeigt das doch genau, dass sie nichts verstanden haben.

    Status Quo „Rocking all over the world“ – Was die alten Herren da seit 30 Jahren als Rock verkaufen ist übelste Diskopolka im 4/4-Takt. Für Thomas Gottschalk wohl das höchste der Gefühle.

    Whitney Houston „I will always love you“ – einfach nur eine der grausamsten Ohrenvergewaltigungen, die je auf CD gepresst wurden. Houston zusammen mit Mariah Carey in den Sack und ordentlich losknüppeln, trifft garantiert die Richtige.

    Xavier Naidoo – vollig egal was, bei dem Gewimmere von Gott und diesem esoterisch-triefenden Küchenphilosophen geht mir der Blutdruck in Richtung Schlaganfall.

  3. Jawohl, Rossi. So will ich das haben. Wenn Whitney sich selbst nicht schon in die Nonexistenz gekokst hätte, ich hätte glatt einen Scharfschützen bestellt, der sie und Bobby Brown beim Kopulieren erschießt. Two in One quasi. Status Quo musste ich verschonen, die werden in einem meiner Lieblings Teenage Fanclub Songs erwähnt.

  4. mit verlaub: das sind bis auf tracy chapman keine würdigen gegner – ich find‘ sarah connor, bon jovi und heroes del silencio auch blöd, aber das muss man menschen mit musikgeschmack doch nicht erst sagen, das versteht sich von selbst :-)
    schlimmer finde ich, wenn eigentlich gute musiker/bands daneben greifen wie etwa im fall von the isolation years (grow) oder weezer (beverly hills).

  5. Frl. Fuchs: Ja, die Überlegung hatte ich auch getätigt, aber im Endeffekt könnte ich nicht solche verbalen Geschütze auffahren, würde es sich um grundsätzlich okaye Bands handeln. Mein Kriterium war also: Was für ein Song greift mich förmlich körperlich an? Und welche Künstler zerlege ich ohne schlechtes Gewissen in ihre Einzelteile? Und das sind schon die Gassenhauer. Zudem ist das hier doch ein auch ein Konsensblog. „Beverly Hills“ finde ich allerdings auch zunehmend grauenhafter.

  6. Argh, Lady in red. Nachdem dieser Song damals bereits in deutschen Radiosendern permanent gelaufen war, reiste ich nach England, wo dieser Song just ein Hit wurde und permanent im Radio lief. Zurück aus England, dudelte ihn dann hier der AFN, es gab einfach kein Entkommen. Das wird es für Chris de Burgh aus der Hölle hoffentlich auch nicht geben. Sämtliche Mariah Carey Songs gehören auch dorthin.

  7. Schöne Liste, Burns.
    Schöne Ergänzung, r0ssi.

    Ich kann + will jetzt aber nicht über Scheiß-Songs schreiben, weil der heutige Tag bislang schon scheiße genug ist.

    Nur mal schnell 3 Hüftschüsse:
    – U2 „Sunday bloody Sunday“
    – Madness „Our House“
    – Dexy´s Midnight Runners „Come on Eileen“

    Bäh.

    Und jetzt fahr´ ich raus und töte jemaden.

  8. @ undundund:

    Ei will sörweif in der Kuchen-Version kann allerdings was… ;-)
    Ansonsten gehört auf die Scheißsong-Liste alles von Hans „Simmer“ Zimmer und Vangelis. Falls ich dazu überhaupt etwas sagen darf, nach meiner unglaublichen Geschmacksentgleisung von gestern Nacht. ;-P

  9. Arboretum, den hatte ich verdrängt den Chris De Burgh. Der ist mir sogar zu heftig um darüber nachzudenken.

    Ach Jul, ich führe einen persönlichen Kreuzzug gegen Robbie Williams. Ist nichts persönliches;)

    Undundund: Der kommt auf Platz 11.

    MC: Wasn los mit dem MC? Cheer Up oder ich schick dir Don’t Worry Be Happy als Mp3. Dann wird der Tag erst richtig beschissen.

  10. Der werte Glam hat den Song zuerst genannt. Er muss darunter auch sehr gelitten haben. Ich möchte noch Stevie Wonder auf die Liste setzen. (Mist, kaum habe ich es geschrieben, geht mir I just called to say I love you durch den Kopf. Hilfe!)

  11. Riesenliste. Ich setze hinzu:

    „Last Christmas“ von Wham! – herrje, hasse ich diesen Song. Auch wenn die Coverversion von Erlend Öye ein bisschen Charme besitzt.

    Meine Hasskappe hüpft und keift vor Entsetzen bei eglichen Jahrmarktsgrölschmonzetten von Wurstgesichtern und Schrottmoppeds wie DJ Ötzi („Hey Baby“), das Holzmichldings oder auch SchniSchnaSchnappi (erschreckt habe ich erfahren, dass die Texterin in direkter Nachbarschaft zu meiner Ex-Freundin wohnt in der gleichen Straße, wo auch die Höhner ihr Studio haben) und Viva Colonia.

    Des Weiteren krieg isch Plack bei „What’s up“ von den 4 non blondes, „Song 2“ von Blur, „Ein Kompliment“ von Sportfreunde Stiller, „Rebel Yell“ von Billy Idol, „Mother“ von Danzig oder „Always“ von Bon Jovi. Liste beliebig verlängerbar, möchte allerdings nicht weiter in der Hasshölle meiner musikalischen Erinnerung buddeln.

  12. es gibt einige menschen, die sich selbst als sängerInnen bezeichnen würden und bei mir das beschriebene gefühl eines körperlichen angriffs auslösen: die herren heißen jamiroquai, joe cocker, george michael, xavier naidoo und einfach rot, die dame mariah carey.

  13. Super Ole, Last X-Mas hatte ich echt vergessen. Ja, das kann einem jedes Weihnachtsfest gründlich einsauen.

    Die Holzmichls und Schnappis laufen bei mir völlig außer Konkurrenz. Ich ignoriere einfach deren Existenz. Wessen Existenz? „What’s Up“ lässt bei mir die Scheibenwischer abbrechen aber Viva Colonia singe ich gerne im Fasching gebe ich zu.

  14. uihh, hier fuehlen sich aber alle maechtig gut in ihrem mainstream-bashing :) grundsaetzlich finde ich das gut, solange es nicht grundsaetzlich wird. aber zugegeben, es macht zuviel spass, darum:

    annett – ich fuehl mich unverstanden von den medien – louisan: sie will ja nur spielen…

  15. Viva Colonia habe ich drei Jahre lang jeden Mittwoch, Freitag und Samstag von besoffenen Sportstudenten gegrölt gehört, windschief und granatenlaut – in meiner alten Wohnung. Anfangs fand ich das Lied ja auch noch im Rahmen witzig – nach einigen Monaten habe ich den Spaß daran verloren. :)

  16. Arboretum: I just call… wurde vom burns genannt… und ich hatte erstens sofort den Ohrwurm und zweitens den dringenden Wunsch, das Ding an 1 zu sehen, wo es hingehört! Ganz schlimm…
    Aber Westernhagens Freiheit anzuführen war auch wichtig. Übel… ist aber im Grunde durch Winds of Change als Feuerzeugballade bereits vertreten.
    Alles in allem triffts die Top10 schon ganz gut

    Fällt mir noch was eigenes ein?
    Nö, grad nich. Aber ich weiß, da draußen lauern noch viele Schmerzen…

  17. ole, die vier nichtblondenbräute wären bei mir ziemlich weit oben auf der liste gelandet, um nicht zu sagen: nummero uno. herzlichen dank für die erinnerung.

  18. Wenns irgendie sein muss, sind nummer 6 und 8 ja noch erträglich. irgendwie. vieleicht mit ohropax. den rest kannste inne tonne hauen. und ich will jetzt endlich mal ne erklärung wieso die ganzen leutschen immer bei der nummer 3 abgehen. PFUI!

  19. burnster, noch zwei tage wie diesen, und ich hätte gern das don’t worry.
    ansonsten ist deine liste wasserfest, mit dir würde ich also gefahrenlos musik hören können.

    wurde dieses grauenvolle titanic-lied schon genannt ?

  20. Die Careyheulboje jagt mir das kalte Grausen über den Rücken bis zum Hintern. Der macht dann so dicht, dass mir jedes Mal drei Tage Verstopfung drohen (war aber schon nominiert). Bei „girls just wanna have fun“ hab ich auch keinen Spaß mehr.

  21. Songs die irgendwie immer beim einschalten des Radios liefen und mich schließlich zwangen das Gerät wegzuwerfen:

    Fugees – Killing Me Softly With (T)His Song; Mr. Big – To Be With You; Bryan Adams – Have you ever really loved a women; und die Crash Test Dummies fallen mir auch noch gerade ein mit dem verdammten Mmm Mmm Mmm….

  22. Freilich sind es die populären Songs die nerven, Kinders. Die anderen hört man ja nicht unfreiwillig. Penetrant ist der Hit, die B-Seite stört keinen, so schlecht sie auch sein mag. Zudem subtitelte ich ja auch „Eine Lästerübung“ und ich möchte sagen: Übung macht den Meister. Und im ganz Übrigen hat Mainstreambashing noch niemanden geschadet.

    An Herrn ZAF: ein echter Halloween Schocker, was Sie da wieder ausgegraben (sic!) haben.

  23. Scharf beobachtet, Herr Mek. Der Titel ist eine Marketing Koop mit der Pfarrgemeinde Grafentraubach, von denen ich dafür den Titel „Saint“ ausborgen durfte. Man muss ja schauen wie man über die Runden kommt.

  24. We are the Champions von Queen?

    Ich möchte da ja immer das Grab von Freddy Mercury entweihen, wenn ich das höre.

  25. Wenn man das Zeug rückwärts hört, verwandelt man sich je nach Song in den jeweiligen Künstler und schreibt nur noch solche Ohrleichenwürmer. Wirtschaftlich lukrative Transformation aber man steht somit auch auf meiner To-Assassinate Liste. Sucht euchs auch, Kinnas.

    Ich möchte immer We are The Champions singen wenn ich gerade auf Freddies Grab pinkle.

  26. seid beruhigt, manche sünden werden in diesem leben schon gestraft.
    chris de burgh stirbt bald an krebs (oder war es chris rea? egal
    frau carey muß immer in die psychatrie, weil sie ihr eigenes geheule nicht aushält.
    aus ‚winds of change‘ bastelt die stage holding bald ein wohl ebenso grusliges musical um den mauerfall – das ist gerecht.
    und sarah connor – na da kann man nicht sagen, daß sie ungestraft davonkommt, so scheiße wie die aussieht.
    und bei stevie wonder ließe sich drüber streiten, ob blindheit strafe ist oder segen, wenn er nicht sehen kann wie die leute mitten beim konzert abkotzen…?

  27. Mein Gott ich bin durchweg begeistert.
    Heir trefft ihr euch also. Ich hatte immer das Gefühl ich kämpf alleine gegen die Phil Collins, Mariah Kerry, Johny Logan, Chris de Burgh und die ganz avangardistische Häns Simmer (Julia ich liebe Dich…)
    Front.
    Aber Achtung, die haben das bemerkt, daß ihre Musik Scheiße ist und sofort hören alle gleichzeitig „coldplay“.
    Schreiben jeden Tag einen Artikel in ihren blogs über „coldplay“.
    Achtung also, die verstecken sich!

  28. Pingback: roxomatic

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