Weihnachtslaboratorium

Um und gegen die Weihnachtszeit packe ich immer meinen Emotio-Experimentierkasten™ aus. Ich spiel ein wenig damit herum, schließe mal das an jenes und jenes an das an. Verdrahte ein paar lose Enden und setze ein paar Gedanken unter Strom, schalte den Kreislauf an und wieder aus, oder distilliere ein wenig mit ätzenden Zusätzen herum und sehe, was dabei herauskommt.

Nun ist es ja nicht so, dass ich um und gegen Weihnachten zuviel Zeit übrig hätte und sie deshalb mit sinnlosem Sinnieren vergeige. La Tristessa der langen Weile findet momentan keinen freien Liegestuhl am Nordstrand. Es ist vielmehr diese jahresabschließende Resümeegeilheit, die einen zu solch kindischen Experimenten treibt. Und da kann einem Knaurs Taschenlexikon des Buddhismus tausendmal die „Abwehr unheilsamer Geistesinhalte“ empfehlen, das eine oder andere Dämonchen versteckt sich immer wieder im Adventskalender, wenn man lange genug an allen 365 Türchen rumfummelt.

Letztes Jahr haben sich die ehemaligen Klassenkameraden auf dem jährlichen Heimatworkshop noch um Doppelnamen, Kopf und Stehkragen diskutiert. Dieses Jahr dürften wohl die ersten Ergebnisse bekannt gegeben werden. Auf der diesjährigen Familientombola werden dann die Kindernamen verlost. Ich lasse mir wohl wieder einen Schnauzer und lange Koteletten dafür stehen. Eine Truckermütze wie sie in Mallersdorf-Pfaffenberg noch lange nicht en vogue ist, verstärkt den existenzgründerisch positiven Eindruck den ich dort zurücklasse, bevor ich wieder in die Hauptstadt der Luftprojekte abreise.

Wenn der ganze panisch planerische Humbug dann endlich am Weihnachtsabend dem trauten Dinner meines meisterlich aufkochenden Herrn Papas weicht, wird der Experimentierkasten wieder für ein Jahr in die Ecke gepackt, … aber vielleicht jage ich an Silvester auch noch schnell etwas in die Luft, wenn sich die Zeit findet.

Damit es endlich weiter gehen kann.

18 comments / Add your comment below

  1. Knaurs Taschenlexikon spricht Empfehlungen aus? Ich empfehle mir selbst zumindest, in diesem Jahr auf den obligatorischen Heiligmorgenglühwein in der Heimat zu sehen, da ich zu gähnen beginne bei dem Gedanken, zwei Stunden mit zig Leuten zu schwadronieren, die ich den Rest des Jahres nicht vermisst habe. Ansonsten: Auf zu rahsegelgroßen Koteletten!

  2. Heiligabend nehm ich mir frei… seit Jahren. Und das find ich gut so… dieses moderne Patchwork-Familien Dasein kann man ja so und so ausleben. Zwanghafte Zusammenlegung außerordentlicher Feierlichkeiten oder zeitversetztes Abfeiern. Ich lebe Letzteres und Heiligabend kann ich nach Lust und Laune gar nichts machen .-)

    —————————————————-
    uih, entdecke grad die LIVE Preview Funktion… ist ja stark!

  3. „daemons and angels at play“ – oh ja.
    The empire never ended
    nothing’s really changed
    I know the way it must’ve felt
    when visions burn, they sometimes melt
    and fade away like tracks in snow
    when nothing’s left it’s time to go

    The empire never ended
    nothing’s really changed
    I saww the bloodlust disappear
    noone really cared
    I painted my devils angel blue
    and ran around without a clue
    (motorpsycho – back to source)

  4. Damit es endlich weiter gehen kann.

    Bitter nötig, Burnsito. Ich würde dieses Jahr gern mit Gaffa auf die „Challenger“ kleben und ab damit. Beschissen war´s.

    P.S.
    Supa Previewfunktion, dann sehe ich wenigstens vorher, dass HTML hier nie klappt. Burns

  5. ich muss das jetzt mal ausprobieren. einmal das empfohlene laboratorium (ora et…) und wegen des wunderschönen previews.

    bist du mit safari unterwegs? vielleicht gehts deswegen nicht. oder ie zu alt?

  6. Wo du schon beim Thema ‚Besinnung‘ bist: heute bekam ich die most geniale Weihnachtskarte ever, die jetzt auf meinem Schreibtisch steht. Sie ist in schlichtem Weiß gehalten, und in Silber stehen da die Worte: „Fröhliche Arschnachten, Ihr Weinlöcher!“

  7. So, dank Firefox 1.5 (Ich hatte noch nicht mal 1.0, merk ich gerade) seh ich auch meine eigene Previewfunktion. Gar nicht übel. Ebenso wenig übel ist deine Weihnachtskarte Juli und ihr Songtext, Frl. Fuchs.

    Die Challenger lassen wir mal lieber im Stall stehen, Britts und jagen stattdessen ein paar Moabiter Baustellen in die Luft an Silvester.

    Ihnen, liebe Modeste, entgeht natürlich im Gegensatz zu mir der elterlich rote und ausgerollte Teppich für das kurzzeitig heimgekehrte Großstadtkind.

    Ole, du sagst da was. Vielleicht spar ich mir die Retrokutsche und sauf lieber einen mit meinem Dad. Dessen Kinder kenn ich immerhin.

    MC, Tag CI. Eins A Idee. Demnächst.

  8. Ich habe noch den Firefox 0.9x…aber die Vorschaufunktion sehe ich hier…vielleicht hatten Sie nur JavaScript deaktiviert, Herr Burnster.
    Falls Sie noch Ziele zum Hochjagen Ende des Jahres suchen, wenden Sie sich vertrauensvoll an die ZAF…mir fallen da so einige ein…

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