Glatteis

Während sich Jungschauspieler Dings und seine gurrende Schwarzhaarige in der Herrentoilette einsperren, hat Paul Smith samt Hits und Hitlerscheitel selbst diejenigen Marketingmatratzen im Griff, die bis gestern Maximo Park für eine Grünanlage in Treptow hielten. Alles schunkelt auf der VIP Tribüne und wie üblich liegt es nicht an der Musik, sondern an den Hektolitern Wodka Red Bull die man den Leuten für lau eintrichtert.

Vorher war Eddie Argos zu Gast auf der Columbiabühne. Schuhe ausgezogen und an den Bühnenrand gestellt, dann die Blaupause originären Rock Entertainments für alle A&Rs – und solche die’s werden wollen – geliefert. Zwischendurch hat die Kuttner die Leute im VIP Bereich angeschissen, dass sie sich gefälligst die Bands anhören sollen, statt nur rumzuhängen und Wodka Red Bull zu saufen. Das war bei The Coral.

Dings ist auch da und der Dings und natürlich die Dings. Die ist jetzt mit dem Dings zusammen, hat sich wohl von dem Dings getrennt. Aber nix genaues weiß man nicht. Schlimm genug, dass die Dings noch immer mit dem Dings liiert ist. Die Dings ist ironisch, weil sie nicht zugeben kann, dass es ihr hier gefällt. Sie ist vermutlich Ironiemoderatorin. Der Dings sagt, dass er noch auf diesen anderen Showcase muss, obwohl die Dings noch hier bleibt. Mir fällt schon wieder nicht ein wie eigentlich der Dings jetzt mit Vornamen heißt und deshalb rede ich nicht mit ihm. Astra Kid haben sich endlich aufgelöst.

Man sagt: später ist noch eine Party bei der Dings, die ich nicht kenne. In der Maria legt der Dings auf und im Watergate der Dings. Die Kuttner macht noch eine Ansage, diesmal über Mikro und blamiert die VIP-Tribüne. Ist mir zu plakativ, obwohl sie Recht hat. Die Marketingmatratzen fühlen sich natürlich nicht angesprochen und johlen. Der Dings klopft mir wohlwollend auf die Schulter und ich nicke wohlwollend zurück, aber weniger wegen dem Dings, sondern weil er die Dings dabei hat. Die hat mittlerweile ein Mittzwanziger Akneproblem, aber im mystischen Halbdunkel sieht man das ja nicht.

Vorher waren wir im Dings essen. Am Tisch gegenüber saß die Dings und feierte vielleicht ihren Geburtstag. Sicher einen über Vierzig. Sie hatte den Dings eingeladen, der mit der Dings zusammen ist, die mit der Dings diesen Weizengrasladen hat. Ich kenn die Dings nur aus dem Fernsehen, aber der Dings hat sie wohl öfter im Kuchenkaiser gesehen. Daran denke ich, während Pauls Band „Apply some pressure, release some pressure“ skandiert. Wo ist jetzt eigentlich der Dings schon wieder hin?

Dem kleinen Schotten, der bei Dings dabei ist, ist das alles relativ wurscht, in der Hauptsache interessiert ihn das Saufen. In Glasgow sticht man sich hin und wieder ab, sagt er. Das gefällt mir.

31 comments / Add your comment below

  1. …und ich hab mich schon gewundert, warum Dingenskirchen gestern so leer war.
    In Deutschland ist anscheinend Pfand auf den Dingern. Die pragmatischen Schotten hingegen treten die nach Gebrauch in die Tonne. Für was ham mia eigentlich die europäische DIN Dings.

  2. And when it’s done
    And all this is gone
    Just find a feeling pass it on

    Die Kuttner hat doch völlig recht. Außerdem mag ich ihre, … naja, ihre Dinger.

  3. Genau. Ist mir auch viel lieber so rum. So ein Requiem wär ja eher was fürs dezemberfeuchte Grab, und noch lieg ich ja nicht drunten in der finsteren Grube. I schlog ei, Burnse.

  4. Sehr schön. Genauso hab ich’s auch gesehen….die Namen mailst mir dann noch, ge? Im Magnet ging fei nachher auch noch einiges.

  5. Danke Chief, für die wohl kaiserlichste Nachricht, die mir Weihnachten enorm versüßt: Astra Kid haben sich aufgelöst. Danke!!! Endlich!

    Jetzt fehlt nur noch Virginia Jetzt! Und dann noch ne Menge anderer. Aber der Anfang ist gemacht.

  6. Dingenskirchen liegt doch bei Dingolfing, oder? Vita?

    Von mir aus kannst gern da bleiben, Opa.

    Ole, du musst jetzt stark sein. Deutschpop is here to stay. Ich wollte das auch nicht.

    Emmok, klar die Dings hat gefragt. Ich hab gesagt du wärst beim Dingorennen.

  7. Ratze, der Wortklempner Dingens war doch kürzlich noch mit der Kuttner zusammen. Verstehe gar nicht, dass er sie jetzt verschmäht. Ich finde die eigentlich auch ganz gut, ihre Dinger.
    Der Glascore muss ja ein janz Harter sein. Da bin ich froh, zu Füssen des Xberges zu leben.

  8. Meinst Du das Dingolfing, das bei BMW liegt? Das ist das falsche, das echte hab ich da gefunden:
    Dingenskirchen
    Und was ich mich auch grad frag:
    Ist eigentlich Deutschpop das gleiche wie Dingsbums?

  9. Liebe Vita, gut dass sie Dingenskirchen gefunden haben. Ich war mir echt nicht mehr sicher wo die das hingebaut hatten.

    Ole, du schießt wieder übers Ziel hinaus. Eifriger kleiner Teufel.

  10. Herr Fish, damit das nicht in den falsch Hals kommt: Ich find nur ihre Dinger gut, bei ihr selber bin ich regelmäßig wütend unentschlossen. Den Wortklempner Dings kann ich da schon verstehen.

    Mir drängt sich zusätzlich die Frage auf: Wenn Deutschpop(p) nicht das Gleiche (bzw., bitte die Spitzfindigkeit zu entschuldigen) das Selbe sein sollte wie Dingsbums, sind dann solche Abende wie der von dir geschilderte eigentlich auch noch zu was anderem da, als dass die Deutschpopper ihr Bumsdings finden und die Duttelkuttner ihr Maul aufreißen kann?

  11. ich glaube, genau dazu sind solche Abende da… egal, ob es sich bei Dings um Musik, Autos oder Videospiele handelt. Am schlimmsten sind aber die Treffen, wo Dings gleich Dings ist…

  12. Umsonst trinken, Maximo Park und Art Brut sehen und endlich mal wieder die Dings treffen reicht mir eigentlich für einen gelungenen Abend. Es muss ja nicht immer dingsen sein.

  13. Jetzt darf man nix gegen Maximo Park und Art Brut (die alten Manieristenpopper, hihi) sagen, gell? Und natürlich muss es nicht immer dingsen sein, seh ich schon auch so. Mein Papa hat mir früher auch immer die Gschicht erzählt von dem Mann, der hat – gläubisch, wie er war – sein ganzes Leben lang davon geträumt, zu Fuß nach Rom zu pilgern. Und irgendwann, da war er schon ganz alt, da hat er sich diesen sehnlichsten aller Träume tatsächlich erfüllt und ist losmarschiert. Lange gelaufen, alles zu Fuß. Und als er dann Rom schon sehen konnte, da hat er sich gesagt: „Der Mensch muss sich beherrschen können“ und ist wieder umgekehrt. Wer´s mag…

  14. Ratze, jetzt hast mich alt aussehen lassen.

    Zähneknirschend gestehe ich, dass da was dran ist. Aber Rom war gar nicht in Sicht, sonst wäre ich doch nicht wieder heim gelaufen. Ich bin zwar vom Pech verfolgt, nicht aber von Blödheit. Lediglich ein Ortsschild: „Rom 278 km“ hab ich gesehen.

  15. War fei net bös gmeint, oida Brenna.

    Man weiß halt nie, wer einen da verfolgt, gell? Einmal isses das Pech, dann vielleicht doch ab und an auch die Blödheit, und manchmal ist gar der Leibhaftige hinter einem her. Ich selber hätt bei der Zahlenkombination auf dem Wegweiser schon nochamal nachgschaut.

  16. äh ja dings, shit, jetzt hab ich’s glatt vergessen… Und da gibt’s was dagegen, so Pillen, da macht ein merkwürdiger Herr im Fernsehen Werbung, aber seinen Namen hab ich auch vergessen und – achso, ja – wie die Pillen heissen, das weis ich auch nicht mehr. Galvanoirgendwas? Das mit dem Bums gefällt mir grundsätzlich besser. Da kann ich mich auch noch dran erinnern, irgendwie. Glaub ich…

  17. Neues aus der Kalauer Allee: Der Bums wird überbewertet. Let Dings rule.

    Den Leibhaftigen, Herr Ratiopharmstürmer, hab ich nicht auf der Rechnung. Die hab ich nämlich mit dem Wirt hinselbst gemacht und jetzt im Nachhinein noch Fersengeld verlangen, wär unfein von ihm. Man zockt doch nicht seine Eleven ab.

  18. Hübsche Bäume an der Kalauer Allee, das muss man dir aber echt lassen, Kollege Dingster.

    Den Leibhaftigen hat glaub ich niemand auf der Rechnung, grad das ist das höchst Unfeine an dem Kameraden. Ob der sich überhaupt mit Fersengeld zufrieden geben würde? Ich wage es ja zu bezweifeln. Herrschaft, gar düster dampfts da aber wieder raus. Es sind doch noch gar keine Rauhnächt.

  19. Allerdings düstert es gerade ein wenig an der Nordfront. Und man kann Dampf ablassen wie man will, wenn die Lok sich nicht von der Stelle bewegt, kann man die Weichen stellen wie man mag. Same shit, different Dings. Und immer Lokster bleiben.

  20. Foul is fair and fair is foul, my learned friend. Von der Bahn kann man aber auch nix anderes erwarten, also ich mein, Mehdorn und Wiesheu, da bleibt das stärkste Dampfross im Schuppen und verpfeift tenderweise Wasser im Stillstand. Aber mal ehrlich – Börns Düster klingt immer noch besser als All quiet on Northern Front.

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