Vertreibung aus dem Paradies

Verlasse niemals eine gut geölte Silvester-Party, um in einen Club zu gehen. Tu es nicht. Tu es nicht dieses, tu es nicht nächstes, tu es in keinem Jahr – tu es einfach nicht.

Wenn man so wie ich mit dieser Weisheit seit zahlreichen Jahren ausgestattet ist, wie kann es da passieren, dass eben gerade das eindringlich Abbeschworene eintritt und ich eine absolut funktionale Silvester-Party verlasse, um in einen Club zu gehen? Nie und nimmer und selbst im schlimmsten Drogenwahn hätte ich diese Entscheidung getroffen. Keinen Millimeter hätte ich mich von der Stelle gerührt, nie wäre ich freiwillig von dem Wodka und den Weibern gewichen, hätte sich nicht die gesamte Gesellschaft schlagartig und komplett aufgelöst und in eine Reisegruppe aus dem Wedding mit Ziel Clubaufenthalt im fuckin Prenzlberg gewandelt.

Selbst die letzte Überlebenschance, die nächste vielversprechende Party aufzusuchen, scheiterte an der maliziösen Taxiknäppe zu Jahreswechseln. Und so kam es wie es kommen musste und wie es jedes Jahr kommt. Als die Reisegruppe nach im wahrsten Sinne des Wortes ernüchternd langer Anreise im Club ankommt, wird sie schlagartig von einer lähmenden Müdigkeit befallen und löst sich zum zweiten Mal an diesem Abend auf, dieses Mal jedoch ins Nichts. Gut, dann gehe ich halt auch nach Hause.

Verlasse niemals eine gut geölte Silvester-Party, um in einen Club zu gehen. Tu es nicht. Tu es nicht dieses, tu es nicht nächstes, tu es in keinem Jahr – tu es einfach nicht.

17 comments / Add your comment below

  1. Also zu Silvester sollte man ganz einfach einen Gig haben. Und shaken und singen wie die Großen. Ist einfach das Beste! Auch wenn die (ziemlich schnuckelige) Security einschreiten muß, um einen völlig devastierten Dings, ähm, selbsternannten Groupie in spe von der Bühnenabsperrung zu pflücken. Harharhar.

  2. Ach… du warst gar nicht bei Britt? Da muss ich mir aber gehörig auf die Zunge beißen, um nicht den „Siehste-Dieter“ zu machen *hrhr*… auch oder gerade weil ich aus genannten Gründen selbst nicht an der Spree war.

    dennoch, starkes 2006 wünsch ich!

  3. die angesprochene taxiknaeppe haette mich im junfraeulichen jahr beinahe zu einer pruegelei verfuehrt. und das mir. wo ich doch so friedliebend bin.

    ps: gehe niemals ins buero so frueh im jahr. nehme dir immer noch eine woche frei!
    pps: herr burnster, die naechste „party“ steigt ja dank ihrer bereitschaft und lesekunst am 8.1., gell?

  4. Mensch Burnsterchen.
    Zum wiederholten Male ein mieses Silvester? War die Tresor-Aktion im letzten Jahr nicht Warnung genug?

    Ich wünsch Ihnen auf jeden Fall alles Gute für das neue Jahr und hoffe, dass wir zwei eine fantastische WM hier in Berlin erleben werden!

    Prost Juri

  5. Einzige Ausnahme: der Club der halbtoten Dichter, aber der ist an Silvester sowieso off limits weil alles swingert.
    Verspätetes Dementi:
    Am heiligen Abend und an Silvester bekommen die Nutten alle einen „Moralischen“ und es gibt was umsonst auf dem Kiez.

    Alles Lüge.

  6. …und wenn man es nicht tut, koennte einem doch das schlechte Gewissen packen…wer weiss, was man versaeumt hat…ich bereue es nun andersrum…mit „swingern“ @ neo-bazi triffst du den nagel auf den kopf –

    greetz u

  7. Irgendwann am 01.01.2006 schrieb Buzzcut via sms:

    „Van Emsing, Alter Hunderttausendsassa. [… hier folgt etwas Privates…] Dein Buzzard, auf dem ein Noscore-an-Sly-Fluch lastet.“

    Tja, wärest Du nicht gegangen, wäre etwas gegangen. Aber Du musstest ja gehen, so ging halt nichts.

    Whatever. Es gibt ja noch 364 andere Tage. :)

  8. Dem Himmel sei Dank für die hohe Restanzahl möglicher Scoretage in diesem Jahr. Hätte ich nur diesen einen Tag im Jahr, ich würde aufhören, an das Böse im Menschen zu glauben.

  9. Diese Weisheit stimmt wahrlich. Dennoch ein schönes neues. Ich war auch im Club, meiner war allerdings die Rettung nach einem Silvestermenü mit Menschen jenseits der Grauhaarigkeit, bei dem wir uns gefühlt haben, als ob wir falsch gebeamt wurden.

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