Songstock

01. Ein Song aus deiner frühesten Kindheit
„Blackbird“ von den Beatles. Mein Onkel hatte den auf einer Kassette im Auto auf der Fahrt nach Schloß Neuschwanstein als ich sechs war.

02. Ein Song, den du mit deiner ersten großen Liebe assoziierst
„Stranger Than Fiction“ von Joe Jackson. Ich habe bereits früh geahnt, in was für Untiefen ich da noch geraten werde und J.J. bestätigt in diesem Song, dass die Liebe das mit Abstand Irrste auf der ganzen Welt ist, so es sie denn gibt.

03. Ein Song, der dich an einen Urlaub erinnert
„Wish You Were Here“ von Pink Floyd. Ich saß mit neunzehn nachmittags auf einer griechischen Insel und speiste Bauernsalat, während aus einem entfernten Radio der Song kam. Ich musste an meinen Schwarm Tina denken, die gerade mit einem anderen zusammen war. Ein halbes Jahr später waren wir selbst zusammen in Urlaub.

04. Ein Song, von dem du in der Öffentlichkeit eigentlich nicht so gerne zugeben möchtest, dass du ihn eigentlich ganz gerne magst
Ich hab da eigentlich keine Skrupel, doch ich war mal kurz auf so nem Religionsfilm und habe zwei Wochen lang immer Xavier Naidoos „Führ mich ans Licht gehört“. Aber da hatte ich ohnehin ein ernsthaftes Alkoholproblem.

05. Ein Song, der dich – geplagt von Liebeskummer – begleitet hat

Einer? Das soll wohl ein Witz sein. Fast alle Songs sind so. Kristofer Aströms „The Wild“ hat mir das Herz rausgerissen und es an die Wölfe verfüttert. Die „note bout the sun“ aus dem Song hab ich sogar Wirklichkeit werden lassen.

06. Ein Song, den du in deinem Leben vermutlich am häufigsten gehört hast
Freiwillig gehört? Vermutlich „Why Can’t This Be Love“ von Van Halen. Es war immer das letzte Lied, das ich in der Kneipe aufgelegt hab, als ich als Student dort die Freitagsschicht arbeitete.

07. Ein Song, der dein liebstes Instrumental ist
„Grown in California“ von Idaho. Oder noch besser: „Thank you MK“ von Tommy Guerrero.

08. Ein Song, der eine deiner liebsten Bands repräsentiert
„It’s Hard To Know“ von Hot Water Music.

09. Ein Song, in dem du dich selbst wiederfindest oder in dem du dich auf eine gewisse Art und Weise verstanden fühlst
„Merchandise“ von Fugazi. „We owe you nothing, you have no control.“ Siehe auch 8.

10. Ein Song, der dich an eine spezielle Begebenheit erinnert (und welche das ist)

Das tun eigentlich alle Songs. Was Schmutziges: „Squealer“ von AC/DC. An Sex mit der von mir meist begehrten Frau aller Zeiten.

11. Ein Song, bei dem du am Besten entspannen kannst
„My Back Pages“ von Bob Dylan. Wahlweise auch in der Byrds Version.

12. Ein Song, der für eine richtig gute Zeit in deinem Leben steht
„Casanova“ von Knapsack. Eigentlich steht er nur für ein paar Stunden. Aber Zeit ist Zeit.

13. Ein Song, der momentan dein Lieblingssong ist
„Continuous Hit Music“ von American Analog Set. Wenn die Gitarren einsetzen, bleibt die Zeit stehen.

14. Ein Song, den du (d)einem besten Freund widmen würdest

„Bullets“ von den Editors. Der hat mich vor dem Untergang bewahrt. Das kann er vielleicht auch bei anderen.

15. Ein Song, bei dem du das Gefühl hast, dass ihn außer dir niemand gerne hört
„Dreaming“ von Leatherface. Langweilige Strophe, Standard LF Refrain. Ich glaube, es ist auch nur das „Sommerdays“, das mich glauben lässt. Ach, stimmt, da ist dieser frühlingshafte Mittelteil. Der war’s.

16. Ein Song, den du vor allem aufgrund seines Texts magst
„Fractured Jaw“ von Dr. Bison, die über ihr Leben auf Tour berichten. „A swollen bladder and a shrivelled tongue conspire the forces into one of few delays. They see four axis from the wild bunch and the businessman avert their gaze.“

17. Ein Song, der weder deutsch noch englischsprachig ist und dir sehr gefällt
„L’ombelico del Mondo“ von Jovanotti. Party! Und der ein oder andere von Kent oder Paus. Schwedisch klingt schön.

18. Ein Song, bei dem du dich bestens abreagieren kannst
„Heart Attack American“ von The Bronx.

19. Ein Song, der auf deiner Beerdigung gespielt werden sollte
Ich will mich eigentlich noch nicht festlegen, aber bitte: „Ain’t That Enough“ von Teenage Fanclub. Weil’s genug zu heulen gibt, da kann wenigstens die Musik fröhlich sein.

20. Ein Song, den du zu den Besten aller Zeiten rechnen würdest
„Feel Flows“ von den Beach Boys.

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  1. „Blackbird“ war bei mir sogar im Kreis der besten Songs aller Zeiten, gemeinsam mit weiteren Beatles- und Radiohead-Songs und zig anderen. Die Kristofer Aström-Liebeskummer-Connection verbindet uns beide, und überhaupt: Enormst geschmackssicher wie erwartet. You got taste, man!

  2. … filled with desasters and friction, Burns, soviel kann ich vorab schon mal sagen.
    Merci dawei, morgen dann mehr beim Opa.

  3. Nachtrag: Außerdem bin ich erstens neidig, dass du Verwandtschaft hast, bei der in deiner Kindheit „Blackbird“ im Auto lief und nicht, wie bei meinem einen Onkel, und sehr, sehr, sehr schlimm, „Allesvonjohannstraußsolangebismansechtnimmerhörenkann“. Zweitens exculpiert auch das ernsthafteste Alkoholproblem nicht Xavier Naidoo. Aber sehr anständig, dass dus zugibst.

  4. Bei „Why can´t this be love“ war David Lee Roth plötzlich nicht mehr dabei, deshalb wollte ich den Track nicht mögen. Tat es aber trotzdem. Heimlich.

  5. BZGL. david-die-fönfrisur-roth:
    ich auch so patriotisch. ohne dave und seine hyperactivezappelmännchen wars nicht das gleiche. der eddie ist auch nur noch rumgestanden.
    jungs, was, kein zztop? ich glaubs nicht. tv dinners war doch super. jeder, aber auch jeder kennt die zztoplieder. keiner gibt es zu, auch die lyrics auswendig zu kennen. oder roughboy. ach. ja.

  6. Geh Kubelick, ZZTop hatten sich zu der Zeit, die du da beschreibst, schon dem Poprock verschrieben. E-Drums, bäh! „She’s got legs, she knows how to use them.“ lass ich als lyrische Ausnahme durchgehen. Der Rest war Miami Vice Soundtrack.

  7. Sie haben es nicht anders gewollt: Sie sind kein mann, mister burning down dahaus. wer, ich frage Sie, wer noch, hat ein lobeslied auf das convience food der alleinstehenden männer ohne mutti gesungen? wer hats gewürdigt? hat etwa roy black sich getraut, eine ode an das feuerzauber texas zu vertonen? obschon dies der wahre grund des überlebens eines mannes ist. speck und bohnen. bohnen und speck. und ein wenig bundeswehrmargarine hinzu. pfeffersalzkensupsenfmayo und schon ist der tag viel schöner. legs schmegs. die neckischen söckchen, ein feuchter traum des ü30-japaners.
    nein. den zztop-opas ginges immer nur um das eine: geschmacklose autos und das passende kulinarische begleitung dazu. aber schreibe mal eine nummer 1 davon? gewiss, wurden die charts mit wesentlich banalerem inhalt erobert. (sam fox). aber die jungs haben einfach stil. da stehe ich zu.
    so viel cornbelt-mentalität. da kann kenny rogers sich mal in einem jakuzi ersaufen, samt dolly parton.
    und der vorwurf der edrums? naja, es ist als würfe man willy nelson bei den live aid mitgesungen zu haben. gadgets, mister burning, gandgets! das ist der trick. stell einem man irgendwas mit vielen knöpfen hin (es muß aber ausseinanderzubauensein) und er wird seinem bier untreu werden. zum thema zztop wäre vielleicht die di-stickstoffmonoxid-einspritzung als guter beispiel eines knopfes angebracht.

    kvk

  8. Ok, Herr Kubelick. Das ist ja fast eine ZZulassungsarbeit, die Sie da vorlegen. Und einige ihrer Thesen sind von unbestechlicher Haltbarkeit, beispielsweise die „Cornbelt Mentalität“. In punkto Attitüde und ästhetische Darreichungsform bin ich also durchaus gewillt, ihnen zuzustimmen. Aber wenn es um die musikalische Konsistenz geht, bevorzuge ich doch die alten knorrigen Wüstenfüchse, die mit La Grange und Tush auf Rockerparties meiner Heimat den Ton angegeben haben. Und was hat eigentlich Frank Beard während der E-Drum Phase gemacht? Sich rasiert?

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