Nach Mendoza

Die Sterne ueber den Anden sind zum Greifen nahe. Die Milchstrasse ist kein Mythos mehr und du kannst mich kreuzweise, weil du endlich einmal genauso unwesentlich bist wie ich. Cortez der Killer segelt ueber den Sternenhimmel und verliebt sich in diejenige, deren Leute er auf dem schlechten Gewissen hat. Genau wie Tiger Lou mir etwas linkisch ins Ohr verspricht, dass er diese Schlingschönheit schon noch irgendwann Ja sagen hören wird. Oder wenigstens nicht Nein.

Und klar werde ich das auch hören, dieses Ja, aber zuerst muss ich aus dieser Marsstation entkommen, wo sie uns hineinpferchen bevor wir wieder zurueck auf die Erde geschickt werden. Eine Steaksemmel noch und ein paar eisige Bergwinde und man treibt uns über die Grenze wie eine Herde, den Berg hinunter, weg von der Milchstrasse, dorthin, wo das Geld noch weniger wert ist.

Es ist so stockfinster, dass der Bus vielleicht nur sieben Stunden im Kreis gefahren ist und Mendoza der Nachbarort von Santiago De Chile ist. Ich haette es nicht bemerkt. Over the Andes and far away.

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  1. Gebirgige Größe mit dem Tiger im Ohr und dem Kopf in den Sternen… Rock Argentina! Zeig ihnen, was für ein Riesengewinn die Burnsteranwesenheit sein kann.

  2. Sei froh, daß es Nacht war, da oben in den Serpentinen. Du wärst tausend Tode gestorben, so wie die fahren.

    Schau in den Grill in B’Aires, und sag ihnen, sie sollen die Platikabfälle nicht unter deinem Steak verbrennen.

    Und grüß mir den Tango.

  3. So langsam glaub ich doch, dass der Burnster die alten Coca Cola Staaten abklappert *hrhr*…

    1.000 Tode sterben geht auch auf gerader Strecke… auf dem jugoslawischen Autoput in den 70ern zB… oder von Bombay nach Goa zur Regenzeit…

    Egal, zeig den Feuerländern, wie du brennst!

  4. mein ipod ist im eimer und deutsche sucken bereits im rucksackreisenden alter. kein wunder dass uns keiner mag. landsleute heute verschmaehend:
    euer burnos aires

  5. @ Kollege Akimbo

    Ich weiß, Sie haben recht. Nichtsdestoweniger stellt man sich das akimbomäßig halsbrecherische Sterben in klapprigen Bussen in den Serpentinen der Anden oder hinter Davao auf Minanao irgendwie eindrucksvoller vor. Aber ich bin als Allgäuer ja auch verwöhnt durch die Abfahrt von Oberjoch nach Hindelang. Bis Feuerland bin ich übrigens nie gekommen, wohl aber um Kap Horn. Die La Plata Häfen waren die südlichsten.

    Und Burnie, ich mag B’Aires übrigens (trotz Tango) nicht besonders. Die sonnenbebrillten Möchtegern-Galtieris, einer wichtiger als der andere, gingen mir auf den Geist. Bereits in Montevideo wurde das aber besser und im brasilianischen Rio Grande do Sul war dann die Welt wieder in Ordnung. Ein Unterschied wie Tag und Nacht.

  6. Opa, erklärst Du einem unbedarften Deutschen im Rucksackreisealter kurz was Galtieris sind? Oder auch Möchtegern-Galtieris?

  7. Klar bin ich ein Streber…

    Also, Ole, der Galtieri war der Militärmachthaber Argentiniens. Wenn ich mich nicht ganz täusche, dann hat die Scheißerne Lady Thatcher diesem Typen ihren Sieg im Falkland-Krieg zu verdanken, bzw. die Gelegenheit dazu, weil der nämlich die Inselchen besetzt hat.

    Ich weiß das deswegen, weil ich mich noch gut erinnern kann, dass es zu der Zeit in der Kronen-Zeitung (das ist die österreichische BILD und meine Salzburger Omi hat die immer gelesen, konnte man nüscht dagegen machen) eine für mich als damals lütten Stepke wahnsinnig spannende Gegenüberstellung der Militärmaschinerien von Argentinien und Großbritannien gab. Und der General Galtieri stand an der Spitze der Junta damals. Es waren Osterferien zu der Zeit und wir sind da immer aus der Enge der oberfränkischen Provinz ins (pseudo-) weltstädtische Salzburg gegondelt.

    Der Opa hat wahrscheinlich gemeint, dass das Land immer noch voll von höchst ungustiösen Arschlöcherl ist, die in zu engen Hosen herumspazieren und meinen, sie allein würden dafür sorgen, dass der Tango so erotisch und Argentinien so großartig ist.

  8. „Nur immer wenn ich Sterne seh,
    mitten in der Stadt,
    bleib ich manchmal stehen
    und schaue in die Nacht…“
    (Subriss – Lethargie)

    Der Nordstrand vermisst sie „burnos aires“…

  9. Genau Burns, Atacama. Das sieht man erst mal, wie wunderbar die totale Ödnis sein kann. Scheiß doch auf die Schlingschönheit. Das Weglassen ist die Kunst!

  10. @Ratze: Großartigsten Dank! Ich erinnere mich zwar noch an diffuse Bilder auslaufender Fbritischer Flotten zu Rod Stewarts „I am sailing“, aber selbst das, kann erst in einer Rückschau ein paar Jahre später gewesen sein. Ich bin dafür noch fast zu jung.

  11. mannomann, der eine strollt durch bangkok, der andere is unterwegs nach tango-city. ihr jungs machts mir heute echt schwer mich auf die arbeit zu konzentrieren. fernweh galore! ¡que se divertas!

  12. L9: Das schaffe ich leider nicht. Bei Sprachkurs und zwei Millionenstaedten an entgegengesetzten Kuesten sind keine Wildnisreisen mehr drin. Aber ich habe deinen Ausfuehrungen bereits damals grosse Aufmerksamkeit gewidmet.

    Ratze/Opa: Ihr Gscheithaferl;) Nicht einmal von hier masse ich mir ein Urteil ueber die Chilenos oder die Argentinos an. Zu komplex sind die Volksseelen zerissen. Dernnoch bitte weiterspalten!

    Liz: Das sass…

    Juri: Ich vermisse ihn auch. Die Saison beginnt am 07.04.06

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