Sagen des Altertums

Vor 13 Jahren zog ein junger Rebell aus, um das Fürchten zu lernen. Er wollte die Götter der Antike herausfordern und sein Schicksal selbst in die Hand nehmen, wurde er doch von einem unheilvollen Seelenkummer heimgesucht, denn seine Liebste ward ihm durch einen ganz und gar Shakespearhaften Konflikt mit deren Elternhaus entrissen worden. In der letzten Nacht in der Heimat hatte er noch seine Helena kennengelernt – Monate später sollte er sie das erste Mal küssen – und mit dieser neuen Idee im Kopf reiste er mit seinem Freund Helmet ins ferne Griechenland, um Zeus und seinen Olympianern frech ins Gesicht zu spucken.

Und so erlebten Helmet und unser junger Rebell die wildesten Abenteuer. In Athen lotste man die unbedarften Mittellosen in ein Freudenhaus, aus dem sie nur knapp entkommen konnten und Aphrodite aus Rumänien zurückliessen. In ihren Drinks vermuteten sie Betäubungsstoffe. Auf Santorin verbrühte sich Helmet am Auspuff seiner Straßenmaschine das halbe Bein, während unser Rebell alle zwei Meter die Verkleidung seines Rollers verlor. Nachts gaben sich unsere Helden als Türsteher aus, lernten Australier mit Namen Marx Engels kennen, trennten unzertrennliche Krankenschwestern, retteten verlobte Engländerinnen vor vollgedröhnten Italienern und stellten fest, dass Ios keineswegs mit Erholung gleichzusetzen war. Aus dem Walkman erklang „Fuckin Hostile“ von Pantera und von weit weg tönte irgendwo in einem Straßencafé „Wish You Were Here“ von Pink Floyd.

Ein paar Jahre später setzte unser Held mit seinen Erzeugern noch einmal nach Korfu über und musste dort vor dem Rückflug persönlich von den Stewardessen zum Flugzeug begleitet werden, weil er sich so in ein Gespräch mit einer zungengepiercten Düsseldorferin verbissen hatte. Aber das ist eine andere Geschichte von der ionischen See. Wenn alles gut geht, wird unser in die Jahre gekommener und nicht mehr ganz so rebellischer Berliner Odysseus am Montag erneut in die Agäis aufbrechen, um den Göttern noch einmal zu trotzen und sich das zu nehmen, was ihm zusteht. Nämlich jede Menge Spaß.

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13 comments / Add your comment below

  1. Klingt nach Augiasstall, Hesperidenäpfeln und Hydra und sowas alles. Pass fei bloß auf mit dene Götter, grad in Griechenland weiß man da nie, was dene so alles einfällt oder was rauskommt. Und wenn du einer Amazone an den Gürtel gehst, fest neibeißen, egal wohin. Vui Spaß!

  2. Merci, olle mitanander. Man beachte mein Outfit vor 13 Jahren. Hat sich eigentlich modisch nicht viel getan, könnte man denken. Statt dessen: Alles wieder beim Alten.

    Warum bin ich eigentlich aus den deutschen Blogcharts Top100 gefallen? Sicher, weil ich dauernd in Urlaub fahre und die Leute mich aus Neid entlinken.

    Liebe unwohl gesonnene Leser: Ich bin doch auch nur ein Mensch, auch wenn ich wie ein Halbgott wirke, der ständig frei hat.

  3. Wen interessieren noch die Blogcharts Top 100 wen er doch nächste Woche im Rausch der Tiefe mit Poseidon Unterwasser-Scrabble spielen kann?

    Wish you a fine time, will Fotos von griechischen Friedhöfen, dafür verzichte ich dieses Mal auf die Postkarte. Bin ja fair … ;-)

  4. I hob an fürchterlichen Grant:
    Der Burnster fliegt nach Griechenland…

    … Naa, ganz im ernst und entschüttelt: Viel Spaß, liebster Burns!

  5. Aber nicht wieder Ios. Ios ist die Hölle und dafür sind wir beide zu alt. Also nur weil die Matura-Chicks dort eher auf zwanzigjährige abfahren. Obwohl: Den Burnster lieben sie bestimmt, nur mich nicht. Ich bin eher für die reife Dame, die ihren Mann betrügen will.

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