Company(On)

Die Sonne klettert langsam über die Dächer, das Büro ist still und kühl. Vom Chef keine Spur. Die Kaffeemaschine blubbert, das Fax spuckt in der Früh nur alle zehn Minuten Liebesmails, Einladungen zu Empfängen und Songtexte aus. Ich sauge noch einmal um seinen Schreibtisch herum: Bonbonpapier, Flaschendeckel, erste Origami-Versuche, Pizzakrümelskulpturen. Und ich werde Meisterin im Slalom-Eiertanz. Kunstwerke seines Chefs macht man nicht kaputt.

Er wird nicht kommen, das weiß ich jetzt schon. Er wird nachher anrufen und mit kratziger, verrauchter Stimme säuseln: „Hey Baby, hast du alles im Griff? Pass auf, das wurde alles später als erwartet. Ich musste die Welt retten und meiner Mama noch eine Postkarte schreiben. So kann ich nicht arbeiten. Schaffst du das auch allein?“ Und ich werde schon alles erledigt haben, die Post eingetütet, den Mädchen vor dem Haus einen Eimer Wasser auf den Kopf gekippt, die Topfpflanzen entstaubt und gefüttert, ein paar Pressetexte in seinem Namen geschrieben und auf seine Kreditkarte neue Schuhe bestellt haben. Während ich mir die Jacke anziehe, werde ich hüsteln und schmachten: „Alles unter Kontrolle, Chef. Wird zwar alles noch eine Weile dauern, aber … naja, weil sie es sind. Ich schaff das schon allein.“ Dann fliegt die Tür ins Schloß.

Hallo Tag, hallo Wochenende. Warte nicht auf Mr. Burnster, der schläft noch.

6 comments / Add your comment below

  1. Moinsen allerseits,

    Das wurde gestern alles doch etwas später als erwartet. Ich musste die Welt retten und meiner Mama anschließend noch eine Postkarte schreiben.

    Danke, Liz, dass du alles erledigt hast. Ich weiß, dass heute Samstag ist, aber dafür kannst du dir mal einen Ausgleichstag nehmen.

    Mein Opa ist eine alte Giftspritzn:)

    So, jetzt muss ich was arbeiten. Ab ins Galao mit dem besten Bassisten der Welt.

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