Killing In The Name Of

En garde, j’aime le Glam. Oft verpasst und endlich gesehen: Die KILLERS. Am Freitag im E-Werk. Brandon Flowers und seine Dandy-Truppe stellten ein paar Songs des kommenden Albums „Sam’s Town“ live vor und spielten ansonsten die Granaten aus dem Debüt „Hot Fuss“. Auf der VIP Tribüne die üblichen Branchen-Affen inklusive mir, der sich aber gleich wieder nach unten verdrückte, weil meine reizende Begleitung nicht in Besitz eines weißen Freidrink-Armbands war. Aber Bier kann man ja nicht nur in der Leber transportieren, sag ich immer. Tolle Performanz der Band, auch wenn Gitarrist Dave Keuning mittlerweile aussieht, als würde er in einer Foreigner Revival Band spielen und sein Haupthaar schüttelt wie Hans Ziller seiner Zeit bei Bonfire. Auch die Lightshow war ein Wiedergänger gängiger Hardrock Videos der Achtziger, aber das störte alles nicht groß.

Was allerdings gewaltig störte, war der brutal beschissene Sound im E-Werk. Von Physik muss man nicht viel verstehen als Konzertgänger, einleuchtend erscheint es einem aber schon, dass bei 126m hohen gefliesten Decken kein angriffslustiger Gitarren- sondern bestenfalls ein breiiger Nebelhornklang aus den Verstärkern kommt und das Schlagzeug klingt, als würde der Drummer live aus dem Hinterhof zugeschaltet werden. Dazu kam eine wütende Hitze die über alle Besucher pünktlich zum Konzertbeginn herein brach und reissende Schweißbäche die 126m hohen Fliesen hinauf und hinunter schickte. Ich hab mich heute vorm Fernseher wirklich gewundert, dass Wowereit und die Journalisten beim Wahlempfang im E-Werk nicht in Hochwasser wateten. Ach ja, und erkältet bin ich seitdem auch. Jedem zukünftigen Konzertveranstalter, der im E-Werk veranstalten will, rate ich: You just can’t book it’s killing me.

8 comments / Add your comment below

  1. Oh je Burnster, wenn’s jetzt schon bei der falschen Konzi-Location gleich ’nen Schnupfen gibt, dann solltest Du schon mal Deinen Nachlass ordnen … ;-)

  2. Und ich sag‘ ja immer: lieber in der Leber als in diesen unvorteilhaften 11er-Kästen. Wer hat sich so einen Schmarrn ausgedacht?

    Aber die 24er gingen nicht an der Security vorbei, oder?

  3. wenn eine von den kapellen aus der klasse totgenudelt ist, dann sind es auf jeden fall die killers… auf allen radiokanälen nichts anderes und tanzen kann man auch nicht mehr gehen, ohne von… somebody told me you had a boyfriend etc. pp. genervt zu werden.

  4. Mann Burnster! Ich bin neidisch! Was hab ich erst letzt gesagt? Für die Killers würde ich alle die Konzerte, die ich dieses Jahr besucht habe/ besuchen werde sausen lassen.
    Brandon Flowers, ich will ein Kind von Dir!

  5. Dirk Peitz schreibt in der heutigen SZ:

    – „Unten im hell gefliesten Saal steht das zahlende Volk, oben stehen die Gästelistenclaqueure, auf einer Empore. Die oben werden Opfer einer ganz eigenen Klimakatastrophe, es ist das heißeste Konzert in Berlin seit langem, in zweifacher Hinsicht: Diese Band, die da unten statisch in der Pose derer, die immerzu nur seelisch implodieren und keinen körperlichen Ausdruck, keine motorische Befreiung zu finden scheinen für ihre Qualen, wird man in einem so überschaubaren Rahmen nie wiedersehen.“

    „Die zehn Songs sind fast ausnahmslos auf einen einzigen Punkt hin konstruiert: auf die sofortige und totale Überwältigung des Zuhörers.“

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