Kurzkritik zu Death Proof

Jedes Mal wenn ein neuer Tarantino kommt, denk ich bei mir, nö, den guckste nicht, irgendwann is genug mit Tarantino-Filmen. Dann seh ich ihn aber meistens aus Neugier doch und bin wieder aufs Neue begeistert, dass es da jemand gibt der seinen Job als Filmemacher noch ernst zu nehmen scheint und jede Einstellung, jeden Schnitt und jede Dialogzeile ins bestmöglichste, liebevolle Licht rückt. Aber was heißt ernstnehmen? Eigentlich geht es Tarantino bei dieser Hälfte vom Grindhouse-Doublefeature vorwiegend um seinen eigenen Spaß. Nur geile Weiber am Set, die Lieblingsmusik auflegen, Nahaufnahmen von Schnaps, klasse Retro-Karren abfilmen, einen neuen Standard in Sachen Autoverfolgungsstunts setzen und ganz nebenbei zum x-ten Mal einem abgehalfterten Altstar (K. Russell) zu neuer Glorie verhelfen. So würde mir Filmemachen auch Spaß machen. Ich hab zwar keine Ahnung, wie man auf so eine kranke Storyline kommt, aber Hauptsache jemand ist draufgekommen. Apropos draufkommen. Auf den Geschmack bin ich bei Fräulein „Butterfly“ Vanessa Ferlito gekommen. Tolles Mädel, toller Film trotz und gerade wegen der Frauengespräche, sagt St. Softdrink.

5 comments / Add your comment below

  1. Ich werde ihn mir dieses Wochenende anschauen.
    Als ich den Grindhouse-Trailer das erste Mal gesehen habe – besonders diese Wumme als Bein-Protese in „Planet Terror“ – wusste ich, dass ich grölend im Kino sitzen werde.

    Ha, gerade heute habe ich auch über „Death Proof“ geschrieben…

  2. Bei Death Proof trennen sich die Filmliebhaber von den unkritischen Konsumenten dummer, teurer Hollywoodkost, deren einziges Ziel der Zaster ist. (Hollywood schafft manchmal auch gutes, so ist es nicht.)
    Ein Freund von mir hat den Film gehasst, ihn sogar mit dem schlechtesten, den ich jeh sah, Dead or Alive, verglichen. Zwei Tage später bezeichnete er dann Herr der Ringe als Meisterwerk. Da war für mich alles klar.

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