Maritimer Winterschlaf (ein Nachtrag)

Als wir letztes Jahr das erste Mal in Ahlbeck residierten, waren die Schatten noch nicht besonders lang und die Ostsee war noch nicht lange aus ihrem Winterschlaf erwacht. Der Sommer lauerte schon, aber wir wussten noch nicht, dass er eine ausnehmend zahme Bestie sein würde. Überall schwollen die Menschen aus den Hotels auf die Promenade. Alles war auf den Beinen. Neulich, 8 Monate später, sind wir wieder da gewesen und nahezu die einzigen. Das Meer hat sich zurückgezogen in seine verdiente winterliche Privatsphäre, der Strand ist geräumt und die Promenade ist seelenleer. Keine Sau kauft in den wenigen noch offenen Läden ein und die Hotels und Pensionen sind auf Notpersonal reduziert. Und ganz sicher nicht zu unrecht. Hatten wir einen Pool und ganze Hotel-Etagen für uns alleine? Hatten wir.

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13 comments / Add your comment below

  1. So muss Meer aussehen. Nicht dieser seichte, azurblaue, pisswarme Mist ausm Mittelmeer. Grau kann so schön sein.

  2. Mouchi & Pils: Ich muss sagen, ich bevorzuge den Winter an der Ostsee auch mittlerweile. Dass sich da echt niemand blicken lässt, ist die Definition von Entspannung. Menschen nerven nur.

  3. Ich glaube, wenn mehr Menschen Usedom kennen würden, würden es auch mehr Menschen lieben. Aber immer würde der Strand breit genug für alle sein. Denn Usedom gibt die Liebe zurück.

  4. Aber ganz ehrlich: Die kulturelle Verödung des Ostens hat halt grade so vor der Promenade Halt gemacht. Bis zum Strand muss man schon einiges an Ungeist und ästhetischer Verwahrlosung durchstehen. Zinnowitz mag ein schöner Ort sein, aber was ist schon an Ahlbeck schön bis auf die fantastische Strandkolonie?

  5. Ich mag diese leise Melancholie der Nach – und Nebensaison. Man könne daraus Motti klöppeln: „Mein Leben hat immer Nachsaison“ oder so ähnlich.

  6. Ist ja ganz im Sinne und Stil von „Wo ich bin, ist immer Herbst.“. Einem Shirt, mit dem Sie sich bei mir unsterblich gemacht haben, werter Kollege Dreisieben.

  7. Pingback: Usedom-Guide

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