aussichtsposten

Gestern vormittag über die Avus raus aus Berlin gefahren. Bäume links und rechts vergoldet mit Schnee, Eis und Sonne. Auf dem Nachhauseweg war es schon dunkel und der Vollmond hing so wuchtig über Mitte, das ich zurücknehmen musste, was ich neulich ganz laut zu ein paar Leuten gesagt habe. Dass der Mond nur in Hollywoodfilmen so tief und fett hängt. Ich weiß nicht genau, was es mit diesem Sonntag auf sich hatte, aber die Farben des Tages waren klar und die Konturen scharf. Die Dunkelheit kam schnell, doch die Konturen blieben. In nur vier Stunden war es wieder spiegelglatt bei uns in der Straße und die Kälte, die heute morgen eine kleine Auszeit genommen hatte, ließ am Abend wieder die Muskeln spielen. Ich habe keine gute Begründung, vielleicht findet sich eine zwischen den obigen Zeilen, aber irgendwas Frühlinghaftes war in meinem Kopf. Obwohl sich mein ganzer Körper zusammenzieht bei der Kälte. Aber ich erinnere mich, auch schon mal das Meer gerochen zu haben und es war 600 km weit weg. Eine Vorahnung kann man es immer nennen, denn man muß kein Nostradamus sein, um zu prophezeien, dass das Wetter sich irgendwann ändern wird.