kurzer gedanke zu pink floyd

Ich hör grade die „Animals“ von Pink Floyd und ich bin ja weiß Gott kein Experte, hab nur drei Platten selbst daheim, aber ich bin jedes Mal wieder beeindruckt wie erfolgreich man damals mit so einer Musik sein konnte. Das muss man sich mal vorstellen: du machst Platten mit vier Songs, die zwischen 13 und 23 Minuten dauern und verdienst dir eine goldene Nase damit. Dann gehst du auf Tour, spielst alle deine Platten in chronologischer Reihenfolge, feuerst Kanonen ab, bekommst Hausverbot in der Royal Albert Hall und verdienst dir schon wieder eine goldene Nase. Generell machst du natürlich überhaupt keine Zugeständnisse an den Massengeschmack, sondern agierst nach eigener Ästhetik und Instinkt. Glücklicherweise bist du Roger Waters gerade mitten in den 70ern und du kannst dir sowas erlauben. Oder noch besser, du bist in den 60ern, heißt Syd Barrett und nimmst einfach deine Trips auf Vinyl auf. Gerne auch auf solchem, das in der letzten Rille immer wieder zurück springt und eine Endlosschleife aus Wasserhahngeräuschen generiert. Über die Ära Gilmour ab Mitte der 80er decken wir besser den Regenmantel des Schweigens. Ich sach nur Golf Pink Floyd.

Und heute? Heut kann auch jeder spielen was er will, aber er verdient kein Geld mehr damit. Oder hab ich eine Progressivekappelle übersehen, die sich wirklich reichhaltig selbst finanzieren kann dieser Tage?

PS: ein ganzer Absatz zu Pink Floyd ohne die Vokabeln „psychadelic“ und „Space-Rock“.

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  1. Stimmt, ist mir so gesehn auch nie aufgefallen, in aller Selbstverständlichkeit untergegangen. Und das funktioniert noch mit anderen Blockbuster dieser Zeit, Zappa, The Who, Hendrix, Genesis (mit Gabriel)…wer zu der Zeit schon gelebt hat kennt weiß bestimmt mehr. Sogesehen sind meine eigentlichen Heros Led Zep der Kritik auszusetzen – schon viel Schema drin.

    Die geistigen Erben hingegen haben auf iTunes, in Privatjets und Hype-Parties nix mehr zu suchen. Ich würde sie am noch ehersten in der CreativeCommons-Szene vermuten, zB. http://www.jamendo.com.

  2. Na ja, LedZep haben schon auch ein paar wüste Ideen abgefeiert. Bei Jamendo bin ich jetzt aber erschrocken. Hab erst Jamba gelesen. Im Progrocksektor halten natürlich Mars Volta und Trail Of Dead die Fahnen hoch, aber von Großverdienst kann da auch absolut keine Rede sein.

  3. Ja sorry, dass ich Dich feig in die dunkle Jamendo-Höhle vorgeschickt hab :-)

    @ledzep
    Genre-Freestyling, Rock³ oder schlicht Skills, Heros vom ersten Kontakt als Neugebohrener bis zum Ende irgendwann. Die Verspultheit, sieht meine Laien-Expertise den Live-Auftritten vorbehalten (http://letmegooglethatforyou.com/?q=The+Song+Remains+the+Same). Die Studioaufnahmen sind Lehrstücke für die ganze Industrie geworden, heute Standard, damals Innovation, freilich.

    @pinkfloyd
    Eine Live-Bootleg-Tonband-Kopie war die Default-MC meines ersten Walkmans und mir viel zu fantastisch, so Intellektuell wie die LPs meines lieben Dads wollt ich nie werde. Da bin ich Ignorant und gestehe: erst dank bösen Tech-House-Remixen auch die Originale wieder mal angehört zu haben.

    Ein Ringtone-Konzept für Jamba, anyone?

  4. Gerade „Animals“ war allerdings kommerziell kein besonders erfolgreiches Album, nicht zu vergleichen mit „Dark Side of the Moon“ und „Wish you were here“. Dabei steht es mit seiner konzeptionellen Geschlossenheit, die bereits bescheiden auf die nachfolgenden Alben hindeutet, zumindest zu dieser Zeit (2.Hälfte der 70er) musikgeschichtlich gar nicht schlecht da.

  5. ja, PinkFloyd. Wer Spass an Band-Bios hat dem kann ich folgende Bücher wärmsten empfehlen: Nick Mason „Inside out“ und von Nicholas Schaffner „PinkFloyd – Vom Underground zur Rock-Ikone“. Macht Laune.
    Bis inklusive Animals alles tiptop. Wall und FinalCut sind zwar definitif PF, aber Herr Waters ist da doch ein wenig zu dominant. Die Live CD/DVD von Water „InTheFlesh“ ist allerdings eine der besten PF Live die ich kenne. Die mit 3/4 der Originalbesetzung sind natürlich nicht schlecht, aber Waters schafft es dem ganzen mehr Glanz zu verleihen, ich bin versucht mehr Authentizität zu sagen. Auch die Solo „Amused to Death“ ist eine ganz hervorragende Platte. Hat einen fantastischen Sound. Für Hifidele fast ein Muss.

  6. Max: Techhouse-Remixe von Pink Floyd? Wo gibt’s denn sowas? Bei Jamba?

    TM: Ja klar, Animals war kein Darkside kommerziell gesehen, aber am Hungertuch hat die Band nicht genagt. Die Touren spielten sich nachwievor in Stadien ab. Ich mag an Pink Floyd eigentlich auch gar nicht die Ausuferung, sondern die Musik an sich. Die könnte auch vier statt vierzehn Minuten lang sein.

    textorama: Mit Waters Solowek hab ich mich – bis auf die Ausschnitte bei Fritz Got The Hits im BR – nie beschäftigt. Und die Bio interessiert mich definitv. Merci.

  7. Was haben alle gegen Jamba? ich finds super, einzige TV-Sendung, die sich statt mit Werbung durch Musikvideos unterbricht. Tech-House macht ohne Subwoofer im Handy wenig Sinn, 3. Quartal bringt Soni Erik`s Sohn oder Nokya was aufn Markt. Die Originale von Pinkfloyd gibts als Ringtone mit Überlänge, für Freaks ohne Voicebox, die nie rangehen.

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