Die Nachbarschaft

Weil ich neulich gesehen habe, dass jemand ein Hoffest veranstaltet hat. In Kreuzberg. Mitten im Winter. Im Hinterhof. Mit allen Nachbarn. Also, wo ich das gesehen habe, hat’s mir ein bisschen eine Gänsehaut versetzt. Weil die Nachbarn kennen ist eins, aber auch noch reden. Und am Ende noch anstoßen. Keine kommode Vorstellung für mich. Weil Grafentraubach, 800 Seelen, da wo ich herkomme. Gerede und Gerede und ganz viel Grüß-Gott-sagen-müssen. Schon auch schön landschaftlich, aber ich mag die Großstadt viel lieber, weil ich eben nicht mit Leuten reden muss, die ich nicht selbst eingeladen habe. Und schon gar nicht Prost trinken. Schlimm genug, dass die Nachbarn über mir ihren Bummsbass immer in die schlimmsten Partyhits reindrehen und auf meinem Arbeitszimmer abstellen. Ich sag nichts, weil ich Wegen-Musik-beschweren in Nuancen faschistisch finde, aber ich sag auch nichts, weil ich nicht reden will. Oder am Ende noch anstoßen. Mit den Nachbarn zu der Bummsbass-Musik.

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  1. ARRRRRRRRRRRG! Diese Schau-zu-mach-mit-Nachbarschaft-wir-sind-alle-okay-hey-Zwangsverbrüderungs-Veranstaltungen! Die habe ich ja gefressen! Und wenn man kein Bock drauf hat ist man gleich ein Atze. Und wenn die einem dann auch noch den letzten Nerv rauben, machens doch die Musi a bissel leiser, bittschön, dann bekommt man kollektiv eine aufs Dach. Aber wehe man hat mal selber laut, dann ist aber vorbei mit locker flockig dufte Nachbarschaft. Da könnt ich völlig ausrasten! Dieses Rudel pseudoheitergelassener Arschlöcher. Aber halt! Stop! Gemach, Hoooo, Ruhig, brrrrr, hier ein Zuckerle. Uff jetzt gehts scho wieder.

  2. Hilft Zucker echt gegen Grant? Weil dann dürfte ich ja sogut wie keinen Grant haben. Nicht auszudenken, was ohne Zucker…

    Aber ein Atze ist man ja wirklich. Da haben die Nachbarn ja ausnahmsweise recht.

  3. Mit Süßstoff klappts nicht. Da flippe ich dann richtig aus ;-) Wie das schon klingt: Zuckerersatzstoff!!! Ist doch alles Beschiss.

  4. HP: ich musste dann doch kurz hochkommen, wollte einfach mal sehen, was für einen höllensubwoover ihr da habt. vielleicht kauf ich mir ja auch so einen und nagel ihn an die decke.

    mq: s’gott.

    flyhigher: wohlsein.

  5. Man nennt das hier Angrillen. Ich treffe mich sehr gerne mit meinen Nachbarn auf einen Plausch oder Getränk. Hauptsache sie wohnen weit weg in einem anderen Bezirk.

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