Lauras Versuchung

Mein ehemaliger Fahrlehrer hat ein Buch geschrieben. Ein Umensch, der mich aus der Fahrschule geworfen hat, jemand, mit dem ich mich bis auf’s Messer gestritten habe. Und immer jemand, dem man nur die exotischsten Sexarten zugetraut hatte. Und jemand, der auch gerne mal zu den Fahrschülerinnen etwas netter war als zu Leuten wie mir. Dieser Mann hat ein Buch geschrieben. Und anfangs war ich noch so „hey, gibt’s doch nicht“, aber nachdem ich den Amazon-Link gefunden hatte, dann große Beruhigung. Und vielleicht kauf ich mir das Buch. Bei dem Preis. Günstiger ist im Verhältnis nur die Steuersünder-CD.

UPDATE: Mit großem Schrecken (jetzt doch) sehe ich, dass dieser Mann auch noch Reiseanekdoten als Superstecher in die Welt geschissen hat und ein weiteres erotisches Hauptwerk unter Pseudonym. Sicher alles eigenfinanziert, der Schund.

21 Gedanken zu „Lauras Versuchung

  1. ach du grüne Neune. Ist es zu fassen? Aber, he, warum nicht. Es stehen ja nur das eigenen Anspruchsdenken und der Stolz im Weg.

  2. „niederbayerischer Topspion“, „Bräute sind nun einmal meine große Leidenschaft“, „nicht, dass ich mich für meinen Beruf schämen müsste“, „Ein ganzes Meer von Tränen“, „Eine Mark das Pils“, „Dann gab es doch noch ein paar hübsche russische Schenkel zu sehen.“,“Auf dem Grün war ich schon. Jetzt musste ich nur noch einlochen …“, “

    La classe!

  3. Gratuliere, Dein Fahrlehrer ist Romanautor geworden, der meine hat sich, nachdem er mir Auto- und Motorradfahren beigebracht hatte, derhutzt.

  4. Das ist schon komisch mit den Fahrlehrern. Zu meiner Zeit gab es sowieso nur männliche Fahrlehrer. Meiner hieß Peter S. und irgendwie hatte der vor mir offentsichtlich nur Fahrschülerinnen. Damals konnte man in Regensburg noch mit dem Auto in die Innenstadt fahren. Ständig musste ich dann während meiner Stadtfahrt anhalten, weil da grad die Uschi an der Ampel stand. Die hat letztes Jahr bei ihm den Schein gemacht. Dann stieg er aus. Es gab Küsschen links, rechts, kleines Gespräch und zum Abschied wieder die links-rechts-Kombination. Und es gab zahlreiche Uschis, die ich in den Tagen meines Fahrschulaufenthaltes so mitbekommen habe.

  5. Ein lupenreiner Fall von Selbstverlegertum :-) Buch schreiben, Geld mitbringen und schwupps ist man bei Amazon zu finden, inkl. garantiert positiver Rezension einer Literaturwissenschaftlerin. Und wenn erstmal alle Verwandten / Bekannten / Freunde mit einem Probeexemplar versorgt sind, wirds auch schon dünn, was die Absatzzahlen angeht :-) Der Verlag ist über sowas allerdings sehr glücklich, denn der bekommt ja schliesslich sicheres Geld. Ich nenne sowas „Abzocke auf freiwilliger Basis“, im Gegensatz zur Steuererklärung, die macht man nicht freiwillig, zahlen darf man danach trotzdem :-)

  6. @Es Nervt
    Das „Ich schreibe gerade ein Buch!“ ist das neue „Ich mache gerade eine Therapie“ der 80iger. Seid Bushidos Biografie hat auch die Unterschicht das Aufschreiben entdeckt.

    Ich stelle mich sehr gerne mit „Guten Tag, meine Name ist creezy und ich schreibe kein Buch!“



    Obwohl ich natürlich ein Buch schreibe.

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