Afterlife

Letztes Jahr war ich ja mit einem guten Freund auf dem Sinai in Ägypten. Obwohl nahezu immobil wegen einem doppelten Bandscheibenvorfall und der Welt nur unter Schmerzmitteln zuzumuten, filmte ich soviel ich konnte von dieser kargen und merkwürdig weltabgewandten Landschaft an einem Korallenriff. Es war immer mein Plan gewesen, die Aufnahmen in einem Videoclip zu meinem Song „Afterlife“ zu verwenden, doch mein Phlegma und eine zu große Auswahl an möglichen Kabeln und Adaptern ließen fast ein Jahr vergehen, bis ich mich endlich an den Schnitt wagte. Nach langen Nächten mit Final Cut und der Entscheidung das Material in Schwarz-Weiß zu bearbeiten, bin ich endlich zu einem zufriedenstellenden Ergebnis gekommen. Das Thema des Songs ist ja die Weltflucht, der Eskapismus ins Innere und eine eher jenseitige Sehnsucht. An einen Ort gehen zu können, wo die Existenz nicht mehr auf dem Spiel steht, sondern schon als beendet vereinbart ist und man sich nur noch fallen lassen muss. Nichts hat dazu besser gepasst, als dieses Camp am Korallenriff inmitten dieser uralten Steinwüste. Nur drei kurze Sequenzen entstanden nicht in Ägypten, sondern in Barcelona. Aber seht selbst.

13 comments / Add your comment below

  1. bin mir nicht ganz sicher, ob’s den technischen aufwand wert war, denn ein st.burnster-videoclip wird jetzt auch nicht unbedingt bei MTV brand:neu laufen, aber andererseits setz ich jetzt einfach meinen ägypten-urlaub von der steuer ab;)

  2. sehr hübsch. Vor allem die Steueridee. Das mache ich jetzt auch. Ich mache einen Lebensfilm und setze mein Leben von der Steuer ab. Damit ließe sich womöglich noch das Alter absicher. So à la Trueman, oder Dieter Hildebrandt´s Vater unser – gleich nach der Werbung.

  3. Sowohl Sound als auch Schnitt: KLASSE! (Und lehrreich, ich wusste bislang nicht, dass es in Ägypten eine Seilbahn gibt.)

  4. ähem, das ist dann natürlich besagte barca-sequenz, was du sicher schon längst wusstest, du mq, den ich jetzt zum fleiß dafür duze so mitten in der nacht.

  5. Fly: dagegen ist nichts einzuwenden:) Dafür macht man’s ja auch immer zur Hälfte, damit die anderen Leute beeindruckt sind. Kunst zum ausschließlichen Selbstzweck ist mir zu einsam.

    Texto: Wenn er das reisst, will ich seine Nummer.

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