True Blood, Bret Easton Ellis und Peroni

Es gibt wenig amüsantere Serien auf der Welt als „True Blood“. Ich kann mich nicht auf Dauer für die überbordende Phantasie und Mythologie der Serie begeistern, wohl aber für den Dialekt der Protagonisten und diese ewige Schwüle in Bon Temps und Umgebung. Das Ensemble ist mittlerweile dermaßen eingespielt, dass Anna Paquin eigentlich nicht mehr Anna Paquin ist, sondern nur noch Sookie Stackhouse und einer meiner absoluten Lieblingsschauspieler – Alexander Skarsgår, unglaublich gut in der Miniserie GENERATION KILL – nenne ich auch gelegentlich versehentlich Eric Northman. Dazu noch die oskarreife Leistung von Nelson Ellis als Lafayette und die geradezu archetypische Tölpelrolle von Ryan Kwanten als Jason Stackhouse lassen mich über jede kleine Albernheit hinwegsehen. Zudem nimmt sich die Serie selbst nur halb so ernst wie die gesamte Twiligh-Quintologie.

Wenn „True Blood“ vorbei ist, lese ich „Imperial Bedrooms“ und fühle mich wieder wie zuhause. Die Bret-Easton-Ellis-Welt der lieblosen Paranoia und nackten Überlebensangst austaffiert mit Sex, Drogen und Bestialik ist mir mittlerweile vertrauter als Mittelerde und selbst wenn diese jüngste Novelle ein literaturhistorisches eher überflüssiges Update von Clay, Blair und meinem Lieblingsdealer Rip aus „Less Than Zero“ bietet, ist es doch so etwas wie mein Buchzuhause. Vertraut abstoßend, aber stets von einem urtiefen Humor durchzogen, den die meisten Leute wahrscheinlich nicht erkennen, weil sie nicht sehen wollen, dass der Humor und der Niedergang so artverwandt sein können.

Für das leibliche und seelische Wohl dazwischen sorgt ein frisches Peroni an der Spree. Dieses ewige Loblied auf die deutschen Biere hängt mir genauso zum Hals heraus wie das Bier selbst. Nichts gegen das bayerische Helle oder ein fränkisches Pilserl, aber bevor ich so einen Norgel wie Holsten, Berliner oder Krombacher in mich hineinschütte, dann lieber Heineken, Peroni, Mythos oder ein kaltes Singha. Jetzt bist du dran, MC Winkel.

6 Gedanken zu „True Blood, Bret Easton Ellis und Peroni

  1. G. Peroni, nach einer Probenwoche in der Toskana stand der Bandname. Einige der Burschen haben in den 70/80igern hier das Nachtleben organisiert.
    Nachzuhören auch im Soundrack des Streifens „Tödliche Verbindungen“ (Tampon Mörder gibts nur im Oberland, nach einer wahren Begebenheit).

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