Brenners Bundesliga 2010/2011 (3)

Spieltag 3: Schadenfreude schießt keine Tore

Bis Samstag 20.30 Uhr wollte ich mit der Feixerei warten. Genau dann wollte ich über etwas unken, worüber die letzten Jahrtausende bei jeder Bayernniederlage geunkt wurde: „Millionenkader, aber kein Sieg“ oder das leidige „Geld schießt keine Tore.“ Bis Samstag 20.30 Uhr sah es nämlich genau so aus. Die Mannschaften mit den teuersten bzw. prominentesten Transfers der Saison – Schalke, Wolfsburg, Leverkusen und Stuttgart – standen nach drei Spieltagen mit leeren Händen da und ganz unten in der Tabelle. Leider Gottes wurde um 20.30 Uhr das Spiel der Bayern gegen Bremen abgepfiffen und danach hatte ich keine Lust mehr auf Feixen und der rote Faden in meiner Kolumne war auch stiften gegangen. Denn Bayern hatte zwar niemanden eingekauft, pfiff aber dennoch (bzw. deswegen) zum Saisonstart aus dem letzten Loch. Bremen hingegen scheint mit Wesley und Silvestre zwei Glücksgriffe getan zu haben, die sich schon in diesem Spiel bezahlt machten.

Es waren an diesem Spieltag ohnehin eher die Schnäppchen, die ihr Geld um das Vielfache wert waren. Der Beinahe-Torwart-Trainer Butt holte den einen Punkt für die Bayern fast im Alleingang, Dortmund hätte die 350.000 Euro für Kagawa sicher auch als Tagespass für sein Tor gegen Wolfsburg bezahlt und Tuchels Tausendsassa aus Mainz haben ja alle nicht besonders viel gekostet. Lediglich ein Big-Budget-Team hat sich bisher bewährt, aber nicht aufgrund der Neuzugänge, sondern wegen Team- und Spielgeist. Hoffenheim regiert den dritten Spieltag, auch weil die Top Teams scheinbar Besseres zu tun haben, als gut in die Saison zu starten.

Wir müssen leider schon wieder über das Thema Michael Ballack reden. Und zwar darüber, dass wir uns das Gerede der letzten vier Wochen hätten sparen können, weil er jetzt ja sowieso wieder mindestens sechs Wochen ausfällt. Wenn danach wieder vier Wochen die K-Frage geklärt werden muss, dann schau ich nur noch die italienische Liga samt Nationalmannschaft. Der Witz ist nicht so der Knaller, aber inspiriert vom Kaiser, zu dessen 65. ich an eine tolldreiste Eskapade erinnern will, die ihn in meinen Augen noch unsterblicher gemacht hat und mir ist durchaus bewusst, dass es keine Steigerung zu unsterblich gibt, ausser du bist der Kaiser.

Zurück zu Schalke 0:4 (so nenn ich sie dann nächste Woche nach der vierten Saisonniederlage in Folge). Wenn es demnächst im hundertjährigen Krieg gegen den BVB wieder hinter Neuer klingelt, dann geht vielleicht der Wunsch einiger Dortmunder Fans in Erfüllung: DIe hatten nämlich bei Google Street View angefragt, ob man nicht die Veltins Arena verpixeln könnte, einfach weil sie für einen BVB-Fan zu hässlich sei. Bei einer Niederlage würden die Schalker auch sicher ganz gerne mal von der Bildfläche verschwinden.

2 comments / Add your comment below

  1. Eskapade Beckenbauer. Du bist lustig. Bet and win. Für so einen klassischen Angestellten kennst dich ja besser aus als dein Chef erlaubt. Brauchen die Berlusconis und ihre Sarkozis eigentlich noch Musikfernsehen, wenn das Big Business Buchmacherei (es zählt nur der ehrliche Spohrt) auch hier ganz offiziell mit ohne „Franz“ und staatlichem Glückspielmonopol eingeführt wird? Nix für ungut. Aber Bundesliga interessiert ja nicht mal mehr uns Profis unter den Frauen.

  2. Sorry Hit Babe,

    ich kann Dir nicht folgen. Wer ist ein klassischer Angestellter? Ich? Franz Beckenbauer? (also ich bin schon seit einigen Jahren Freiberufler und der Franz ja neuerdings auch als Ehrenpräsident.).

    Und was haben Bet & Win, Sarkozi und Berlusconi mit dem dritten Spieltag zu tun? Und welche Rolle spielt dabei das Musikfernsehen?

    Und die Bundesliga interessiert welche Profis nicht?

    Selten hat ein Kommentar soviele Fragen aufgeworfen.

    Mit der Bitte um Aufklärung,
    StB

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