Siphon und Salami

(Achtung, Haushaltsthemen! Sex, Drogen und Rock’n’Roll erst wieder ab 2012 auf burnster.de. Ich schick dann eine Rundmail.)

Endlich kann ich Vollzug vermelden. Endlich hab ich diese Scharte in meinem Dasein als an Versorgungstechnik interessierter Laie ausgewetzt. Ich habe nämlich den Spülkasten eigenhändig unter dem Waschbecken herausgeschraubt und gehoben, dann den Siphon entfernt, den Stopsel der Neurodermitis-Creme und drei Meter Haare herausgeholt und dann das Waschbecken wieder in den vorherigen Zustand versetzt. Das Wasser läuft wieder ab, alles ist gut, ich bin endlich ein Mann.

Ich hab ja schon an viel herumgeschraubt in meinem Leben, vom Vierspurrekorder bis zum Aldi-PC und ich habe sogar schon Heizkörper angeschlossen und Fußbodenheizung verlegt, aber als Sohn eines studierten Ingenieurs war natürlich die Siphon-Angelegenheit noch meine Achillesferse. Erst jetzt fühl ich mich komplett. Man muss natürlich auch sagen, dass meine Generation durch diese amerikanischen Filme total verdorben und verängstigt ist. Jedes Mal, wenn da einer am Siphon herumdoktort, zerschreddert es ihm entweder die Hand, ein namenloses Grauen zieht ihn in die Kanalisation oder es gibt eine Überschwemmung. Ich hatte aufrichtige Angst vor diesem Eingriff in die Privatsphäre meiner Wasserversorgung. Und ich gebe zu, ich habe meinen Vater angerufen und ihn gefragt, ob ich auch alles richtig mache.

Wider der Monothematik: Das kann doch nicht sein, dass beide Supermärkte um die Ecke – also mitten in der mittleren Mitte von Berlin, wo die meisten Leute aus Süddeutschland kommen und dementsprechend oft in Italien in Urlaub waren – keine abgepackte italienische Salami führen, sondern lediglich so eine Scheiße wie Thüringer Bergsalami (aber dafür BioBioBio). Weil Bergsalami aus Deutschland ist ja schon mal das eine, aber dann aus Thüringen. Gut, Rewe hat mit seiner Hausmarke eine Mailänder abgepackt, aber bei knapp vier Euro für hundert Gramm, muss man das eigentlich nicht erwähnen. Das kostet ja im KaDeWe weniger. Noch nicht einmal an der Fleischtheke wird man fündig. Eine komischerweise immer vorgeschnittene, kurz vorm austrocknende italienische Wildschweinsalami für 2,70 wird da angeboten, das ist mir zu obskur und schmecken tut sie auch nicht, hab ich neulich festgestellt.

Wie krieg ich jetzt wieder den Bogen zum Siphon? Gar nicht.

13 Gedanken zu „Siphon und Salami

  1. Ja, das CI hat faire Salamipreise, ich weiß, aber jedes Mal bis zum Schloss rüberturnen für ein paar Gramm Salami, rentiert sich ja auch nicht. Ich vermisse den alten Nordstrand in der Christinenstraße, da war der Feinkostfuzzi direkt ums Eck. Oder meine alte Wohnung in München direkt gegenüber vom alten Griechen-Delikatessen. Das war so ein süßer Opi und dann hat seine Tochter den Laden übernommen und einen Italiener geheiratet.

  2. Da gibts doch in der Ackerstrasse diesen kleinen
    Miniitaliänischenfeinkostladen wo man sich
    auch Wein abfüllen lassen kann?

  3. Centro Italia, Prenzlauer Berg – Greifswalder Str. 80c… ist aber auch ein Stück von dir aus.

  4. Soll das jetzt eine subtile Aufforderung zur Versendung von Salami-Paketen nach Berlin sein?

  5. Burnster: Besser ist das…man hat da ja schon die wildesten Geschichten gehört!

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