Lagerleben

Ich will nix gegen das Dschungelcamp hören!

Wo sonst könnten junge Leute in einer liebevoll inszenierten Nachstellung die mentalen Mechanismen der Dreissigerjahre nachvollziehen, quasi das Lebensgefühl dieser Zeit.

Charakterlich äußerst dubiose Leute (und ein paar klassische Mitläufer), die in der Leistungsgesellschaft letztlich den Kürzeren gezogen haben, vereinigen sich gegen einen gemeinsamen Antagonisten und lügen sich die Welt zurecht. Nebenbei zerstören sie die Sprache mit Platitüden, unfreiwilligen Malapropismen, pseudopsychoanalytischen Pauschalurteilen und gekünstelten Gefühlsbekundungen im Namen des Gemeinwohls. Das ihnen selbstverständlich vollkommen am Arsch vorbei geht, denn am Ende zählen nur Geld, Orden und die traurige Illusion von der eigenen Standhaftigkeit.

Und dann hat das Dschungelcamp auch noch dank den Autoren von Dirk Bach und Sonja Zietlow die Patenlösung gegen Nazismus aller Epochen mitgeliefert. Auslachen, die Volldeppen.

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