Fußball ohne Fußball 14.07.2011

Kurz ein paar Meinungen aus der fußballfreien Leidenszeit:

* Wahnsinn, wie unhaltbar unglamourös diese Frauen-WM ist. Rumpelfußball auf Niveau von Waldhof Mannheim in den Siebzigern. Und jetzt will ich nichts mehr hören.

* Zu den Bayern-Transfers:
Boateng: wahrscheinlich zu teuer (man kolportiert 13 Mio statt der von Manchester City einst ins Spiel gebrachten 20+), aber ein patenter Mann mit Zug zur Spieleröffnung. Allerdings auch anfällig für schludrige Stellungsfehler, aber es kann ja nur eine Steigerung zur Innenverteidigung der letzten Saison sein. An Badstuber glaube ich noch ein bisschen, Van Beuyten hat sich in den letzten 5 Spielen der ausgelaufenen Saison nahezu rehabilitiert, aber der Wuchtbremse Breno gehört sicher nicht die Zukunft. Boah(teng), waren das viele aber in einem Absatz.

Neuer: Jetzt kommt der Satz, für den man neuerdings (!) in der Münchner U-Bahn verprügelt werden kann: Ich mochte den schon bei Schalke.

Rafinha: hab ich bei Schalke wiederum keine Beachtung geschenkt und kann nichts über ihn sagen. Ein paar Youtube-Videos deuten aber auf ein Brazzo-artiges Schlitzohr hin und das finde ich gut. Apropos Brazzo: Was macht ein Freigeist wie der bei einem Hausmeister wie Magath?

Petersen: Wirkt trotz seiner Schlaksigkeit wie ein Pfundskerl. Hat die zweite Liga im Alleingang auseinander genommen. Aber es ist eben auch die zweite Liga gewesen.

Vidal: Wenn er kommt, kann er die dritte spielerische Extraklasse neben Robben und Ribery werden. Ich hab ihn bei Leverkusen lange für einen Proleten gehalten, aber das war nur die Frisur. Vidal hat Spielintelligenz, einen unglaublichen Ehrgeiz und ein paar gute Tricks auf Lager. Fragt sich nur, wie sich so ein Transfer auf die defensive Mittelfeld-Warteschleife aus Tymoschchuk, Gustavo, Kroos und Alaba auswirkt. Aber noch ist ja nix fix, auch wenn Heynckes der Sache Vidal fast ganze Pressekonferenzen widmet.

Heynckes: sieht mit jedem Jahr weniger nach Glühbirne aus, spricht aber immer noch sehr merkwürdig. Scheint noch genügend Lust auf ein paar letzte Titel zu haben. Kann man machen.

Nachtrag Takashi Usami: Keinen Schimmer, was der kann.

*Die Heim-Trikots der kommenden Saison sind fast ausschließlich zum Davonlaufen. Rühmliche Ausnahmen sind das schlichte Bayern-Trikot mit den güldenen Streifen und das extrem aufgeräumte und anmutige Stuttgart-Leiberl. Der Abschuss sind sie hingeschissenen Hypnose-Designs von Werder und Dortmund. What the hell were you thinking?

10 comments / Add your comment below

  1. Magath hat damals Brazzo beim HSV von den Amateuren zu den Profis geholt. Später waren sie auch in München zusammen – scheint also auf den zweiten Blick doch mehr Sinn zu machen als man denken mag.

  2. Der Vollschiss des Abschusses sind Werders Auswärtstrikots. Die tragen sie nur, um damit die Gegner anzuwidern und zu vergraulen. Anders ist das nicht zu erklären. Nun, vielleicht verkaufen sie ja jetzt noch Wiese, Marin und Mertesacker, sodass zumindest Geld da ist, einen samoanischen Innenverteidiger, der eigentlich in St. Kitts eine Grog-Bar eröffnen wollte und mal in der vierten israelischen Liga gekickt hat, auszuleihen. Wobei noch unklar sein wird, wer – außer Sepp Blatter – den Hauptanteil an den Transferrechten besitzt.

  3. ole: und allofs geht und macht platz für ……. DIETER HOENESS!
    (ich mag werder, aber der fallout von letzter saison verheisst bisher nichts gutes)

  4. zu *1: Danke. Danke. Und Danke. Zum Rest sage ich jetzt nix. Ich spiele Zweite Liga. Das ist schlimmer als das Trikot von Tim Wiese in seinen schlimmsten Zeiten.

  5. aber souverän die fürther verarscht. die waren gedanklich schon in der ersten bundesliga. und ihr habt jetzt endlich einen trainer mit guter frisur.

  6. Also so schlecht war der Rumpelfußball von Waldhof Mannheim während seiner BuLi-Zeit in den 80er-Jahren auch nicht. Sind doch den Söhnen Mannheims unter der Ägide Klaus Schlappners derart einzigartige Defensivdiamanten vom Schlage eines Jürgen Kohlers zu verdanken ohne den es keine Weltmeisterschaft und keine Deutsche Meisterschaft im Jahre 1990 zu bejubeln gewesen wäre.

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