Empfehlungen

Thunfischfertigpizza. Die Feist-Platte „Metals“. Ich mag Feist nicht so gerne, aber vor Jahren hat sie mir mal die Wartezeit auf ein neues Leben versüßt. Deshalb Stein im Brett trotz grundsätzlicher Abneigung. Aber auch Stein im Brett wegen der tollen Kleider und der konsequenten Frisur. „Metals“, weil man der Platte den Aufenthalt in Big Sur anhört. Wer mal da war, kennt diese raue Zufriedenheit, die einen umspült wenn man an der Küste herumsteht und die Robben jaulen. Sehr gerne „L.A. Confidential“ auf DVD. Hard Boiled Noir geht in jedem Jahrzehnt und zu jeder Jahreszeit, das Genre hat eine beruhigende Allgemeingültigkeit. Mein erster Film mit Russell Crowe damals. In den Filmen, in denen er kurze Haare hat, ist er am besten. Gladiator, die Action-Melancholie schlechthin. Kiffen ist gut gegen Gelenkschmerzen. Besser als diese unfassbar teuren Muskelentspannertabletten, die einem den Magen ausbrennen. Einem wie mir zumindest. Einem sensiblen Magenmenschen. Kentucky Fried Chicken zwischendurch an einem Bahnhof. Hamburger Hauptbahnhof zum Beispiel. Großartig, wenn man auf einen Zug nach Hause wartet. Entenbrust gebacken beim Asiaten ist gut für Feiertage. Und Röhrenverstärker. Jahrelang verneint, eigentlich nur zu geizig gewesen. Jetzt aber kurz vorm Tod vom Marshall noch eine Pracht von Kombo gekauft. Das ist so warm und wärmend, dass aus der Metalband jetzt eine Retro-Rock-Band werden wird. Wegen dem Sound und dem staubig, angebrannten Geruch, den die Röhren machen. Und weil wir gerade bei Geruch sind: Kirschkernkissen. Der Nacken jubiliert. Man darf es nicht zu lange in die Mikrowelle halten, sonst verbrennt es. Rauchgestanksentwicklung, Frau und Kind werden evakuiert. John Keats zwischendurch, aber ein kürzeres Gedicht. Nicht verstehen, nur lesen. Leer bleiben. Und jemand Französisch sprechen hören. Eine Frau am besten. America, die Band. „Sandman“ ist gut. Wie krisp Bass und Schlagzeug in den 70er klingen, macht mich froh. Mal wieder GTA San Andreas spielen. Cruisen mit den Death-Row-Sachen aus L.A. in den Neunzigern. Snoops Art zu rappen hat alles auf den Kopf gestellt. Aber auch Tom Pettys „Running Down A Dream“ passt in das Spiel. „Full Moon Fever“, tolle Platte. Im Fernsehen läuft „Wissen macht Ah!“ mit Ralph und Shary. Die hätten mal WettenDings!? moderieren sollen. Alte Spiegelreflex raussuchen, Schwarzweißfilm rein und Häuser fotografieren. Instagram auslachen. Sich ins Bett legen und ein Buch über Wrestling von Mick Foley lesen. Gedankenlos durch „Storm Of Swords“ brausen und so lange alles überlesen, bis etwas passiert. Eine Postkarte drehen und wenden. Eine von Gehart Richter mit der Sonic-Youth-Kerze, ihr wisst schon. Auf Kunstportalen Bilder mit Pferden anschauen und sich vorstellen, wie das wäre 220 Euro für ein Poster auszugeben und es vielleicht gleich bestellen, weil die Vorstellung so schön ist. Aber vielleicht auch noch warten bis es dunkel wird. Pferde sind die neuen Eulen. Stadionkarten auf dem Schreibtisch für ein Spiel, das nicht weh tut. Die Angst vergessen und noch eine Runde Feist hören. Auf „Publizieren“ drücken, ohne nachzudenken.

6 Gedanken zu „Empfehlungen

  1. Mit den Töchtern beim Konzert in der ersten Reihe stehen und so laut mitsingen (zwei richtig, eine immer einen
    halben Ton daneben), dass man auf der Rückfahrt heiser ist (alle drei).

  2. Alternativ zum Kirschkernkissenverbrennen empfiehlt sich auch eine Tüte Popcorn in der Mikro auf Maximalstufe zu lange drin zu lassen. Der Vorteil -abgesehen von einem erfolgreichen Rauchmeldertest- dabei ist, dass man auch die Mikrowelle quasi „kernsanieren“ muss!

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