Kurzkritik zu The Amazing Spider-Man

Anfangs dank der Hauptdarsteller Stone/Garfield noch ganz erträgliche Spidey-Schmonzette, die sich ab der Hälfte mit einem 0815-Bösewicht (schwach: Rhys Ifans), einer erzdrögen Handlung (warum in Gottes Namen schon wieder die ganze Mythologie aufrollen) und einer Überdosis Kitsch ihr eigenes Grab schaufelt. Und James Horner erledigt hier einen dermaßen schlechten Job beim Soundtrack, dass ich das erste Mal in meinem Leben von einer Filmmusik mehr genervt bin als von dem eigentlichen Film. Trotz der schön inszenierten Akrobatik also eine herbe Bauchlandung für Regisseur Mark Webb, dessen Handschrift (vgl. 500 Days Of Summer) farblos bis nicht vorhanden ist, um’s mal mit Monaco Franze zu sagen.

NACHTRAG: Und warum ist Peter Parker in jedem Spider-Man-Film so eine betonte Heulsuse statt ein schlagfertiger, ironischer Typ. Es geht doch auch beides, sieht man bei mir. Und warum reisst er sich (auch schon bei Raimi) ständig seine Maske vom Kopf? Batman macht das doch auch nicht.

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  1. Zitat Website the-amazing-spider-man.de: „Der Film konzentriert sich auf eine bislang noch nicht erzählte Geschichte, die eine völlig neue Seite von Peter Parker zeigt.“ Und von allen Seiten bekomme ich zu hören und zu lesen, dass die bereits bekannte Story aufgebrüht wird. Dabei gäbe es gerade bei der Spinne (oder auch der Grünen Laterne) noch viele Möglichkeiten, innere Konflikte zwischen Alltag und Einsatz eines Superhelden zu zeigen – s. Watchmen. Merci für die Kritik, der Streifen ist durchgestrichen.

  2. mq: Absolut zurecht durchgestrichen. Eine Nacht später ärger ich mich eigentlich noch mehr.

    PS: Zieh mir die Tage den Director’s Cut von Watchmen rein, den ich mit grade auf BR gekauft habe. Das ist ein Film, den ich von Mal zu Mal besser finde – obwohl ich den Moore-Comic vorher kannte. Und der einzige Film, bei dem’s mir kalt den Rücken hinunter kriecht, wenn das ansonsten abgenudelte „All Along The Watchtower“ ertönt, als die Jungs bei Ozymandias vorbeischauen. Von einem der besten Intros der Filmgeschichte mit „The Times They Are A-Changing“ natürlich ganz zu schweigen. Und dann noch die tolle Umsetzung vom Black Freighter und das spaßige „Under The Hood“. Nahezu perfekt, weil auch Snyders Slowmo-Manie damals noch nicht ausgereizt war. Puh, langes PS.

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