Die Leiden des jungen Mandel

Nein, das wird keine Kurzgeschichte über die Pubertät von Max Mandel, in der er der Jutta Ellersdorfer mal beim Um-Rote-Eier-Laufen in die Diele gekotzt hat, aber lassen wir das. Nein, das ist die Geschichte des neuen Mandel-und-Singer-Krimis „Black Mandel„, der am 12. November im Heyne-Verlag erscheint.

Man könnte meinen, die Vorzeichen stehen günstig: Eine Latte positiver Reaktionen auf den ersten Band, ein Bela-B-Zitat auf dem Cover, etliche tausend verkaufte Bücher, eine kleine aber erfreulich besuchte Lesereise und überdies ein Nachfolgeroman, der sich mit Extremismus, Opportunismus, norwegischen Regionalismen und Black Metal beschäftigt und gleichzeitig arg düster und arg komisch ist.

Im Online-Handel ist die Welt auch vollkommen in Ordnung, nur dem immer mehr ins Schlingern geratenen „echten“ Buchhandel sind Roman-Novizen (ohne Regionalkrimi) wie ich ein Dorn im Auge. Jeder Zentimeter Ladenfläche, den ein „Mandel“ besetzt, nimmt ihnen Platz für Adler Olsen und Frank Schätzing, für Bücher über betrunkene SMS und das debilmachende Internet, für Biographien und Bergsteigererfahrungsberichte von Prominenten, für bigotte Sado-Maso-Softpornos und Bücher von Charlotte Roche. Aber auch für viel bessere und wichtigere Bücher als meins, das sei entgegen aller Larmoyanz auch gesagt. Aber so verhindert quasi in meinem Fall ausgerechnet der Buchhandel, dass ein nonkonformes Buch wie der „Black Mandel“ an die breite Masse kommt, und der Buchhandel muss weiter panisch auf die längst im Vorfeld ausgemachten Bestseller setzen. Die Katze beisst mal wieder in den eigenen ausgezutzelten Schwanz.

Wenn ihr also nicht nur etwas Gutes für den hier Schreibenden, sondern am Ende sogar für die gesamte Literaturindustrie tun wollt, geht in die Geschäfte, in die Buchhandlungen, an die Kioske, Bahnhöfe und Flughäfen und fragt jetzt schon nach meinem Buch. Das bringt mir finanziell nicht das Geringste, denn in meiner Preisklasse lebt man ein bisschen vom Vorschuss und sonst kommt da nix mehr. Aber für die Figuren aus der Mandelreihe geht es vielleicht ums nackte Überleben, und damit mein ich nicht die Geschichte, wo der Sigi mal auf dem Nachhauseweg vom Kurzfilmfestival ins Wöhrdbad eingestiegen ist und beim Nacktpoussieren mit der Claudi Angerer auf den nassen Fliesen vor der Dusche ausgerutscht ist.

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  1. „die Geschichte, wo der Sigi mal auf dem Nachhauseweg vom Kurzfilmfestival ins Wöhrdbad eingestiegen ist und beim Nacktpoussieren mit der Claudi Angerer auf den nassen Fliesen vor der Dusche ausgerutscht ist“

    würde ich übrigens auch gern lesen.

  2. Hoffnung aus dem wilden Osten (Niedersachsens)!
    Bei uns im Wendland (sonst nur bekannt für Gorleben und das anhängende Elend) liegt der Mandel zumindest in meiner Lüchower Lieblingsbuchhandlung an prominenter Stelle auf dem Krimitisch …
    In diesem Sinne: weiter so.

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