Kurzkritik zu Django Unchained

Je älter und sentimentaler ich werde, desto zuwiderer werden mir Verrisse, weil ich mir ja denken kann, wie viel scheiß Herz und Arbeit in so einem Autorenfilm steckt. Und das sind ja Tarantino-Filme in einer zugegeben etwas megalomanischen Dimension – Autorenfilme. Aber dass bei den besten kulturgeschichtlichen Absichten und den besten Schauspielleistungen (Ich seh dich an, Don Johnson, aber auch dich, Christoph Waltz) am Ende dieses Mal wirklich hauptsächlich unaustarierter Blödsinn herauskommt, kann ich nicht schönreden.

9 Gedanken zu „Kurzkritik zu Django Unchained

  1. Mit den Jahren widern mich Filme zunehmend an, in denen die Darstellung von Gewalt als ästhetisches Mittel verwendet wird. Vermutlich auch eine Form der Alterssentimentalität. (Aber eigentlich fand ich schon Reservoir Dogs zum kotzen.)

  2. mq: Sagen wir mal so: über die exzessive Gewalt konnte ich früher besser hinwegsehen und bei Kill Bill hat sie mich sogar amüsiert, aber ein Argument für einen QT-Film war das nie für mich. Jetzt, und das ist keine Alterssentimentalität, sondern eher eine Reaktion darauf, wie ich unsere Gesellschaft wahrnehme und was ich meinem Kind vermitteln will, könnte ich auf die Massaker vollständig verzichten, zumal sie in diesem Film völlig losgelöst sind von der sonstigen Taktung des Films. Genau wie die Intensität der Rassismus-Darstellung. Die Unausgewogenheit war auch schon bei „Basterds“ ein Problem, aber die Kulissen, die Dialoge und die Schauspieler haben das Gleichgewicht (Juri: „austariert“) wieder hergestellt. Das klappt dieses Mal nicht.

  3. Dann bitte bloß nicht in 7 Psychos gehen. Auch wenn da Christopher Walken und Tom Waits drauf stehen und auch tatsächlich darin mitspielen. Ich war durch eine Verquickung, na, ihr wisst schon, drin gelandet und: wtf?

  4. kf: Hmm, wollte den demnächst dann ausleihen, aber schon die Prämisse hat mich nicht von einem Kinobesuch überzeugen können. Und irgendwie hab ich damals mit der exzessiven Gewalt bei Reservoir Dogs und Co noch was anfangen können, und heute eben nicht mehr.

  5. Tja, als ich diesen Post neulich las, dachte ich: Was hat er nur? Jetzt, wo ich grad aus dem Kino komm, muss ich sagen: recht hast du.

  6. Mit dem ganzen Splatter hab‘ ich kein Problem. Steht Tarantino drauf, ist Tarantino drin. Aber dieser Film hat keinen Funken Mitgefühl – das ganze endlose Elend dient lediglich als pittoreske Kulisse. Bah.

  7. Magenta: Ich weiß nur, dass sich das alles ziemlich unangenehm angefühlt hat. Das bestimmende Gefühl während und nach dem Film war ein Unangenehmes. Und zwar nicht im Sinne von „Schindler’s Liste“, eher wie bei „Irreversible“, also unnötig und sinnlos unangenehm.

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