Kurzkritiken zu World War Z, John Dies at the End, Oz The Great And Powerful, Evil Dead, Stoker

World War Z:
Mit dem großartigen Buch von Max Brooks hat der Film nur den Titel und die Mauer um Jerusalem gemein. Sieht man davon und den rennenden(!) Zombies ab, bleibt eine blitzsaubere Tollwut-Apokalypse mit einigen guten bis sehr guten Einfällen und unaufdringlichen Protagonisten. Der einzige saudumme Monolog wird übrigens sofort mit Tod durch Schussligkeit bestraft. Das kann gerne Schule machen.

John Dies At The End:
Freakshowkino, das man so schnell nicht vergisst, aber auch so schnell nicht begreift. Ich habe immer geahnt, dass Soja-Sauce high macht. Allerdings nicht so high. Je mehr ich drüber nachdenke, desto mehr bewundere ich diesen Film. Mit Vollgas in die Absurdität. Bill and Ted’s Bogus Journey in kaputt.

Oz The Great And Powerful:
Irgendwie hat es der Film nicht eilig, er will auch nichts aussagen oder besonders tolle Spezialeffekte herzeigen. Aber gerade das Behäbige an dem Film, in dem eigentlich nichts passiert, außer dass der verrückte James Franco fast bis zum Ende unausstehlich sein darf, gefällt mir. Das ist zwar kein super Film, aber zumindest ein gemütlicher. Ausnahme der viereckige Vorspann, der ist grandios.

Evil Dead:
Ich hab das Display schräg gehalten, um die Szenen nicht in ihrer blutigen Breite sehen zu müssen. Was für ein Gore-Tsunami. Ansonsten gutes und respektvoll bierernstes Remake inklusive der eigensinnigen Hand aber minus Augenfrühstück. Und ja, ich bin jetzt zu alt oder eben wieder alt genug für solche Filme: Ich scheiß mir wieder in die Hosen vor Angst.

Stoker:
Ein bisschen schwachbrüstiges Filmchen, dafür dass Old-Boy-Regisseur und südkoreanisches Regie-Schwergewicht Park Chan-wook hier inszenziert. Schwermut und Schwulst beherrschen zwar in ansprechendsten Kameraeinstellungen die Leinwand und das tolle Ensemble probiert’s sogar mit gelegentlicher Selbstironie – zumindest interpretiere ich die Darstellungswut so – aber letztlich ist mir das alles zu CALL-0815-GOTHIC-NOVEL.

4 Gedanken zu „Kurzkritiken zu World War Z, John Dies at the End, Oz The Great And Powerful, Evil Dead, Stoker

  1. Und ja, ich bin jetzt zu alt oder eben wieder alt genug für solche Filme: Ich scheiß mir wieder in die Hosen vor Angst.

    Den Angst-Faktor schaff ich irgendwie immer noch halbwegs zu abstrahieren, aber ich stelle fest, dass mir die in jungen Jahren mühsam antrainierte Fähigkeit, jedwedes Gemetzel und Blut- und Gedärm-Gewühl einigermaßen ungerührt anzugucken, irgendwo auf dem weiteren Lebensweg wieder abhanden gekommen ist. Bin noch nicht sicher, wie ich das bewerten soll (aber auf alle Fälle bin ich ziemlich sicher, dass ich „Evil Dead“ nicht sehen muss).

  2. Verstehe. Tendenziell geht mir das ja ähnlich. Irgendwie erreicht mich übrigens auch Kitsch/Romantik emotional viel mehr als früher. Neige dazu, es auf Ehe und Elternschaft zu schieben.

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