Brennerpass Bundesliga 2013/2014 (8)

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Leverkusen – Bayern 1:1 (1:1)
Quintessenz-Junkies werden hier nicht auf ihre Kosten kommen, denn das Spiel transportierte drei Wahrheiten statt eine. 1. Die Bayern haben ihre (von mir schon öfters angemahnte) Abschlussschwäche auf die Spitze getrieben. Ja, das war erbärmlich und ja, das war in Schönheit sterben, weil’s im Fußball immer noch um Tore und nicht um Haltungsnoten geht, aber letztlich war es auch scheißegal weil: 2. Die Haltung und Präsentation so unglaublich gut waren, das Aufbau-/Umschalt-/Positions-Spiel funktioniert hat wie ein Uhrwerk und mir so ein Spiel tausendmal lieber ist als das mühsame Gehacke gegen Wolfsburg neulich. 3. Leverkusen hat sich ängstlicher angestellt wie der BSV Rehden in der ersten Pokalrunde. Sicherlich, ein Punkt ist im Chemiewerk geblieben, aber in der Karmaliga ist Leverkusen gerade dreimal hintereinander abgestiegen. Das war unsouverän und eingeschissen, und am Ende der Spielzeit noch unsportlich. Ob es der eine Punkt jetzt wert war, sich so UNTER Wert zu verkaufen, muss man diskutieren. Ich sehe schwarz für die Championsleague.

Gladbach – Dortmund 2:0 (0:0)
Ja, ja, deine Mudda, verrückter Spieltag. Auf dem Blatt sieht es so aus, als wäre Gladbach die absolute Heimmacht, aber wer das Spiel gesehen hat, weiß, dass sie sich zumindest in der ersten Halbzeit genauso verhuscht angestellt haben wie Loserkusen. Natürlich war die zweite Hälfte wesentlich besser, aber ohne Rasenmähermann und N11-Renegade Mats Hummel hätten Les Favre Favs hier nie drei Punkte behalten. Ein Spiel, das sich Klopp vielleicht lieber mit einer Schachtel Zigaretten aus der Raucherlounge angesehen hätte.

Schalke – Augsburg 4:1 (2:1)
Ich bleib dabei, you don’t fuck with FCA. Dass Schalke trotz überwiegender Augenhöhe dennoch so hoch gewinnt, ist der simpelsten und grausamsten aller Fußballwahrheiten geschuldet: sie haben die besseren Spieler und davon sogar einen mehr nach der roten Karte. Trost für Weinzierl und Kollegen: Sascha Mölders hat seine 800-Jahre-andauernde Torflaute überwunden.

Stuttgart – Bremen 1:1 (1:1)
Ein Spieler, den ich überhaupt nicht leiden kann, ist Ibišević‎. Im Grunde kein schlechter Stürmer, aber ein Opportunkicker wie er im Söldnerverzeichnis steht. Seine Schwalbe hat das mal wieder unterstrichen (Ich habe Toni Kroos eine ähnliche Aktion ein halbes Jahr lang nicht verziehen). Dass der Schiri in dem Gewusel gleich zwei glasklare Theaterproben (die andere von Ekici) gesehen hat, ist ihm hoch anzurechnen. Anonsten ein Punktgewinn für eine immer noch ziemlich uninspiriert spielende Dutt-Mannschaft. Aber vielleicht ist die Drögheit der Preis, den man für die Stabilisation in der Liga vorerst zahlen muss, bevor es irgendwann wieder aufwärts geht. Und das meine ich keineswegs hämisch.

Wolfsburg – Braunschweig 0:2 (0:1)
Ich hab nichts gegen Wolfsburg aber dafür ein bisschen was gegen den zu viel sinnierenden und in der Konsequenz zu viel redenden Lieberknecht. Dennoch Riesen-Haha, weil Hecking vor dem Spiel ein Derby erfunden hat, das es nicht gibt und weil die Mannschaft sich doch tatsächlich ob eben dieses oh-so-bedeutsamen Derbys plötzlich Angst vor der eigenen Favoritenrolle bekommen hat. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet Braunschweig die Volkswägler in die Rezession schießt.

Mainz – Hoffenheim 2:2 (0:2)
Ich hab nach der ersten Halbzeit schon das Ende der Ära Tuchel kommen sehen. Wenn die Torhalde der Liga, Hoffenheim, ausgerechnet gegen die offensiv ausgerichteten und bestens organisierten Mainzer ihren Kasten sauber hält, dann ist das karmisch gesehen ein schlechtes Zeichen. Zwei Schüsse, zwei Tore und weg war er, der zuletzt so melancholisch in die ewige Schwärze des Tabellenkellers starrende Thomas Tuchel. Hätte man denken können. Dass dann ausgerechnet in der eher faden zweiten Halbzeit, in der Hoffenheim sogar noch besser hinten stand, die Last-Minute-Tore zum Ausgleich fallen, entspricht diesem Spieltag, in dem kaum ein Ergebnis den Spielverlauf wiederspiegelt.

Nürnberg – Hamburg 0:5 (0:1)
Wichtiger als der Holländer war offenbar die Ausleihe von Lasogga. Was der Mann an Schwung und Dringlichkeit in die Offensive gebracht hat, kann sich kein Investor in seiner Finca besser ausdenken. Nebenbei beflügelt er im wahrsten Sinne auch noch den anderen Holländer im Sturm (und auch den 8-Min-Hattrick kann man ihm durchgehen lassen). Dem Glubb/Wiesinger kann man außer einer grandiosen Schussligkeit vorwerfen, dass er weder eine erkennbare Handschrift trägt, noch sich akribisch auf den Gegner einstellt. Man spielt halt so mit, und das noch nicht einmal mit dem allerschlechtesten Kader. Wiesinger gilt seit diesem Wochenende offiziell als angezählt, schätze ich.

Freiburg – Frankfurt 1:1 (0:0)
Ziemlich clevere Schwalbe von Schmid und bei dem Rückstand (durch Eigentor) fast nachvollziehbar, dennoch: Wer schwalbt, ist blöd. Immerhin hat sich Freiburg darauf besonnen, das Spiel genauso zu beenden wie das gegen die Bayern neulich, ergo mit einem erzspäten Tor von Höfner. Und auch wenn es tabellarisch immer noch düster für Freiburg aussieht und mir Streichs stellenweise recht iszeniert wirkender Zynismus auf die Nerven geht: Die Mannschaft hat das Zeug, sich aus der Krise zu befreien, und zwar genau mit diesem Trainer. Die Eishockey-Szenen am Schluss (angezündet durch Ex-Freiburger Flum) waren dann noch ein schönes Symbolbild für die verbissene zweite Halbzeit.

Hannover – Hertha 1:1 (1:0)
Acht Spieltage, Zeit für ein erstes Hertha-Fazit: Bis auf die Pokalpleite alles töfte. Die Mannschaft ist ein tadelloser Tabellenmittelfeld-Aspirant mit Prognose „Gekommen um zu bleiben“ statt „Von hier an blind“, um mal in einem Anfall von mittelschwerer Popmetaphernnot Wir Sind Helden zu zitieren. Ich mach das auch nie wieder, versprochen. Übrigens, beim 8. Spieltag der Saison 2011/2012 habe ich über das Hertha Spiel Folgendes geschrieben:

Hertha – Köln 3:0 (3:0)
Hammerspiel von der Hertha. Das erste Mal, das ich in der Saison sowas wie Spielkultur ausmachen konnte bei den Babblern. Lasogga ist ein Ganove erster Kajüte, der sein eigenes Tor tatsächlich selber ansagen wollte. Das drittbeste Tor des Spieltages (nach Derdiyok und Goetze) kam von Raffael. Köln hat mit dem Derby-Sieg gegen Leverkusen eh schon alle Saisonziele erreicht und konnte sich zurücklehnen, um entspannt überrollt zu werden.

TIPPSPIEL
Haha, wenn man sich ansieht, wie die Top 5 beim Tippspiel abgeschnitten hat, dann merkt man schon, wie berechenbar dieser Spieltag war. Wer hier wie Tagessieger todt.beier 16 Punkte holt, hat vermutlich übernatürliche Fähigkeiten.

1. feinschmeckerle 109
2. martin 103
3. ElCobra 102
4. therealstief 100
5. feierbiest 100

Die Tipptabelle für den aktuellen Spieltag
Die Tipptabelle in der Gesamtübersicht

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Ein Gedanke zu „Brennerpass Bundesliga 2013/2014 (8)

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