Brennerpass Bundesliga 2013/2014 (14)

brennerpassLIGA1

FC Bayern – Braunschweig 2:0 (2:0)
Schade, dass diese Maulwurf-Geschichte gerade wieder zu den Akten gelegt wird. Behalten wir aber im Hinterkopf und wenn jemand in der Winterpause kostengünstig nach Mailand abgegeben wird, wissen wir, wer es war. Ansonsten hat sich in der ersten Halbzeit eher Braunschweig in Allianzarena vergraben, die von einem erstaunlich motivierten FCB umgepflügt wurde. Aber „pflügen“ ist gar nicht das richtige Wort bei dieser Avalanche an hohen Pässen in letzter Zeit. Dass Robben grade so eine Kür läuft, ist nicht erstaunlich. Sobald der Mann eine Weile ohne Verletzung bleibt, avanciert er zum Weltfußballer in waiting. Ich finde auch gut, dass Götze neulich gesagt hat, er sei wieder bei 100%, denn was soll das dämliche Understatement von den ewigen zwei, drei Prozent, die angeblich immer noch fehlen. In der zweiten Halbzeit haben dann alle bis auf Robben den Spielbetrieb eingestellt, aber das war ja nur fair gegenüber dem künftigen Absteiger, der auch mal zeigen durfte, dass er nicht aufgrund eines Formfehlers aufgestiegen ist. Das Zaubern haben die Bayern trotzdem nicht aufgehört, siehe Alabas Rettungspirouhette als letzter Mann.

Hannover – Frankfurt 2:0 (1:0)
„Wahrscheinlich muss erst jemand erschossen werden, bevor wir einen Elfer bekommen. [..] Ist doch alles ein Grampf. Es ist zum Kotzen.“ Damit ist mit Armin Veh und aus Frankfurter Sicht eigentlich alles gesagt. Bei Frankfurt ist der Wurm drin und in dessen Details steckt zu allem Überfluss noch der Teufel. In dem Fall der nicht gegebene Elfmeter für das Foul an Schwegler. Slomka wird vom Galgen abgenommmen, der von Armin Veh wird hoffentlich nicht gerade geknüpft, denn ich möchte weder ihn noch Frankfurt in der Bundesliga missen.

Gladbach – Freiburg 1:0 (0:0)
Oberwasser gegen Aufwind und am Ende doch nur Landunter. Gladbach spielt maschinell wie eh und je, aber das Neue daran ist, dass sie das im Hauptaugenmerk jetzt nach vorne tun und mit Raffael, Kruse, Arango und Herrmann eine der unausrechenbarsten Offensiven der Liga haben. Fünf Siege in Folge sprechen eine deutlichere Sprache als Lucien Favre-Interviews. Ausgerechnet der von Favre auslucierte Hanke, frei vorm Tor stehend, hätte dem Spiel eine ganz andere Note geben können.

Schalke – Stuttgart 3:0 (1:0)
Unglaublich wie Jens Keller dem (Karriere)Tod immer wieder von der Schippe springt. Insgesamt ist mir aber weiterhin nicht klar, wie eine Mannschaft wie Schalke hinter einer wie Leverkusen oder Gladbach hinterher läuft. Es fehlt vielleicht ein bisschen die mentale Disziplin, genauso oft das Präventiv-Pressing. Nicht so in diesem Spiel, da sahen die meisten Spielzüge wie geplant aus. Sogar die ewigen Quertreiber Jones und Farfan waren auf Linie. Aogos zweiter Karrierefrühling ist dafür früh in die Winterpause gegangen. Gute Besserung.

Leverkusen – Nürnberg 3:0 (1:0)
Es fällt einem wirklich schwer, Leverkusen diese Saison zu mögen. In jedem Spitzenspiel verkaufen sie sich beinahe kriminell unter Wert. Das Hinspiel gegen Manchester war schon ein Festival der Schludrigkeiten, das Spiel gegen Bayern war trotz des Unentschiedens ein Klassenunterschiedsgroteske und das 0:5 diese Woche im eigenen Stadion war ein Rückfall in das legendäre Trikottausch-Debakel gegen Barcelona. Jetzt spielt man gegen den Club natürlich wieder angstfrei und gewinnt, weil der Gegner spielt, als ginge es um Platz 6 statt um Platz 16. Die Werkself mag an sich konzentriert und strukturiert agieren und ihre Einzelspieler machen was her auf dem Transfermarkt, aber das Herzblut haben sie nicht erfunden in Leverkusen. Dass man vor Dortmund (die Erfinder des Herzbluts) in der Tabelle steht, ist eine kleine Farce, vor allem, wenn man gesehen hat wie der BVB in der Championsleague die Italiener aufgerieben hat. Dass Nürnberg über weite Teile der ersten Hälfte ebenbürtig bis überlegen war, darf man auch nicht verschweigen, illustriert es doch, wie beschissen es grade für den Club läuft. Und das obwohl er mit Altglammer Verbeek schwungvoller spielt als der Tabellenzweite. Kann nicht mehr lange dauern, bis Hans Meyer übernimmt.

Hoffenheim – Bremen 4:4 (2:2)
Wenn es bei dieser Kolumne noch so etwas wie Diskussionsbereitschaft (oder mitlesende Bremenfans) in den Kommentaren gäbe, könnte man jetzt darüber diskutieren, ob es richtig war, den ohnehin schon von den dämlichen „Wiese“-Rufen in der Vergangenheit nach seinem Doppelbock im letzten Spiel geplagten Mielitz auszusortieren, aber so haben wir immerhin das Bundesligadebüt von Wolf miterlebt. Das Spiel war im Prinzip ein 90-minütiges Elfemeterschießen, das in keinem Sieger einen verdienten Sieger fand. Eigentlich ist ja Hoffenheim das neue Bremen mit hinten alles reinlassen und vorne alles reinmachen, aber jetzt erhebt der SVW nach einem vielversprechend langweiligen Saisonanfang doch wieder sein chaotisches Haupt. Markus Gisdol gehen diese kuriosen Spiele „total auf den Sack“, sagt er und ich glaube, meiner gesamten Tipprunde geht es da ähnlich.

Mainz – Dortmund 1:3 (0:0)
In Sky-Deutsch heißt das: Dortmund findet über den Kampf wieder zurück in die Spur. Dennoch fällt auf, dass Dortmund mit vielen Verletzten und Systemänderungen nicht so gut zurecht kommt, aber welche Mannschaft tut das schon? Damit sind wir beim größten Verdienst Pep Guardiolas bisher: er bringt den Spielern Systemunabhängigkeit bei. Mit jeder Woche wird der FC Bayern flexibler, während der BVB auf seinen Umschaltdingsbums festgelegt bleibt. Bereitet sich eine Mannschaft wie Mainz da gut drauf vor, wird’s eng.

Hertha BSC – Augsburg 0:0 (0:0)
So ist das mittlerweile: wenn der FCA kein Tor kassieren will, kassiert er auch keins. Offensichtlich wollte er aber auch keins schießen.

Wolfsburg – Hamburg 1:1 (1:1)
Ilicevic ist auch so ein Spieler, bei dem ich zwischenzeitlich vergessen hatte, dass er beim HSV spielt. Hätte er die letzte Großchance seiner Mannschaft in ein Tor verwandelt, könnte ich mich zukünftig besser erinnern, so aber. Kaum zu glauben, dass der mal bei Bayern im Gespräch war… Moment, wer nochmal?

TIPPSPIEL
Gratuliere zum Tagessieg, tosan!

1. feinschmeckerle 187 (1)
2. klendaa 180 (3)
3. Ohrtrompete 177 (2)
4. MaxSonic 176 (6)
5. ElCobra 176 (4)

Die Tipptabelle für den aktuellen Spieltag
Die Tipptabelle in der Gesamtübersicht

brennerpass_tippspiel

4 comments / Add your comment below

  1. Wenn man sich das Spiel gegen Dortmund mit den 3 Toren vor Augen führt, dann könnte man glatt von der „Schande von Gijon“ – aber diesmal in München- sprechen! In der letzten Saison wäre wohl mindestens ein 6:0 rausgekommen. Und diesmal : im dümmsten Fall hätte bei Spielschluss ein Unentschieden auf der Anzeigetafel stehen können. Und das bestätigt mir auch der einzige Braunschweiger Fan, den ich kenne.

  2. Auch das Spiel Wolfsburg-HSV war eines von der kuriosen Sorte.
    Wolfsburg hat nach drückender Überlegenheit, nach ca 70Min.,plötzlich das Spielen aufgehört.
    Sowas hab ich überhaupt noch nicht gesehn.

  3. stt: Ach, das seh ich nicht so eng. Fußballschauen ist wie Fußballspielen oft eine Gefühlssache und bis auf die Szene wo Alaba so knäpplichst klärt, hatte ich nicht das Gefühl, dass der FC Bayern das Gefühl hatte, dass er in Gefahr ist, unentschieden zu spielen.

    Fuxbeck: Da hab ich wirklich nur die angesprochene Großchance gesehen und mir den Rest erlesen. Mir scheint allerdings (und ich sage das ja auch seit etlicher Zeit), dass wir froh sein können, dass Wolfsburg sein Potenzial immer noch nicht voll abrufen kann. Sonst hätten wir die PKWerkself im Nacken und nicht die Tablettenabteilung. Hecking scheint mir dennoch der richtige Mann am richtigen falschen Ort zu sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.