Brennerpass Bundesliga 2013/2014 (16)

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Bayern – Hamburg 3:1 (1:0)
Das Spiel verlief genauso wie erwartet. Die nach dem Augsburg-Spiel schwer vom eigenen Trainer gescholtenen Hamburger haben sich ordentlich an taktische Vorgaben gehalten, ein bisschen (zu wenig) von ihrer guten Offensive Gebrauch gemacht und mit dem rückkehrenden van der Vaart in beinahe allen entscheidenden Situationen dagegen gehalten. Die Bayern hingegen waren in einer seltsamen Mischung aus Sparmodus und Wiedergutmachungslaune (wegen ManCity) unterwegs und außerdem zunächst ohne Franck Ribery. Herausgekommen ist ein Spiel, das nicht schlecht war, aber auch niemandem so richtig Spaß bereitet hat. Ich glaube tatsächlich, die Bayern haben dem HSV ein wenig die Spielfreude herausgesaugt. Dieser Toni Kroos gefällt mir von Monat zu Monat besser. Was der Räume schafft, ist unglaublich. Was Laufwege durch die Mitte betrifft, gibt es keinen, der strategischer zu Werke geht, auch kein Lahm und kein Schweinsteiger. Mario Götze muss ich entgegen anfänglicher Zweifel auch wieder loben. Hier und dort hat er sich sinnlos festgedribbelt, aber genau wie der große Meister Franck lässt er sich nicht den Schneid abkaufen, sondern spielt solange seinen Stiefel bis er Erfolg damit hat. Man kann nur hoffen, dass sich Götze nicht mehr so oft verletzt wie in der Vergangenheit, dann hat man in ein paar Jahren wirklich einen potenziellen Weltfußballer mehr in seinen Reihen. Bis dahin zupft er sich dann auch hoffentlich nicht mehr die Augenbrauen. Apropos Augenbrauen: Wie Mandzukic sich in dieses 1:0 hineinbrutalisiert hat… Das ist ein Spieler, den ich nicht missen möchte, dem ich aber auch nicht im Dunkeln begegnen will. Das ist balkanischer Gloves-Off-Fußball, wie ihn jeder Verein brauchen kann, der nicht im Sommer Robert Lewandowski geschenkt bekommt. Gut gefallen hat mir wie immer Thiago, der ist jetzt schon ein beinahe vollkommener Fußballer und auch erst Anfang 20, wenn der noch etwas mehr Mut zur Rage entwickelt, dann gute Nacht Liga. Und mein Schlusslob geht an Rafinha, der auch an Stellen, wo das Spiel sich so schnell bewegte, als würde man in erkaltendem Teer baden, stets darum bemüht war, seinen Flügel am Leben zu erhalten. Ich war ergo zufrieden mit den Bayern, und ich glaube Pep war es auch, nicht dass man es ihm angesehen hätte. Grade bei Toren für seinen Verein scheint sich seine Miene eher noch zu verfinstern, so zuwider ist ihm die Zufriedenheit seiner Spieler. Bei Hamburg muss man unbedingt Drobny loben, der ja auch schon mal statt Tom Starke bei Bayern zur Debatte stand. Das ist ein guter Mann, aber er ist halt unter die Räder von Adler gekommen, um mal eine besonders krude Metapher zu bemühen. Auch Tah und Calhanoglu sind gute Leute, die ersten kleinen Schritte, um eine Art Mannschaft zu kultivieren sehe ich bei Hamburg durchaus, auch wenn der Rosinenbomber Lasogga sicher nur mit Gewalt seinem eigentlichen Arbeitgeber, der Hertha, zu entreißen sein wird. Und zu guter Letzt die Frage und ich erwarte gar keine Antwort: Was nimmt eigentlich Wolff-Christoph Fuss vor so einem Spiel?

Hoffenheim – Dortmund 2:2 (2:1)
Diese Paarung erweist sich langsam als Garant für Endzeit-Dramatik – ich brauche ja keinen Fan eines der beiden Teams an den letzten Spieltag der letzten Saison erinnern. Die Hoffensive der TSG hat sich unter Sven Schipplock und Kevin Volland mal wieder was gegönnt (anschließend dann die Denfensive) und vor allem letzterer ist mit seiner unbedarften Art, sich unter die gegnerischen Verteidiger zu mischen ein guter nächster Kießling. Leider hält er Stefan Raab für einen der wichtigsten Deutschen und würde gerne von ihm zur Wok-WM eingeladen werden. Weniger rodeln, mehr rödeln kann man dem BVB gar nicht ans Herz legen, denn was die sich Chancen erspielen würde bei Teams wie Leverkusen für drei Meisterschaften reichen. Aber Chancen sind eben keine Siege, außer der Iron Patriot Kevin Großkreutz zündet aufs Marseiller Tor. Der einzige weitere Abräumer bei Dortmund ist derzeit Marco Reus, aber der konzentriert sich auf Linienrichter statt auf Tore. Die Bayern fragen sich, warum es im Rückspiegel so leer ist.

Schalke – Freiburg 2:0 (1:0)
Mich freut’s ja nicht so, dass Papadopoulos wieder dabei ist, weil ich jedes Mal nachschauen muss wie man ihn schreibt. Nein, im Ernst, der Mann hat vor sechs Wochen mal bei den Amateuren gespielt, aber sonst seit einem Jahr überhaupt nicht, das zeigt schon, wie es bei Schalke ums Personal bestellt ist, wenn der Grieche dennoch im Kader steht. Und auch sonst gibt es trotz des Sieges keine guten Nachrichten: Das Team ist zwar in Sachen Ballbesitz überlegen, aber es verfällt nach wie vor mehrmals im Spiel in vollkommene Apathie, die gottseidank auch nur Mannschaften zum Gegenschlag nutzen, die nicht die Seuche am Hals haben. Für Freiburg kann die Winterpause nicht früh genug kommen und am besten erst im Mai aufhören. Eigentor, falscher Elfmeter, und schon ist der Hals von Jens Keller ein weiteres Mal aus der Schlinge gezogen, könnte man denken. Ich glaube aber vielmehr, dass Spiele wie solche sein Schicksal erst recht besiegeln, wenn es da überhaupt noch etwas zu besiegeln gibt. Von aller Kritik übrigens auch heute und für immer ausgenommen: Max Meyer (alleine schon wegen dem Fallrückzieher).

Hannover – Nürnberg 3:3 (0:3)
Klar mag ich den Glubb und klar ist da auch einiges schief gegangen, aber diese Verballhornung zeitgenössischer Ergebnisstochastik löst entweder einen dermaßenen Ruck beim Club aus, dass er noch die direkte Championsleague-Quali schafft, oder er steigt ab. Das. Gibt. Es. Doch. Einfach. Nicht.

Mainz – Gladbach 0:0 (0:0)
Gladbachs Lauf aus gefühlten 17 Siegen am Stück (6 waren es) war schon ein Ding. Umso schlimmer, dass er durch den ewig unerfüllten Tuchelschen Abtastfußball gestoppt wurde.

Augsburg – Braunschweig 4:1 (3:0)
Wirklich viel Situationskomik steckte zwar nicht in dem Spiel, aber in dem Kicker-Kommentar darüber: „Allerdings suchten die Augsburger ihr Heil über Konter und überließen den Gästen des Öfteren große Teile des Mittelfelds. Mit soviel Freiheit konnten die Braunschweiger aber nicht viel anfangen.“ Ansonsten haben wir mit Augsburg jetzt eine neue Mannschaft der Marke Hannover und Mainz: Diszipliniert, effizient und eher auf die Defensive versteift. Das geht eine Weile gut, dann werden der Reihe nach die guten Spieler weggekauft und schon ist man im Glubb-Limbo. Aber für die kurze Verweildauer in der ersten Liga natürlich vorerst eine Riesenleistung vom FCA.

Leverkusen – Frankfurt 0:1 (0:0)
Irgendjemand hat offenbar die Regel eingeführt, dass weder Freiburg, noch Nürnberg, noch Braunschweig, noch Frankfurt je wieder ein Spiel gewinnen dürfen. Das überschneidet sich in dem Fall nur leider mit der Regel, dass Bayern die Liga mit 35 Punkten vor dem Zweitplatzierten gewinnt. Glück also für Armin Veh, dessen Mannschaft vor allem in der zweiten Halbzeit so gut wie nichts zum Punktgewinn beigetragen hat. Das 0:1 von Russ kam folglich aus dem [ ].

Wolfsburg – Stuttgart 3:1 (1:0)
Wolfsburg ist ein Füllhorn an guten Spielern, aber was in den letzten Jahren gefehlt hat, war das Selbstverständnis. Ja, wir sind ein Bonzenclub, ja, wir haben die Macker und jetzt gebt das verdammte Tor frei. So spielen sie unter Hecking jetzt immer öfter und Clubs wie Stuttgart verhalten sich daraufhin defensiv, was ihnen das Genick bricht.

Hertha BSC – Bremen 3:2 (2:2)
Das sieht jetzt tragisch in der Tabelle aus für Bremen. Dabei ist die Wahrheit dieses Spiels einfach nur, dass sie von einer Mannschaft geschlagen wurden, hinter der sie sich so oder eingereiht hätten. Berlin ist in dieser Hinrunde ein recht stabiler und stellenweise sogar unterhaltsam spielender Europaleague-Anwärter. Bremen kann auch was, aber Dutt holt nicht genug aus der Mannschaft heraus. Sie ist genau wie ihr Chef Aaron Hunt – ein hochbegabtes, aber langes Elend.

TIPPSPIEL
Gratuliere zum Tagessieg, Toizone und Robert! Recht eng da in den oberen Fünf.

1. feinschmeckerle 212
2. Ohrtrompete 205
3. klendaa 205
4. megadrive_fcb 205
5. El Cobra 202

Die Tipptabelle für den aktuellen Spieltag
Die Tipptabelle in der Gesamtübersicht

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