Brennerpass Bundesliga 2013/2014 (19)

brennerpassLIGA1

Bayern – Frankfurt 5:0 (2:0)
Bevor wir anfangen, ein Wort zu Paul Breitner, weil er vor dem Spiel bei Sky zum Interview stand. Für mich ist der Mann Sinnbild Münchner Großmäuligkeit und seine Fernsehauftritte sind die wenigen Momente im Leben, wo ich mir ein bisschen blöd als Bayernfan vorkomme. Statt die alberne Demagogik von Watzke einfach als das stehenzulassen was es ist – nämlich alberne Demagogik – muss Breitner einen aufgockeln, dass man „kein Licht mehr am Tunnel“ (O-Ton H. Badstuber) sieht. Pfui, Paul, geh weg. Aber jetzt zum Erfreulichen, nämlich dem geradezu angelischen Spiel von Thiago (ca. 1.8852 Ballkontakte im Spiel), den Sammer nicht zu Unrecht mit Iniesta vergleicht. Endlich haben wir unseren eigenen spanischen Feingeist. Im selben Interview attestiert Sammer übrigens Neu-Gifthaferl Kroos eine spielerische Ähnlichkeit mit Xavi, was er besser sein lassen sollte, will er die Kroos-Berater und damit auch seinen Spieler nicht noch mehr aufstacheln. Klar, man steckt nicht drin, aber wenn Kroos‘ Bayernzukunft ernsthaft an Geld scheitert und er zu ManU geht, dann soll man Reisende nicht aufhalten. Pep Guardiola hat dich geliebt wie seinen eigenen Sohn, Toni. Aber noch kann man nicht sagen, ob das wirklich ein Fehdehandschuh war, der da letzten Mittwoch geworfen wurde. Was man aber sicher sagen kann: Shaqiri spielt rechts besser, Götze nähert sich auf der Mittelfeld-Position Ballon D’or-Niveau und Franck Ribery hat in der Winterpause nichts verlernt. Schön anzusehen auch, wie Mandzukic quasi im Sekundentakt zwischen Mittelsturm und Außenverteidigung rochiert. The man must prove a point, und wenn man ihm dafür den Schädel spaltet, dann spielt er trotzdem weiter. Die knurrige kroatische Eiche ist am Ende bei seinem genialen Tor sogar ein wenig weich geworden, als ihn beinahe der gesamte Kader umknuddelt hat. Was mir noch aufgefallen ist: Bayern verteidigt dermaßen hoch, dass das Spiel außer bei Frankfurter Kontern eigentlich nur noch im gegnerischen 16er stattfindet. Und wir erleben gerade eine Renaissance der smarten hohen Bälle von der Abwehr in den Sturm, wie ich sie zuletzt in dieser Effektivität zu Zeiten von Lothar M. erlebt habe. Ach ja, alles Gute zum Geburtstag, Armin Veh. Dass du Zambrano und Rode daheim gelassen hast, war symbolisch eine zweifelhafte Entscheidung, aber das war dir scheißegal, weil du weißt, dass man in Spielen gegen Bayern nur selten den Abstiegskampf entscheiden kann. Trapp ist eine Wucht und ich hoffe, dass er sich nicht ernsthaft verletzt hat bei einem Spiel wo seine Anwesenheit nur bedingt entscheidend war.

Berlin – Nürnberg 1:3 (1:1)
Gegen Nürnberg die bessere Mannschaft zu sein, hilft dir nix mehr, denn wer soviel Karmagutschrift wie der Club aus der Hinrunde hat, der gewinnt auch die nächsten 14 Spiele als nomineller Underdog. Auf geht’s Drmic schieß ein Tor und werd Torschützenkönig. Mann des Spiels: Schiri Weiner, der in den letzten 5 Minuten einen wahren Schirinado entfesselte. Erst das korrekte Handspiel und die rote Karte gegen Petrak, dann die wahnwitzige (und beinahe richtige Entscheidung), das Tor nicht zu geben und stattdessen Abseits zu pfeifen und am Ende schließlich der absolut berechtigte Elfmeter gegen die Hertha. Geld schießt Tore (wie der neue Investor hoffentlich bald in Berlin unter Beweis stellen wird), aber Karma schießt noch mehr.

Hannover – Gladbach 3:1 (0:0)
Endlich funktioniert der alte Hannover-Fußball wieder. Kein Ballbesitz, aber aus jeder Torchance zwei Tore machen. So suspekt mit der autokratische Führungsstil Martin Kinds ist, so sehr hat er mit Tayfun Korkut einen echten Sympathikus shanghait, der mehr für die Integration tuen wird als Kenneth Glöckler und Yasmin Fahimi zusammen. Mit Rudnevs trifft dann auch jemand, von dem man erst im Nachhinein wissen wird, dass er eine Versicherung gegen den Tabellenkeller ist, eine Erkenntnis die für den HSV zu spät kommt. Warum will man in Gladbach eigentlich nicht mit Arango verlängern? Braucht man keine Freistoßtore oder will man einfach nicht mehr ständig in der Auswahl zum Tor des Monats stehen?

Schalke – Wolfsburg 2:1 (1:0)
Ich hatte letzte Woche noch vergessen, Fährmann zu loben, wird hiermit nachgeholt. Bodenständiger Torwart mit Glanzparadenpotenz und Supergrips. Man konnte schon deutlich sehen, dass Schalke neue Zuversicht für die Rückrunde und die CL-Qualifikation gefasst, deshalb geht der Sieg voll in Ordnung. Allerdings wurde immer noch kein richtiges System vom Keller-Jens verordnet. Ein Fußball wie seine Frisur: im Grunde echt lässig, aber oft zu pomadig. Wobei man dieses Mal wirklich anerkennen muss, dass sich Schalke nach der ulkigen Führung zwar unter Druck setzen ließ, aber am Schluss wütend wie ein Heer in die Flanken der Wolfsburger brach und Braveheart Boateng seiner Mannschaft endlich den „FREEEEEEDOM“ einer weiteren Woche ohne Trainerdiskussion verschaffte. Bei den Wölfen hat man sich (vermutlich nicht ganz freiwillig) zu früh von Diego verabschiedet. De Bruynes mangelnde Spielpraxis (durfte bei Chelsea nur spielen, wennn Mourinho nicht hingeguckt hat) lässt seine Rolle als Säule des Offensivspiels viel zu früh kommen.

Leverkusen – Stuttgart 2:1 (1:1)
Ergebnis geht in Ordnung. Frustrierend für Schneider, dass egal wie er spielt, es immer 2:1 gegen Stuttgart ausgeht. Da hat auch die Leitner-Bombe und der stellenweise sehr freudvolle Fußball nichts daran geändert.

Hoffenheim – Hamburg 3:0 (2:0)
Ja, puh, was sagt man dazu. Zum Beispiel: „Das war kein Spiel, das war nur ein Ausflug nach Hoffenheim“. So ähnlich geäußert von einem NDR-Journalist. In der Regel verteidige ich den HSV ja eher, wenn die Journalisten wieder von komplett verschlafenen Spielen reden, weil sie dann oft gute Segmente oder sogar gute erste Halbzeiten unterschlagen, sie quasi der Stringenz der Loser-Story opfern. Allerdings fällt mir dieses Mal auch nichts Lobendes mehr ein. Die Hoffenheimer Konter sind durch den HSV geglitten wie ein Buttermesser und wenn an diesem Spiel etwas unterschlagen wurde, dann wie so oft die kreative Offensive der TSG. Marwijk merkt man von Tag zu Tag mehr an, dass er seinen Wechsel zu Hamburg bereut und er ist in seinem Frust bei weitem nicht so amüsant wie Veh damals. Noch unglücklicher in Wort und Tat wirkt allerdings Kreuzer, bei dem ich aber nicht ausschließen möchte, dass ihm zuviele Leute in seinen Job hineinreden. Unwort des Jahres übrigens jetzt schon: „Bundesliga-Dino“.

Mainz – Freiburg 2:0 (1:0)
Verdienter Sieg von forschen Mainzern gegen merkwürdig sedierte Freiburger mit einer guten Leistung vom Millionenmann Koo. Absolute Frechheit dagegen das Theater von Okazaki nach seinem Schmetterball mit der Hand.

Augsburg – Bremen 3:1 (1:1)
Würden Robin Dutt und seine Spieler den Brennerpass lesen oder sich gelegentlich ein Augsburg-Spiel anschauen, wüssten sie, dass sie es mit einer der Spitzenmannschaften der Liga zu tun haben. Super Bude von Altintop(toptop).

Braunschweig – Dortmund 1:2 (0:1)
Nach der wie immer etwas zu selbstmitleidigen Heldenrhetorik von Watzke („Sie wollen uns ausschalten.“) folgte dann leider erneut ein eher weniger heroisches Spiel vom BVB. Klar, mit Braunschweig ist derzeit nicht gut Kirschen essen, die haben den Abstiegskampf schon angenommen, bevor sie überhaupt aufgestiegen sind, aber so ganz bei sich sind die Dortmunder immer noch nicht. Dürfte dennoch der Anfang vom Ende der Misere gewesen sein.

TIPPSPIEL
Gratuliere an Thomas_Pfa zum Tagessieg!

1. feinschmeckerle 245
2. megadrive_fcb 237
3. martin 233
4. reyamm 231
5. ElCobra 231

Die Tipptabelle für den aktuellen Spieltag
Die Tipptabelle in der Gesamtübersicht

brennerpass_tippspiel

9 Gedanken zu „Brennerpass Bundesliga 2013/2014 (19)

  1. Pingback: Niederlagenserie. Bundesliga Saison 2013/2014, Spieltag 19 | NedsBlog

  2. Irgendwie kriege ich den Gedanken nicht aus dem Kopf, auf einen Clubsieg nächstes Wochenende zu wetten. Gegen irgendwen müssen die Bayern ja mal verlieren, und warum nicht gegen den Zweiten der Rückrundentabelle?

  3. Pingback: #Link11: Prall, Praller, Bundesliga | Fokus Fussball

  4. Rob: Ich bin mir auch nicht so siegessicher. Gegen den Club tun wir uns wirklich traditionell schwer. Und wie gesagt, die Karmapeitsche ist grade in Franken.

  5. Bitte hier kein selffulfuckingprophecyzeugs ohne nachweisbaren und QMS-gesicherten Blick in die Kristallkugel!
    Aber im Ernst: eben weil jetzt tatsächlich einige an einen Club-Sieg glauben, wird es wohl zur höchsten Niederlage für den 1.FCN in der Rückrunde kommen.

  6. stt: Ich hatte auch mehr ein Unentschieden im Kopf. An einen Club-Sieg glaube ich nicht, aber wenn wir an jemand Punkte abgeben, dann am liebsten noch nach Nernberch.

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