Kurzkritiken zu Gone Girl und Edge Of Tomorrow

GONE GIRL
Fincher poliert und konstruiert an dem zu vernachlässigendem Thrilleranteil herum, bis man beinahe vergisst, dass der Film im einfachen aber auch im komplexen Sinne eine Metapher auf die Ehe ist – und keine lustige. Motto: Traue niemals dem jeweiligen Tag, alles kann sich geändert haben, wenn du zu lange geschlafen hast. Oder in anderen Worten: verliebt ist einfach, verheiratet sein nur, wenn man hellwach ist. Ausgefeilter Film, vielleicht ein bisschen zu ausgefeilt, aber zwanderthalt Stunden meine Aufmerksamkeit ab 11 Uhr nachts halten, ist auch eine Leistung. Rosamunde Pike liefert hier – für mich nicht besonders überraschend – ihr Meisterstück ab. Auch Batfleck macht das gut, seine selbstgefällige Schlurfigkeit provoziert an den richtigen Stellen. Was mich allerdings fertig macht: er hat dieselbe Stimme wie Pro-Wrestling-Gott Daniel Bryan. Wenn ich die Augen schließe, sehe ich Bryan in Spandex auf der Couch sitzen.

EDGE OF TOMORROW
Wahrscheinlich der beste Sci-Film in diesem Jahr, zumindest der amüsanteste. Starship Troopers und Groundhog Day sind zwei meiner Lieblingsfilme und so schlecht konnte ein Zwitter daraus eh nicht werden. Die Außerirdischen sind mir ein bisschen zu tricksig und das Ende ein bisschen zu wixig (im Sinne von vom Studio bestellten Happy Ending), aber an Punxsutawney Tom (Cruise) ist nichts auszusetzen. Sein selbstgefälliger Opportunismus provoziert an den richtigen Stellen. Was mich allerdings fertig macht: Wenn ich die Augen schließe, sehe ich immer Bill Murray vor mir, wie er völlig genervt ein ums andere Mal mit diesem Flugzeug abstürzt oder sanft aufseufzt bevor ihn ein Tentakel aufspießt.

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