Das falsche Tagebuch: 22. Oktober 2015

Neulich im LaGeSo gewesen und Babykram vom Drogeriemarkt hingebracht. Scheinbar einen seltenen „guten“ Tag erwischt, Wetter war mild, Andrang kein Inferno, plus verhältnismäßig gute Laune im Haus R, wo Klamotten und Gebrauchsgegenstände gelagert werden. Und doch ist mir seit gestern so als hätte ich in das tiefste Loch im All gestarrt und es hätte zurückgestarrt. Das kommt, weil ich gelesen habe, dass auf dem Gelände eine Frau „suizidgefährdet und katatonisch“ herumirrt und nicht entsprechend betreut wird, weil man ja mit der körperlichen Gesundheit der Leute schon überfordert ist. Der Zustand der Frau ist der Tatsache geschuldet, dass man auf der Überfahrt ihr Baby über Bord geworfen hat, weil es geschrien hat und das ist eigentlich mit das Schlimmste was ich jemals im Leben gehört habe. Das hätte ich vermutlich schon behauptet, bevor ich selber Kinder hatte, aber grade jetzt, wo hier ein Baby auf vier Pfoten durchs Haus manövriert, ist das der noch viel nacktere Wahnsinn. Und dann schaust du dir so einen Pegida-Menschen von der Demo neulich an und hörst dir an, was ihm so fehlt im Leben oder wovor er Angst hat. Geh leck mich doch am Arsch.

PS: Wer die Einrichtung Moabit-hilft unterstützen will, kann und sollte das per Spende HIER tun.

2 comments / Add your comment below

  1. Danke. Vor lauter Hektik hab ich das schlimmste Wort im Text („geworfen“) dann auch gleich falsch geschrieben („geworden“). Das war wohl ein Selbstschutz-Verschreiber.

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