Letzten Endes besser als Deep Impact und Armageddon.
Kurzkritiken
Kurzkritik zu Fast (& Furious) Five
Dumm fickt gut.
Kurzkritik zu Hanna
Grimmig in seine eigene Märchenmetaphorik verliebter Agentenmumpitz mit hohem Dialogschämfaktor.
Kurzkritik zu Captain America
Eingangs charmante amerikanophile Nummernrevue inklusive großartigem Propaganda-Musical, die ab der zweiten Hälfte den Krieg gegen die Regelhaftigkeit des Action-Genres ebenso verliert wie ich den Kampf gegen den Schlaf.
Kurzkritik zu Rise Of The Planet Of The Apes
Das ist ja die Überschrift schon fast länger als die Kurzkritik. Rührseliger, gut choreographierter Actionfilm, dessen Drehbuchschreiber sicher kein Logikserum verabreicht bekommen hat. Am spannungsarmen letzten Drittel ist der offensichtlich auf Valium gesetzte James Franco aber unschuldig und die Schlussszene kann allen abgenudelten Wortwitzen zum Trotz einfach nur als affig bezeichnet werden. Im Großen und Ganzen aber 1A(ff).
Kurzkritiken zu Rango, Limitless und A Shot In The Dark
Rango:
Nicht halb so lustig wie er sein könnte, hätte man ihn ein bisschen dreckiger und verlogener gelassen. Aber da es vermutlich ein Kinderfilm sein soll, ist das kein echter Kritikpunkt. Die Handlung verdunstet leider ab der Mitte des Films genau wie jeder Schluck Wasser in den ersten zwei Dritteln, aber dafür hat man danach einen saumäßigen Durst.
Limitless:
Langweilige Lebensgeschichte eines Viagra-Benutzers und ultrapenetrantes (sic!) Licht-, Kamera- und Actiongeprotze.
A Shot In The Dark:
Ich wollte nur mal überprüfen, ob ich immer noch drüber lachen kann, wenn das Auto an dem Brunnen hält und Peter Sellers beim Aussteigen reinfällt. Funktioniert bestens. Elke Sommer ist scharf in dem Film.
Und ich hab aus Versehen eine zweite Kritik zu Insidious geschrieben, wobei die Erste besser war. Kann ja mal passieren.
Insidious:
Wir haben ja schon in Paranormal Activity gerlernt, dass der Dämon an sich flexibel ist, was die Unterkunft betrifft. Nicht Mieten, Kaufen, Wohnen ist also die Lösung, sondern ein Wochenendausflug in die schönen Astralfelder, wo das Wetter nicht halb so schlimm sein kann wie im August in Deutschland. Trotz der etwas konstruierten Gläserrück-Handlung und offensichtlich unvermeidbaren Klischees wie Kinderzeichnungen, welche „die schreckliche Wahrheit kundtun“, ein äußerst sportlicher Versuch, die Angst fast ausschließlich über Stimmung und Story zu erzeugen, was ganz gut gelingt, vor allem bei Babyfon-Benutzern.
Kurzkritiken zu The Lincoln Lawyer und Insidious
The Lincoln Lawyer:
Lässt man Matthew McConaughey einfach nur einen Schleimbatzen sein, der nicht alle zwei Minuten sein Unterhemd auszieht, funktioniert er perfekt als Milieufigur. Sehr amüsanter Gerichtsthriller, dem aufgrund der ansehnlichen und wohltemperierten Inszenierung so manches Klischee verziehen werden kann. Ryan Phillippe ist hier das hässliche Abziehbild seines „Cruel Intentions“-Charakters.
Insidious:
Paranormal Activity ohne Überwachungskameras, mit Schnittplan und ausführlichen Erklärungsmodellen für Astralwanderer und solche, die es werden wollen. Das ist teils um die Ecke gedachter, teils herrlich altmodischer Haunted-House-Grusel und darf nicht vor Anbruch der Dunkelheit angeschaut werden, sonst wirkt der eine oder andere Dämon albern. Im Dunklen dann aber echt ast(ral)reine Unterhaltung.
Kurzkritik zu Harry Potter & The Deathly Hallows 2
Bringt ein Handlungsknäuel zur Entwirrung, in dem sich selbst Potter-Komplettisten wie ich schon vor drei Filmen rettungslos verheddert haben. Tut das mit beeindruckender FX-Grazie. Eins hab ich aber nie verstanden und das hat sich bis zuletzt nicht geklärt: was ist mit der Nase von Voldemort passiert?
Kurzkritiken zu Sucker Punch, Battle LA, The Rite, Wir Sind die Nacht
Sucker Punch:
Superbe Girls in Strumpfhosen, eingebettet in einer Handlung, die ich nicht verstanden habe, aber von der ich auch nicht das Gefühl hatte, sie verstehen zu müssen. Zack Snyder soll bitte unbedingt mit diesen Zeitlupensequenzen aufhören. Zuviel Musik außerdem. Die völlig überdrehten Actionszenen machen’s aber wieder wett, auch wenn mich die meisten Kinokritiker für diese Meinung einweisen lassen würden.
Battle LA:
Black Hawk Down mit Aliens und ohne politische Message. Das ist an sich schon bedenklich, aber wenn man einen Handlungsmumpitz wie diesen dann der Pseudoauthentizität halber mit einer Armada von Wackelkameras inszeniert, hat man die Schüttelinvasion mehr als verdient.
The Rite:
Für einen Exorzistenfilm, der ja quasi ex cathedra (!) in seinem Handlungspielraum begrenzt ist, eine spannende Vorgeschichte mit teuflisch guten Bildern des schäbigen Roms, und das ist ja ein Aspekt der Stadt, den man nicht inszenieren muss. Danach verfällt der Film leider in alle nur denkbaren Klischees vom alten und jungen Priester, vom gläubigen und ungläubigen Priester, vom besessenen und unbesessenen Priester und in denen eiert der Film dann auch zu einem dubiosen Happy End, das einen als Dämoniefilmfan nur kreuzunglücklich machen kann.
Wir sind die Nacht:
Was unterscheidet den deutschen Vampirfilm vom deutschen Film an sich? Nichts. Gründlich produziert, peinlich inszeniert.
Kurzkritik zu X-Men: First Class
Vaughns X-Men Prequel nimmt sein Sujet trotz der Austin-Powers-Kulisse erstaunlich ernst, pfuscht ein wenig in der X-Men-Historie herum, aber serviert genug X-Men-Historie, um X-Men-Historiker wie mich bei den Aufmerksamkeitsgenen zu packen. January Jones als Emma Frost ist nach Hugh Jackman als Wolverine die beste Casting-Leistung aller Marvel-Verfilmungen. Apropos Jackman: Nie wurde Wolverine originalgetreuer verfilmt als in den zwanzig Sekunden Cameo in diesem Film.
