Kurzkritik zu Source Code

Duncan Jones hat das Rechenheft nicht immer ganz in der Hand bei diesem pfiffigen Sachaufgabe-Thriller mit Murmeltiereffekt. Jake Gyllenhalls Selbstironie sollte als eigener Credit angeführt werden und sie schafft es auch, am Ende über eine metaphysische Theorie zu diskutieren, die von Anfang an kompletter Nonsens ist.

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Kurzkritiken zu Scream 4 und The Wild Hunt

Scream 4:
Völlig verpeilter Meta-Slasher, der sowohl in der Theorie als auch in der Praxis schon an der ersten roten Ampel (sprich beim ersten Mord) mit Karacho durch die Schlitzerscheinprüfung fällt.

The Wild Hunt:
Zunächst dösiger Halbthriller über ein Echtzeitrollenspiel und eine unglückliche Frauengeschichte. Garniert mit Corpse Paint, hipper nordischer Mythologie, einer Herr-der-Fliegen-Dynamik und einem deprimierenden Setting im tiefen kanadischen Wald ergibt das trotz vorhersehbarster Handlung ein ziemlich ungutes Gefühl, sobald der Film vorbei ist.

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Kurzkritiken zu Exit Through The Giftshop, Tangled und Trollhunter

Exit Through The Giftshop
Banksy ist ein lustiger Typ. Da zeigt er uns zunächst wie toll Street Art ist, dann zeigt er uns, dass jeder Idiot Street Art machen kann und dann lässt er uns mit dem Gefühl zurück, dass zwar jeder Idiot Street Art machen kann, aber niemand so lässig mit dem Mainstream umgeht wie er selbst. Denn er macht gleich einen ganzen Film darüber, dass jeder Depp Street Art machen kann. Und von dem bleiben am Ende trotz der Dreifach-Moral ein paar ziemlich schöne Bilder im Gedächtnis.

Tangled
Seit wann wird in Walt-Disney-Filmen wieder gesungen und seit wann find ich das eigentlich gut?

Trollhunter
Die Norweger sind schon lustige Typen. Jagen das Mockumentary-Genre ins Absurde und lassen einen kauzigen Norweger in Begleitung einer studentischen Filmcrew – die in Norwegen wesentlich mythischeren als bei uns – Trolle jagen. Das ist natürlich im wahrsten Sinne des Wortes zunächst ein Riesenspaß, der sich aber schnell verkleinert, wenn außer nächtlichen Trollpöbeleien nichts Neues passiert. Nur der Bossgegner am Ende hat es nochmal in sich. Ansonsten genau wie der Troll-Vortrag von Sascha Lobo bei der RP neulich eine witzige Idee, die sehr schnell aberwitzig wird.

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Kurzkritik zu Winter’s Bone

Ein dermaßen deprimierender Film über die Malaisen des amerikanischen Hinterwalds, dass mir danach alles weh getan hat, vor allem das Knie. Kann aber auch dran gelegen haben, dass ich in so einer unbequemen Lage vorm Rechner eingeschlafen bin.

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Kurzkritik zu Tron Legacy

Hätte man vermutlich in 3D sehen müssen, um dem Film irgendwas abzugewinnen. In 2D bleibt folgendes hängen: Das unfassbar schwache Drehbuch, ein gelangweilter bis völlig teilnahmsloser Garrett Hedlung, ein total überdrehter Michael Sheen, das mich völlig nervös machende Digitalgesicht von Jeff Bridges jüngerem Alter Ego und der penetrant übermotivierte Daft Punk-Soundtrack. Olivia Wilde ist der einzige Lichtblick.

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Kurzkritik zu Monsters

Das angebliche lowe Budget führt zu einer ziemlich stimmungsschwangeren Andeutungspoesie in New Monstico. Bis zur Hälfte des Films war ich aus dem Häuschen, spätestens ab der obligatorischen Söldnertruppe war ich wieder auf dem Boden. Gesamteindruck bleibt aber positiv wegen der monströsen Landschaftsmalerei, die der platten Immigrationsmetapher fantasievoll die Stirn bietet.

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Kurzkritik zum DFB-Pokal-Halbfinale

Opportunistische Spielzerstörung der Magath-Galeeren-Rudermannschaft und das nennen dann manche noch clever. Ich nenne es hässlich und hinterfotzig. Die Bayern hingegen voll in Faschingslaune. Vorne als FC Barcelona für Arme verkleidet und hinten als Wikileaks. Spätestens jetzt weiß wirklich auch der FC Blau-Weiß Dachwig-Döllstädt wie man den Bayern einen reinbummst. Danke dafür, Herr Van Gaal.

Kurzkritik zu True Grit

Bis an die Schmerzgrenze dialoglastiger Neowestern mit großartigen Darstellern, die bis auf Hailee Steinfeld alle von den Coens zum soziophonetischen Hinterwäldlernuscheln gezwungen wurden und einem als Nichtnativespeaker in der Originalversion einige Geduld abverlangen. Insofern selbst für mich Westernfan ein langer, langer Ritt.

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Kurzkritik zu 127 Hours

Unangenehme Filminstallation zum Thema Überlebenswille, aber ein Lehrstück in Sachen Bild und Ton, Licht und Musik. James Franco ist die männliche Natalie Portman dieser Oscar-Saison.

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