Kurzkritik zu Harry Potter & The Deathly Hallows 2

Bringt ein Handlungsknäuel zur Entwirrung, in dem sich selbst Potter-Komplettisten wie ich schon vor drei Filmen rettungslos verheddert haben. Tut das mit beeindruckender FX-Grazie. Eins hab ich aber nie verstanden und das hat sich bis zuletzt nicht geklärt: was ist mit der Nase von Voldemort passiert?

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Kurzkritiken zu Sucker Punch, Battle LA, The Rite, Wir Sind die Nacht

Sucker Punch:
Superbe Girls in Strumpfhosen, eingebettet in einer Handlung, die ich nicht verstanden habe, aber von der ich auch nicht das Gefühl hatte, sie verstehen zu müssen. Zack Snyder soll bitte unbedingt mit diesen Zeitlupensequenzen aufhören. Zuviel Musik außerdem. Die völlig überdrehten Actionszenen machen’s aber wieder wett, auch wenn mich die meisten Kinokritiker für diese Meinung einweisen lassen würden.

Battle LA:
Black Hawk Down mit Aliens und ohne politische Message. Das ist an sich schon bedenklich, aber wenn man einen Handlungsmumpitz wie diesen dann der Pseudoauthentizität halber mit einer Armada von Wackelkameras inszeniert, hat man die Schüttelinvasion mehr als verdient.

The Rite:
Für einen Exorzistenfilm, der ja quasi ex cathedra (!) in seinem Handlungspielraum begrenzt ist, eine spannende Vorgeschichte mit teuflisch guten Bildern des schäbigen Roms, und das ist ja ein Aspekt der Stadt, den man nicht inszenieren muss. Danach verfällt der Film leider in alle nur denkbaren Klischees vom alten und jungen Priester, vom gläubigen und ungläubigen Priester, vom besessenen und unbesessenen Priester und in denen eiert der Film dann auch zu einem dubiosen Happy End, das einen als Dämoniefilmfan nur kreuzunglücklich machen kann.

Wir sind die Nacht:
Was unterscheidet den deutschen Vampirfilm vom deutschen Film an sich? Nichts. Gründlich produziert, peinlich inszeniert.

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Gegenlicht

In einem kühlen Gegenlicht,
das dem grellen Draußen
eines kalten und klaren
Februartags entstammte,
wirkte O. eher wie eine Erscheinung.

Das Gegenlicht kam ihrem
ohnehin schon spukhaften Äusseren
entgegen und jetzt war sie endgültig
die schemenhafte, nicht fassbare

Verkörperung einer stummen Rache,
die sie nicht nur an mir,
sondern an der gesamten Welt
verüben konnte.

Die Rache für die
Zurückweisungen, die vermeintlichen,
derer sie die letzen 22 Jahre
anheim gefallen war.

Die Angeblichkeit ihrer Verletzungen,
ihrer kaum venarbenden,
war ihr Geheimnis,
ihre mysteriöseste Stärke.

Ein intensives Beharren
auf Andeutungen anstelle von
Ansätzen bewahrte ihr
die Aura der gebrochenen Schönheit.

In Wirklichkeit war
sie ein selbstgerechter Kotzbrocken,
der vor allem vor sich
selbst die größtmögliche

Verschleierung anwenden musste,
um nicht früher oder später
zwangsläufig auf die
eigene Unausstehlichkeit zu stoßen.

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Beim Europameister

Ich sitze ja gerade auf einer griechischen Insel herum und mir ist fast alles egal. Das geht mir immer so, wenn ich in Griechenland bin und man könnte jetzt unken, dass das die fatale Wirkung von so einer hübschen Verfallslandschaft mit Meerzugang ist und wir deshalb so despektierlich in den deutschen Medien über die Griechen berichten, wie wir das zum Teil tun. Aber darauf will ich gar nicht hinaus. Eher darauf, dass hier alle in ihrer Wurschtigkeit schon viel eher zur Menschenfreundlichkeit tendieren als die Deutschen mit ihrer Lebenskontrolle. Wenn du hier mit einem Kleinkind durch die Ruinen der Zivilgesellschaft schlenderst, hast du im Nu zwei, drei Gesprächspartner um dich versammelt und garantiert keiner davon zeigt dir, wie du dein Kind richtig in den Kinderwagen setzt, wie neulich wieder in Berlin beobachtet. Und mein Gott – dass jedes Haus anders ausschaut und jeder Zentimeter vom noch so entlegenen Wegesrand mit Müll übersät ist, ändert ja auch nichts daran, dass die Leute hier einen empathischen und familienorientierten Egoismus pflegen, der mir bedeutend lieber ist als das brutale Kompetitionsbiografieren in Städten wie Berlin. Sowas ist hier höchstens zum Gewinn einer Europameisterschaft zu gebrauchen. Danach möge der Deutsche aber bitte wieder gehen. Aber was weiß ich schon, ich bin ja auch ein Ausländer im Urlaub und sehe sowieso alles durch die Bauernsalat-Brille. Ihr dürft auch mal schnell durchschauen. Bittschön!

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Kurzkritik zu X-Men: First Class

Vaughns X-Men Prequel nimmt sein Sujet trotz der Austin-Powers-Kulisse erstaunlich ernst, pfuscht ein wenig in der X-Men-Historie herum, aber serviert genug X-Men-Historie, um X-Men-Historiker wie mich bei den Aufmerksamkeitsgenen zu packen. January Jones als Emma Frost ist nach Hugh Jackman als Wolverine die beste Casting-Leistung aller Marvel-Verfilmungen. Apropos Jackman: Nie wurde Wolverine originalgetreuer verfilmt als in den zwanzig Sekunden Cameo in diesem Film.

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Kurzkritik zu Source Code

Duncan Jones hat das Rechenheft nicht immer ganz in der Hand bei diesem pfiffigen Sachaufgabe-Thriller mit Murmeltiereffekt. Jake Gyllenhalls Selbstironie sollte als eigener Credit angeführt werden und sie schafft es auch, am Ende über eine metaphysische Theorie zu diskutieren, die von Anfang an kompletter Nonsens ist.

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Im Ernst

Leute, gebt nicht auf. Im Gegenteil. Es ist die außerordentlichste Entmenschlichung, die mich immer interessiert hat. Und darüber einen Witz zu reissen. Aber das Lachen bleibt einem natürlich im Hals stecken, wenn man sich so in die Wahrheit verbeisst. Der Trick ist, laut aufzustoßen und unmittelbar weiter zu lachen. Am besten über die eigene Entartung. Die ganze Zeit einfach weiterlachen, bis man tot umfällt. Dann kann man immerhin sagen: Schön war’s jetzt nicht direkt unbedingt immer, aber lustig die meiste Zeit schon.

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Kurzkritiken zu Scream 4 und The Wild Hunt

Scream 4:
Völlig verpeilter Meta-Slasher, der sowohl in der Theorie als auch in der Praxis schon an der ersten roten Ampel (sprich beim ersten Mord) mit Karacho durch die Schlitzerscheinprüfung fällt.

The Wild Hunt:
Zunächst dösiger Halbthriller über ein Echtzeitrollenspiel und eine unglückliche Frauengeschichte. Garniert mit Corpse Paint, hipper nordischer Mythologie, einer Herr-der-Fliegen-Dynamik und einem deprimierenden Setting im tiefen kanadischen Wald ergibt das trotz vorhersehbarster Handlung ein ziemlich ungutes Gefühl, sobald der Film vorbei ist.

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Brenners Bundesliga 2010/2011 (34)

Spieltag 34: Muß I denn, muß I denn zum Ligale hinaus

Die letzte Ausgabe von Brenners Bundesliga vor der Sommerpause ist angebrochen und alle, die sich sowieso über die Mutation dieses Blogs zum Fußballstammtisch entsetzt haben, können bis zur ersten Augustwoche durchatmen. Nach der Analyse des Spieltags gibt’s meine Elf der Saison. Und eins sei noch angemerkt: das war die verrückteste und nervenaufreibendste Saison, an die ich mich erinnern kann, aber sie hat immerhin den richtigen Meister gefunden.

FC Bayern – Stuttgart 2:1 (1:1)
Über weite Strecken ein ausgeglichener Schlagabtausch. Die Stuttgarter haben die Kurve mental wie organisatorisch gekriegt. Ich glaube zwar immer noch, dass sie das auch mit Gross geschafft hätten und dass der Bobic’sche Aktivismus seiner Grünheit im Amt geschuldet ist, aber letztlich hat ihm die hervorragende Rückrunde Recht gegeben. Der FC Robben hat auch eine okaye Rückrunde hinter sich und letztlich muß man folgendes Fazit zur enttäuschenden Bayern-Saison ziehen: Ein Holländer war zu lange dabei, der andere zu kurz. Gomez scheint selbst im Tiefschlaf Tore zu schießen, während bei Klose Kaffee und Koks verloren ist. Der Petersen wirds dankbar zur Kenntnis genommen haben.

Hoffenheim – Wolfsburg 1:3 (0:0)
Kein unverdienter Sieg der Wölfe, allerdings mit der unverdienten Konsequenz des Klassenerhalts. So wie in diesem Verein in diesem Jahr Schindluder mit Personal getrieben wurde, hätte eine kleine Bedenkzeit in der zweiten Liga nicht geschadet. Und der Magath hätte hoffentlich endlich mal eine Weile seine blöde Süffisanz abgelegt. Die Causa Diego seh ich übrigens folgendermaßen: Diego hat nicht seine beste Saison gespielt, aber er hat sich gerade gegen Ende der Saison wirklich ins Zeug gelegt. Dass Magath genau seinen Spielertyp nur allzugern brüskiert und aussondert, das kann sich der Diego natürlich denken und auf Waldlauf wird er auch nicht stehen, und damit ist es letztlich egal, ob er jetzt gleich rausfliegt, weil er aus der Mannschaftsbesprechung ausgebüchst ist oder in einer Woche eh zum nächsten Verein mit zuvielen locker sitzenden Millionen und einem Trainer mit mehr Herz für liebesbedürftige Starspieler geht.

Hannover – Nürnberg 3:1 (1:1)
Schade, dass der Club in den letzten paar Wochen noch einmal so auf den Boden der Tatsachen geholt wurde, weil er ist mir mit seinem Arbeiterfußball deutlich sympathischer als diese schmierig effizienten Konterschleicher von Hannover. Und mit dem Gündogan (ab nach Dortmund), Ekici (ab nach Bremen) und dem Torsassa Eigler blitze dazwischen sogar eine Art Spielkultur auf.

Dortmund – Frankfurt 3:1 (0:0)
Das ist echt das geilste an der BVB-Meisterschaft, dass die in dieser Saison keinen einzigen Elfer ins Häusl gemacht haben. Und in dem Spiel sogar gleich zwei ins Unterholz geschossen. Aber der Heribert Bruchhagen hat trotzdem am Ende ganz erbarmungswürdig ausgesehen und mir leid getan. Wenn der Daum jetzt auch in der zweiten Liga bei der Eintracht bleibt, dann kann er zeigen, was er wirklich kann.

Hamburg – Gladbach 1:1 (0:1)
Gladbach muß jetzt die Relegation knacken, alles andere wäre nach der Leistung der letzten Spiele eine himmelschreiende Ungerechtigkeit.

Mainz 05 – St. Pauli 2:1 (0:1)
Ciao Pauli. Für die Leistung gehört ihr wenigstens nicht „vom Platz geprügelt“, wie euer Ex-Trainer Stani das letzte Woche so figurativ formuliert hat.

Köln – Schalke 04 2:1 (1:0)
Muß man auch nicht verstehen, warum Schalke beschlossen hat, nie wieder ein Spiel zu gewinnen. Der DFB-Pokal wird dadurch wenigstens spannend.

Freiburg – Leverkusen 0:1 (0:1)
Ist schon gut, dass der Heynckes jetzt nicht noch die Vizemeisterschaft in den Sand gesetzt hat. Das wäre kein gutes Vorzeichen für seine Tätigkeit beim FCB. Und die Bayern hätten die direkte Champleague-Quali auch nicht verdient.

Lautern – Bremen 3:2 (3:1)
Hier war was los. Aber außerhalb vom Betzenberg hat’s niemand interessiert. Bremen hat sich diese Saison einfach nur eine Auszeit genommen. So eine Art mentales Sabbatical. Lautern hat sich seinen Platz in der ersten Liga aufrichtig erlaufen und erschossen. Passt.

Zum Abschluss meine Elf der Saison, wobei ich Schürrle auf die linke Seite geschummelt habe, weil ich ihn sonst nirgendwo mehr untergebracht hätte. Gewichen ist dafür Ribery, der irgendwie nur selten auf der Höhe seines nach wie vor unbestrittenen Könnens war. Und zwischen Müller und Götze hab ich mich einfach nicht entscheiden können.

Brenners Bundesliga kommt wieder im August. Bis dahin die Bälle flachhalten. Euer Burnstl.

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Brenners Bundesliga 2010/2011 (33)

Spieltag 33: Schafott

St. Pauli – Bayern München 1:8 (0:2)
Furchtbarer Totentanz von Pauli. Stanislawski hätte einen angenehmeren Abschied verdient als den höchsten Auswärtssieg von Bayern und die höchste Pauli-Niederlage. Bei den Totenköppen hat sich nur Lechner gegen die Blamage gestemmt. Das Verletzungspech am Millerntor war ja wirklich phänomenal, dazu kamen ein paar höchst unglückliche Niederlagen in der Rückrunde und der sicherlich verfrüht bekanntgegebene Abschied von „Stani“, letztlich hat Pauli aber nie die Qualität im Abschluss besessen, um sich aus den unteren Rängen zu schießen und somit ist der Abstieg traurig aber folgerichtig. Und der einzige Titel der Bayern in dieser Saison geht an Mario Gomez für dieses nicht mehr enden wollende Torgeschieße.

Frankfurt – 1. FC Köln 0:2 (0:1)
Daum hat resigniert („Vielleicht haben wir nicht die Qualität…“) und Köln vergibt seriell Chancen beim all-you-can-score-Buffet. Das war’s wohl für Frankfurt. Und hoffentlich auch für den Teil der Fans der selbst im geistigen Niemandsland noch in der Kreisklasse spielt. Siehe Szenen nach dem Spiel. Und was sich Skibbe wohl jetzt denkt. Wer sich nicht mehr erinnert – das ist der Trainer, der nach dem einzigen Sieg Frankfurts der letzten Monate seine Entlassungspapiere abholen durfte. Der Heribert raucht erst mal eine.

Leverkusen – Hamburger SV 1:1 (0:1)
Genau. Soll doch Leverkusen in die Champions-League-Quali und die Bayern qualifizieren sich direkt. Dass da vorher keiner drauf gekommen ist. Zum Thema HSV sag ich jetzt besser nichts mehr und warte einfach ab, was Grunge-Oenne und sein sündhaft teurer Sportdirektor Frank Arnesen ab Juli ausklabautern.

Schalke 04 – Mainz 05 1:3 (0:0)
Au Backe, Ralf Rangnick. Wenn du jetzt noch den DFB-Pokal versäbelst, dann wird das ein kurzes Gastspiel. Magath würde schmunzeln, wenn er derzeit was zu schmunzeln hätte. Übrigens, wenn man sich die Tabelle mal ansieht, ist Schalke mit 40 Punkten dem Abstieg auch nur knapp von der Schippe gesprungen.

Bremen – Dortmund 2:0 (1:0)
Bremen gewinnt gegen den deutschen Meister und niemand interessiert’s. Aber der Schaaf wird jetzt einfach nur froh sein, wenn er den Zipfel Arnautovic nicht mehr sehen muss. Der ist weg, da bin ich mir sicher nach den jüngsten Querelen. Pizarro ist und bleibt einer der besten Stürmer der alten Schule der Liga.

Stuttgart – Hannover 2:1 (0:0)
Ich sags doch, Europa-League passt besser zu Hannover als Champions-League. Aber Respekt für diese Cinderella-Geschichte. Hannover war die letzten Jahre (besonders unter Hecking) einer der ununterhaltsamsten und abstiegswürdigsten Mannschaften der Liga. Und wer hätte gedacht, dass ausgerechnet Labbadia die Stuttgarter in der Liga konsolidiert. Und dass Cacau sich erst mit Erreichen des Klassenerhalts seine überfällige Leisten-Operation gönnt. Das nenn ich Einsatz, das sind die Eier für den Klassenerhalt, die man auch dem Rest der Mannschaft attestieren muß. Was macht Camoranesi eigentlich heute?

Wolfsburg – Kaiserslautern 1:2 (1:2)
Ausgerechnet Lakic. Was besagt eigentlich sein Vertrag, wenn Wolfsburg absteigt? Muß er sich dann immer noch im grünen Trikot fotografieren lassen, während seine roten Teufel die Bundesliga aufmischen? „Die Wolfsburger Fans bibbern um den Klassenerhalt“ heißt es im Fernsehen. Ich wusste gar nicht, dass Wolfsburg Fans hat.

M’gladbach – Freiburg 2:0 (0:0)
Großartige Gladbacher. Die Agenda von Stefan Effenberg zum gewaltsamen Umsturz des Vereins kann man sich demnächst auf der Hauptversammlung anhören, aber Max Eberls Verpflichtung von Favre war dennoch pures Gold. Der hat nämlich genau das ausgemerzt, was bei Gladbach als Einziges nicht gestimmt hat – die Nervosität in der Defensive. Und schon wieder überragend: Reus und Dante. Beides Kandidaten für meine Elf der Saison 2010/2011.

Nürnberg – Hoffenheim 1:2 (1:1)
Nachdem ich ja unter schärfster Beobachtung vom Rationalstürmer und dem Stilhäschen steh und ich mir die letzten Jahre im Netz schon genug Feinde gemacht habe, sag ich mal nichts zum Glubb, außer dass der BVB mit drei Mille für den Gündogan ein super Schnäppchen macht.

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