Brenners Bundesliga 2010/2011 XXL (32)

Spieltag 32: Ein Schales Gefühl

Zunächst natürlich Glückwunsch an den BVB. Selbst die Pilsduschen nach dem Spiel erfolgten in geschlossener Formation und wirkten trotz des jungen Alters ihrer Teilnehmer äußerst souverän. Lediglich die Abwesenheit von Weißbier hätte ich zu bekritteln, aber gut, andere Länder andere Sitten. Im Ernst, da hat alles gestimmt, das ist keine Überraschungsmeisterschaft. Klar, jetzt lobpreisen alle die festungsartige Innenverteidigung aus Subotic und Hummels, Weidenfeller wird zum neuen Volkstorwart erhoben und die Jugendkultur als Allheilmittel genannt. Doch dafür braucht es ein System, eine Mannschaftsseele und einen wie Klopp. Da leg ich mich fest. Ohne Klopp, kein Titel.

Ich muß die Partystimmung an dieser Stelle dennoch ein bisschen trüben. Seit dem Spiel von Luke Guardiola gegen Darth Mourinho letzten Mittwoch, hat Kai Dittmann bei mir Hausverbot. Niemand, noch nicht einmal Marcel „Geilster Silberhengst von allen Fußballreportern“ Reif redet so einen Stuss wie Kai Dittmann. Ich glaube mittlerweile gar nicht mehr, dass der Mann kommentiert, er spricht einfach nur mit sich selbst in einem nie mehr enden wollenden Stream Of (Un)Consciousness. Und weil ich grad beim Austeilen bin: Stoppt Kai Dittmann, aber schickt im selben Atemzug Manni Breuckmann in ein schallisoliertes Altersheim. Und lasst ihn bitte nie, nie wieder ein Konsolenspiel kommentieren. Allerdings hat sich erst im Verbalduell mit dem Nonsenspopulisten Breuckmann auf Sport1 gezeigt, wie souverän der Nerlinger mittlerweile mit den Medien umgeht und sogar eine Franz-Beckenbauer-Parodie steckt in ihm. Mein Vater sagt ja immer, der Nerlinger ist nur ein Platzhalter für den Kahn als hoeneß-gleicher Manager.

Und dann natürlich auch Glückwunsch an die Hertha fürs erfolgreiche Aussitzen der zweiten Liga. Im Nachhinein muss man zugeben, dass für die meisten etablierten Bundesligavereine so ein Abstieg die einzige Möglichkeit ist, auch mal eine Meisterschaft zu feiern. Dieses Wochenende hat den Berlinern ja ausgerechnet der TSV (Trümmersportverein) 1860 in die Suppe gespuckt, aber am nächsten Wochenende wird zurückgebabbelt.

Dortmund – Nürnberg 2:0 (2:0)
Spieler des Spiels war Dortmund-Vorstand Rauball. Wie der Mann der Bierdusche ausgewichen ist, das hatte die Leichtigkeit eines Mr. Miyagi. Ansonsten veritable Gegenwehr vom Club, aber der Tag war so gelb-schwarz wie zuletzt nur der 27. September 2009.

München – Schalke 4:1 (3:1)
Es war zum Heulen. Nicht das Spiel, sondern meine Geschichte dazu. Ich sitz während des Spiels im Gebruder-Proberaum und habe den Bandkollegen den Kontakt zur Außenwelt verboten, um das Ergebnis nicht zu spoilern. Ich hatte mir schon den Wecker auf die Wiederholung am Sonntag um 6 Uhr früh gestellt. Und was passiert? SMS auf meinem eigenen Handy. Ich sag so zum Kollegen Grimster, er soll erst prüfen, ob es in der SMS um Fußball geht. Er so: „Nee, geht um Zahnweh“. Ich so: „Ah gut, gib her.“ Ich so: „Fuuuuuuuuuuuuuucccccccckkkkk“. Er so: „Häh?“ Ich so: „Da stand ganz unten: Glückwunsch!“ Im Nachhinein muß ich aber sagen, es ist eine wahre Erholung, mal ein Spiel anzuschauen mit der Prämisse, dass du es angeblich gewinnst. Und schont auch die Inneneinrichtung ungemein. Das Spiel selbst war in der ersten Halbzeit ein einziges Kabinettstückchen. Wenn sich Ribbenmüllez grade nicht die Ehre gegeben haben, ist Badstuber auf der anderen Seite „eingesprungen.“ Schalke schien irgendwie keine Lust zu haben. Und ich prognostiziere, dass diese Lustlosigkeit sich auch im Rückspiel gegen Manchester bemerkbar machen wird und es selbst im DFB-Pokal-Finale gegen Duisburg eng wird. Nur Neuer, der kann immer. Selbst wenn ihm immer noch diese widerwärtig erfolgsverwöhnten Ultra-Arschlöcher die Gefolgschaft verweigern. Wer fragt euch, ihr hässlichen Menschen in der Südkurve?

Hamburg – Freiburg 0:2 (0:1)
Aber Hauptsache den Vertrag von Grunge-Oenning verlängern. Hab ich das nicht schon letzte Woche geschrieben? Die ganze Saison ist ein Schlag ins Gesicht eines handelsüblichen HSV-Fans. Aber da trifft es natürlich auch selten die Falschen. Haha und sorry, MC Winkel.

Mainz 05 – Frankfurt 3:0 (3:0)
Da kann man im Nachhinein nur Heribert Bruchhagen zu seiner Trainerwahl gratulieren. Ich sag ja nicht, dass es mit Skibbe im Großen und Ganzen besser gelaufen wäre, aber es wäre ganz sicher nur halb so peinlich. Die Bruchweg Boys spielens noch einmal, Sam.

Hoffenheim – Stuttgart 1:2 (1:0)
Gibt ja eh nix zu holen für Hoffenheim, warum sich also sinnlos gegen Stuttgart auflehnen. Ich bin kein Fan von dem kopflosen Trainer-Dumping der Schwaben, aber ich glaube ähnlich wie bis vor kurzem noch bei Schalke hat die Mannschaft begriffen, was um sie herum vorgeht. An Labbadia kanns ja wirklich nicht liegen.

Köln – Leverkusen 2:0 (0:0)
In Köln ist schon wieder Fasching. Der Verein ist ja ein Albtraum für jeden Bet&Win-Kunden.

Hannover – M’gladbach 0:1 (0:0)
Haha! Die Gladbacher schon wieder. Der Bald-Bayer Reus schon wieder. Und ich sags ja, Championsleague und 96, da wächst auseinander, was nicht zusammen gehört.

Bremen – Wolfsburg 0:1 (0:1)
Arnautovic ist eine Pfeife, aber selbst Sandro Wagner hätte es nicht richten können. Bremen fehlen Ideenfabrikanten wie Özil und Micoud, denn Marin kriegt das alleine nicht hin. Und natürlich fehlt ein Killer im Strafraum, denn Pizarro war zu oft verletzt und der ist der Einzige. Zudem kann man es nicht ausreichend betrauern, dass Naldo so lange ausgefallen ist. Wolfsburg scheint der Relegation nochmal von der Schippe zu grätschen und das verdanken sie – jetzt schlagt mich – zu großen Teilen auch dem Engagement von Diego. Was der wohl ab Juli macht. Wer spielt schon gerne unter Magath…

Kaiserslautern – St. Pauli 2:0 (1:0)
Das war eine völlig folgerichtige Bestandsaufnahme im Abstiegskampf. Kaiserslautern hat die besseren Individual-Spieler und natürlich auch nicht das Verletzungspech von St. Pauli. Aber irgendwer muß ja absteigen und warum nicht die derzeit schwächste Mannschaft neben Bayern München. Ha! Wir Bayern-Fans sind so geile selbstironische Typen.

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Der lange Weg nach Hause

Ich weiß schon noch, wie ich in die Wiesen hinausgelaufen und sterbensvollerdreck Stunden später zurück ins Haus geschlichen bin. Ich weiß noch, dass es mir da gutgegangen ist. Ich wusste es die ganze Zeit, aber erst neulich war ich wieder draußen – nach 25 Jahren. Und oben auf dem Hanselberg bei der alten Sandgrube. Und unten an der Laber. Und im Unterholz über den Hügeln. Und keine Ahnung warum es soviele Jahrzehnte gedauert hat, bis ich mir eingestanden habe, dass das eine kleine Idylle war und ist.

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Brenners Bundesliga 2010/2011 (31)

Spieltag 31: The Good, the Bad and the Abwehr von Bayern München

Frankfurt – Bayern 1:1 (0:0)
Erstaunlich scheiße von den Bayern in der zweiten Halbzeit gespielt, wenn man bedenkt, dass angeblich ein Umdenken stattgefunden hat. Bedenkt man das nicht, war’s das in dieser Saison üblich unkoordinierte Auswärtsspiel, das bisher noch jede zart aufblühende Siegesserie zerschmettert hat. Frankfurt hat sich optimal auf Bayern eingestellt, soll heißen: Lass die nur ihre Chancen versemmeln, wir brezeln dann schon noch eins. Überhaupt das Patentrezept gegen Bayern neben der Erstickung der Flügelzange. Daum ist zurecht vom Platz geflogen, auch wenn ich nicht weiß warum. Fürs Dummschauen vielleicht. Der Elfer war nicht ganz berechtigt, aber der vorher wär’s gewesen. Der Schiri, die arme Sau, ist durch beide Mannschaften dreimal Opfer von Rudelmotzen geworden, das ans Handgreifliche grenzte. Ach ja, Theo Gekas ist der neue Kuba Blaszykowski.

Nürnberg – Mainz 05 0:0 (0:0)
Den Europa-Anwohnerausweis jetzt noch an die Straßenrowdies aus Nürnberg abtreten, das hätte der Tuchel nicht verdient.

Wolfsburg – 1. FC Köln 4:1 (2:1)
Köln auswärts, was will man da noch sagen. Ansonsten haben an diesem Spieltag alle gegen Pauli gespielt. Vor allem Pauli selbst. Und Frank Schäfer geht, und wieder muß das unbedingt vier Spieltage vor Schluss verkündet werden, als ob nicht schon genug Unruhe im Gebälk wäre. Scheint ein neuer Trend in der Liga zu sein, vermutlich um Wikileaks zuvorzukommen.

M’gladbach – Dortmund 1:0 (1:0)
Totaler Thriller – gut, dass ich zur zweiten Halbzeit noch eingeschaltet habe. Wie schon letzte Woche gesagt: Gladbach gibt alles gegen den Abstieg und zu den von mir gelobten Spielern möchte ich noch Arango hinzufügen. Das war Sturmläuten und Abwehrschlacht zugleich. Hammer.

Stuttgart – Hamburg 3:0 (1:0)
Aber Hauptsache den Vertrag von Grunge-Oenning verlängert. Da wollte er wohl wieder einen Trend zum loyalen Gebrauchttrainer auslösen, der gute HSV. Aber dem kauft in dieser Saison sowieso niemand mehr was ab.

Schalke 04 – Kaiserslautern 0:1 (0:1)
Neuer entscheidet sich für die Europa-League und Schalke konzentriert sich auf das Champions-League-Halbfinale. Kaiserslautern sagt ein fettes Merci. Du bleibst für immer unser Manu. Hahaha!

Leverkusen – Hoffenheim 2:1 (1:1)
Jetzt sagen wieder alle, die Meisterschaft wär noch spannend.

St. Pauli – Bremen 1:3 (1:0)
Rabenschwarze Rückrunde im kackbraunen Trikot.

Freiburg – Hannover 1:3 (0:2)
Ich ziehe wirklich meinen Hut vor Hannover und wahrscheinlich haben die Bayern die Quali auch gar nicht verdient, aber die 96er braucht wirklich kein Mensch in der Championsleague und es bringt den deutschen Fußball auch kein Stück weiter. Sollte ich mich irren und Hannover schafft es bis ins Achtelfinale, erinnert mich bitte nächste Saison an dieser Stelle und ich lasse mich demütig im Hannover-Trikot ablichten und hier publizieren.

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Kurzkritiken zu Exit Through The Giftshop, Tangled und Trollhunter

Exit Through The Giftshop
Banksy ist ein lustiger Typ. Da zeigt er uns zunächst wie toll Street Art ist, dann zeigt er uns, dass jeder Idiot Street Art machen kann und dann lässt er uns mit dem Gefühl zurück, dass zwar jeder Idiot Street Art machen kann, aber niemand so lässig mit dem Mainstream umgeht wie er selbst. Denn er macht gleich einen ganzen Film darüber, dass jeder Depp Street Art machen kann. Und von dem bleiben am Ende trotz der Dreifach-Moral ein paar ziemlich schöne Bilder im Gedächtnis.

Tangled
Seit wann wird in Walt-Disney-Filmen wieder gesungen und seit wann find ich das eigentlich gut?

Trollhunter
Die Norweger sind schon lustige Typen. Jagen das Mockumentary-Genre ins Absurde und lassen einen kauzigen Norweger in Begleitung einer studentischen Filmcrew – die in Norwegen wesentlich mythischeren als bei uns – Trolle jagen. Das ist natürlich im wahrsten Sinne des Wortes zunächst ein Riesenspaß, der sich aber schnell verkleinert, wenn außer nächtlichen Trollpöbeleien nichts Neues passiert. Nur der Bossgegner am Ende hat es nochmal in sich. Ansonsten genau wie der Troll-Vortrag von Sascha Lobo bei der RP neulich eine witzige Idee, die sehr schnell aberwitzig wird.

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Brenners Bundesliga 2010/2011 (30)

Spieltag 30: Dantes Inferno

Mainz 05 – M’gladbach 1:0 (0:0)
Gladbach wehrt sich. Gladbach glaubt noch an den Klassen(erhalt)kampf. Gladbach hat Idrissou, Reisinger, Reus und Dante. Vor allem Dante, der sich mit allem was er hat – vor allem seiner Frisur – gegen die Nornen (kleiner Mythologie-Schwenker, ich weiß) selbst zu stemmen scheint. Aber es hilft alles nichts. Denn Gladbach hat oft Schiedsrichter, die vielleicht etwas gegen Gladbach haben. Für das deutliche Foul an Reus gab es keinen Elfmeter. Dafür bombte Schürrle die Gladbacher zurück dahin wo sie hergekommen sind. Aus dem und zurück in den Tabellenkeller.

Bayern – Leverkusen 5:1 (4:0)
Das wahre Inferno bot sich natürlich nicht Dante, sondern dem bis vor kurzem noch strahlenden Meisterschaftsanwärter Jupp Osram Heynckes dar. Schon in einem Ausschnitt vom Abschlusstraining wirkte er verbissen, unruhig. Bei den Bayern schien dagegen vor dem Spiel geradezu himmlische Ruhe zu herrschen. Die Mannschaft trainierte motiviert, Jonker wirkte gelassen, dafür dass er indirekt gerade seinen Ziehvater mit zum Teufel geschickt hatte, und auch Phillip Lahm machte auf der Pressekonferenz nicht den in dieser Saison vorherrschenden Eindruck, man hätte ihn zum Pepsi-Test gezwungen und er müsse betonen, wie sehr ihm das System Van Gaal schmeckt. Mit einem Lächeln auf den Lippen gingen die Bayern in dieses Spiel und sahen zu, wie sich Rolfes das 1:0 selbst hineinwatschte und Vidal als Bewerbungsunterlage für den FC Bayern den schlampigsten Abwehrfehler der ganzen Saison beging. Klar, Sorglosigkeit in der Abwehr ist typisch bayerisch, aber das hat Vidal nicht zuende gedacht. Dann stand es 2:0 und Leverkusen ist das Herz in die Lederhose gerutscht, während Gomez, Müller und Ribery sich vorne ein Gustostückchen nach dem anderen erlaubten. Die eigentliche Sensation des Bayernspiels war allerdings die Abwehr. Van Beuyten grundsolide, Louis Gustavo elegant im Aufbau, Contento in seinem besten Liga-Spiel überhaupt bisher und allen voran der in jede Rückwärtsbewegung sich unabdingbar einbringende Klose – ohnehin eine veritable Stütze des gesamten Bayern-Spiels, wenn man vergisst, dass er eigentlich im Sturm gespielt hat. Die beiden Möchtegern-Platzhirsche Ballack und Schweinsteiger gehörten zu den Maulstärksten und Spielschwächsten. Und ich habe mich bei dem Gedanken ertappt: Wäre es wirklich so schlimm, wenn Schweinsteiger ginge? Wieviele Spiele am Stück spielt er jetzt schon unkonzentriert und verliert lapidar die Bälle? Und wie geht’s jetzt weiter? Dortmund wird nach wie vor Meister, Leverkusen bleibt zweiter und Bayern wird sich noch weiter mit Hannover fernduellieren müssen, denn das Spiel gegen Schalke wird eine harte Nuss. Der Preis für das kryptischste Fanbanner aller Zeiten geht an die Südkurve für ihr „Mia san mia? ..Lies King Lear“. Theorien dazu gerne in die Kommentare.

Dortmund – Freiburg 3:0 (2:0)
Dortmund gewinnt verdient und ich gratuliere mal schnell auf Facebook den BVB’lern unter meinen Kontakten zur Meisterschaft. Und auch wenn das wie pseudo-altruistische Esoscheiße aus meinem Mund klingt: Ich freu mich gleich mit für Dortmund. Das ist nicht nur ein Gönnen, das ist ein Freuen, glaub es oder nicht.

Bremen – Schalke 1:1 (0:0)
In der ersten Halbzeit ungefähr so spannend wie das Weiterkommen von Schalke in der Champions-League diese Woche. Aber spätestens als Wagner seinen Elfer verpatzte und dann im Nachschuss traf, wurde es rasant. Schalke gab sich selbst mit fünf veränderten Positionen selbstsicher und kraftvoll, vor allem wenn man bedenkt, dass sie in der Bundesliga ungefähr noch so viel erreichen können wie ich in den deutschen Blogcharts.

HSV – Hannover 0:0 (0:0)
Gute Halbzeit von Hannover, gute Halbzeit vom HSV – ergibt leider noch kein gutes Spiel. Hölzern aber für einen Bayern-Fan fast das Wunschresultat. (Spielfeld)Randnotiz: Beeindruckend, wer bei Oenning aller auf der Bank schmort: Trochowski, Guerrero, Jansen und Pitroipa. Letzteren hätte man ruhig weiterschmoren lassen können, weil personifzierter Chancentod.

Wolfsburg – St. Pauli 2:2 (1:0)
Ich bin kein Pauli-Fan, aber der Ausgleich von Wolfsburg hat mir in der Seele weh getan. Das war Paulis Spiel in allen Belangen. Einzig der Schuss neben das leere Tor von Takyi und der kurz darauf folgende Ausrutscher vorm fast leeren Tor von Asamoah trüben den Gesamteindruck. Und das Ergebnis natürlich. Das sind nicht die Tage von Stani und Pauli, aber immerhin haben sie das Geisterspiel abwenden können und der Dietmar Hoff wartet sicher schon mit gespenstisch viel Jahresgehalt.

Hoffenheim – Frankfurt 1:0 (0:0)
Die Mannschaft spielt unter Daum nicht schlecht, aber auch nicht besser als in der Hinrunde. Nur Gekas trifft nicht mehr. Das ist das ganze Geheimnis, egal ob die Spieler über glühende Kohlen laufen oder ein Geheimtraining unter Freimaurerbedingungen abhalten.

Köln – Stuttgart 1:3 (0:0)
An einem Spieltag der unglücklichen Schiedsrichter-Entscheidungen kam die dämlichste aus Köln. Der Handelfmeter für Stuttgart gegen Geromel war ein Hohn für ohnehin schon 0:2 zurückliegende Kölner. Das war die Definition von angeschossen, der Geromel kann froh sein, dass die Hand überhaupt noch dran ist. Für ein Heimspiel erschreckend schwacher FC.

Kaiserslautern – Nürnberg 0:2 (0:1)
Der Club ist gut. Eigler ist besser. Kaiserslautern muß sich jetzt doch wieder auf die Hinterhufe stellen, um in der Liga zu bleiben. Schade, dass schon wieder so ein Derangierter Zeugs auf Ekici werden musste. Vielleicht hätte der DFB doch das Geisterspiel auf Pauli durchziehen sollen, auch wenn man damit immer Zigtausende für ein Arschloch mitbestraft.

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Brenners Bundesliga 2010/2011 (29)

Spieltag 29: Das Ende

„Wir beim FC Bayern, wir brauchen schwierige Charaktere.
(..) Und wir wussten auch, dass er schwierig ist.
Aber dass er so schwierig ist, das wussten wir nicht.“
(Franz Beckenbauer)

Nürnberg – München 1:1 (0:1)
Ich bin erschöpft. Erschöpft von zu vielen Samstag Nachmittagen, wo ich zuschauen musste, wie sich eine Mannschaft, die genau vor einem Jahr die Bundesliga dominiert hatte, in Luft auflöst. Und ich gebe jetzt, aber auch am Beginn des Zersetzungsprozesses, Louis Van Gaal die Schuld. Falsche Transferpolitik, starre Taktik, egozentrische Personalpolitik und miese Kommunikation innerhalb des sensiblen Vereinskonstrukts. Am Ende vielleicht auch die Eitelkeit und der Altersstarrsinn. Klar muss sich auch Nerlinger den Vorwurf gefallen lassen, sich als Sportdirektor ungefähr so gut durchgesetzt zu haben wie Breno als stabiler Innnenverteidiger und klar hat sich auch die Mannschaft der Tatsache zu stellen, dass mit fortschreitender Saison das Herz tiefer in die Grube gerutscht ist als diese chilenischen Minenarbeiter, die Mario Gomez einst zitiert hat. Dass die Leistung des FC Bayern am Samstag in Nürnberg wieder einen neuen Tiefpunkt erreicht hat, soll allerdings nicht verbergen, dass der Club ein unangenehmer und stellenweise sehr starker Gegner war, der allerdings seine Chancen kaum besser verwertete als der an diesem Nachmittag vollkommen unterirdisch veranlagte Gomez. Dass der Kraft nach einst guten Leistungen jetzt doch noch zum Rensing wird, kann einem leid tun, aber das war eben eins dieser sinnlosen Risiken, die Van Gaal eingegangen ist. Immerhin bekommt die hirnamputierte Südkurve keine Presse an diesem Wochenende, die gehört wieder Uli Honeß. Robbens Entgleisung gegenüber dem Schiedsrichter nach dem Spiel sollte man übrigens nicht zu hart bestrafen. Das Spiel war ja abgepfiffen, da hätte der Schiri ja auch einfach zuhauen können. Aber wie gesagt, ich bin müde von solchen Samtag Nachmittagen. Aber nächste Saison wird alles anders, da spielt der FC Bayern meistens am Sonntag. Wegen Donnerstag Europa-League.

Schalke – Wolfsburg 1:0 (0:0)
Die Schalker – und damit meine ich die Mannschaft – haben das geschafft, was die Bayern nicht hinbekommen haben: Sie haben ihre(n) Trainer ignoriert und sich als Mannschaft gefunden. So esoterisch das klingt, so isotonisch ist es auf dem Platz. Apropos Esoterik: Als großer Beschwörer und Erwecker unbekannter Kräfte bei Spielern wird Magath nicht mehr in die Geschichte eingehen. Der sollte eher vorsichtig mit seinem Konditions-Guantanamo sein, sonst geht den Wölfen genau beim Relegationsspiel die Puste aus.

Hamburg – Dortmund 1:1 (1:0)
Lass die Bälle von Owomoyela, das hätten die Hamburger beachten müssen, bevor er auf den größten Chancentod der Liga, „Kuba“ Blaszczykowski köpft und der in der Nachspielzeit den Mythos BVB 2011 in Stein meisselt.

Hannover – Mainz 2:0 (1:0)
Was ist los, Thomas Tuchel? Ich weigere mich immer noch, Hannover als Championsleague-Teilnehmer anzuerkennen. Aber vielleicht straft die Zeit mich Lügen und ich sitze nächstes Jahr um die Zeit vorm Fernseher und drücke Slomka und Co die Daumen gegen Inter Mailand, trainiert von Defensiv-Spezialist Louis Van Gaal.

Freiburg – Hoffenheim 3:2 (1:2)
Muntere Angelegenheit und ein weiteres Beispiel der unsäglichen Regelauslegung, bei einem Strafstoß und einem eher harmlosen Foul noch eine rote Karte draufzusetzen. Und gerade an diesem Spieltag hat man gesehen, wie weit die Schere in der Schiedsrichter-Kulanz da auseinander geht. Setzt euch doch einfach mal zusammen, liebe Schiris, macht mal zusammen einen Ausflug in den Freizeitpark Geiselwind, esst Softeis und besteigt Attraktionen, aber einigt euch gottverdammt endlich.

Stuttgart – 1. FCK 2:4 (2:1)
Verschenkt von Stuttgart. Ich würd vorschlagen: ein neuer Trainer muß her.

Frankfurt – Bremen 1:1 (0:0)
(Sorry, Markus Quint, aber) So eine Prollfresse wie den Maik Franz (und sein Bauentheater) muß man auch erst mal 90 Minuten ertragen, ohne die Nerven zu verlieren. Insofern eine gute Auswärtsleistung von Bremen.

M’gladbach – Köln 5:1 (3:0)
Tolle Spiel und man muß zugeben, dass bis auf Dortmund und Leverkusen eigentlich alle Mannschaften gleichstark spielen können, wenn sie denn nur wollen. Aber gegen Saisonende ist es immer unangenehm, einem Abstiegskandidaten vor die Flinte zu geraten. Der hat ja meistens noch einen völlig frischen Trainer, der erst vor ein paar Wochen angefangen hat.

Leverkusen – St. Pauli 2:1 (0:0)
St. Pauli hat das Pech mit Schöpflöffeln gefressen. Ein Geisterspiel am Millerntor wird den Rest besorgen, wobei ich mich da schon auf die Liveübertragung von Sky freue, wenn ein Tor fällt und die Kamera lautlos über die leeren Ränge gleitet. *schauder*

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Gebruder Arise!

Der erste offizielle Liveauftritt der Gebruder. Ich hoffe doch stark, mindestens alle Berliner Leser (die fünf Verbleibenden) am Freitag den 13. Mai in der Jägerklause begrüßen zu dürfen. Es wird nichts für schwache Nerven, aber dafür extrem stark. Kann sein, dass eine Jungfrau geopfert wird, da führen wir noch Vorstellungsgespräche.

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Brenners Bundesliga 2010/2011 (28)

Spieltag 28: Der Fan, das unbehirnte Wesen

Viel hab ich nicht gesehen an diesem Bundesliga-Wochenende. Ausrede gibt es aber eine Gute. Ich war nachmittags an der Costa Brava am Strand gelegen und hab mir abends in Barcelona den Wanst vollgeschlagen. Deshalb nur eine ganz kurze Analyse:

Wolfsburg – Frankfurt 1:1
Der Schiedsrichter muß wohl Diego und Friedrich verwechselt haben, anders ist die Gelb-Rote gegen Bundes-Arne und die Straffreiheit für Diegos Kopfstoß (und ich meine nicht sein Tor) nicht zu erklären. Frankfurt weiterhin zahnlos und Wolfsburg weiterhin engagiert aber nahezu torlos. Hat sich also auch unter den beiden Klugscheissern Daum und Magath nichts geändert, da hilft weder die Power-Ironie von Magath noch der Neunstunden-Tag vom Daum.

Dortmund – Hannover 4:1
Der Akademikerfußball vom Klopp hat einen Weckruf gebraucht. Und der kam in Form des 0:1 von Hannover. Danach war endlich wieder jung & wild beim BVB angesagt. Dem Slomka geschieht’s auch recht, weil der für meinen Geschmack ein bisschen zu überdreht geworden ist auf seinem Platz drei da oben. Anbei: Irrer Slalom vom Götze und ein Brachialkopfball von Barrios.

St. Pauli – Schalke -:- (abgebrochen)
Schlimm, dass Pauli zum kommenden Abstieg jetzt auch noch von seinen bierwerfenden Fans lächerlich gemacht wird. Stanislawksi gähnt der Abgrund zweite Liga ganz unverhohlen an. Die Schalker scheinen sich derzeit selbst zu trainieren. Der Rangnick braucht nur zu ernten.

Bayern – Gladbach 1:0
Da es mit Ballbesitz und Flügelzange nicht so geklappt hat in dieser Saison, gewinnt man halt jetzt wieder mit lustlosem Ergebnisfußball. Mir solls recht sein, obwohl ich es nicht bereue, dieses Spiel als bisher einziges der Bayern-Saison nicht live gesehen zu haben. Und an die Bayern-Fans mit ihrer Anti-Neuer-, Anti-Hoeneß-Umnachtung: Ihr Idioten.

Werder – Stuttgart 1:1
Kurz zur Causa Wiese gegen Lehmann: Zwei Supergecken in der Frage wer die beleidigtere Leberwurst ist. Der Wiese ist ein Vollpfosten, weil er keine Kritik verträgt und der Lehmann ist ein Duschlappen, weil er Wiese wegen ein paar harmlosen Du-bist-geisteskrank-Anfeindungen gleich verklagt. Idioten, beide. Vielleicht tun die sich jetzt zusammen und verklagen mich.

Kaiserslautern – Leverkusen 0:1
Die Bayer-Elf und der Bayerntrainer sind momentan einfach kein guter Gegner für dringend um Punkte ringende Abstiegskandidaten.

Köln – Nürnberg 1:0
Seit Fukushima läufts nicht mehr beim Atomclub.

Hoffenheim – Hamburg 0:0
Hamburg zurück da, wo es hingehört: in die Mittelklasse mit Hoffenheim.

Mainz – Freiburg 1:1
Kann ich nix zu sagen.

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Radio

Gestern beim Radio gewesen. Mit der Gebruder-Band. Und wie mich das immer noch fasziniert. Dass Leute Radio machen. Und wie sie es machen. So aus dem Ärmel und mit allen Möglichkeiten, die nicht viele sind, wenn man nur Stimmen und Geräusche hat. Ich hab viele Jahre bei einem Fernsehsender gearbeitet und Aufzeichnungen und Drehs verfolgt und selbst gedreht und aufgezeichnet, aber Radio ist für mich immer noch ein Buch mit sieben Siegeln. Ich hab mal ein Praktikum beim Funkhaus Regensburg durchlaufen, oder eben nicht. Drei Monate hätte es dauern sollen, nach einem Monat bin ich ausgestiegen, weil ich damals noch nicht (und heute nicht mehr) den Nerv hatte, mich den Eitelkeiten eines Medienbetriebs anzupassen mit meiner eigenen Eitelkeit. Und weil ich damals soviel Liebeskummer hatte, dass ich es nicht acht Stunden im selben Gebäude ausgehalten habe. Es ist Sommer geworden zu der Zeit und ich musste raus in die Cafés und an die Donau. Aber zurück zum Radio. Noch heute denke ich manchmal mit Ehrfurcht an diese Ungetüme von hintereinander geschalteten Kompressoren vor dem Studio und das mythenbehaftete rote Licht, das Normalsterblichen den Zugang verwehrte, ausser man brachte dem heiligen Moderator einen Kaffee hinein. Und ich denke an die Bandmaschinen, daran, wie ich noch per Hand Beiträge geschnitten habe. Das editoriale Fallbeil fällt und danach gibt es nur noch Tesa-Film um inhaltlich zu kitten, was meiner Meinung nach nicht zusammengehörte. Ein Flair, ein ganz besonderes umgibt für mich bis heute das Radio. Und als ich da gestern bei Fritz rumhing und mir den Betrieb angeschaut habe, da wäre ich gerne Radiomoderator gewesen, und dann wiederum nicht, weil derart viele Dinge gleichzeitig auf dem Schirm zu haben, kann nicht möglich sein kann.

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Kurzkritik zu Winter’s Bone

Ein dermaßen deprimierender Film über die Malaisen des amerikanischen Hinterwalds, dass mir danach alles weh getan hat, vor allem das Knie. Kann aber auch dran gelegen haben, dass ich in so einer unbequemen Lage vorm Rechner eingeschlafen bin.

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