Kurzkritiken zu The Innkeepers, Final Destination 5, Crazy Stupid Love

THE INNKEEPERS
Gut ist dieser sogenannte „Slow Burn“, den Ti West in seinen Filmen exerziert. Dadurch rückt selbst das kleinste Details in den Focus, weil man ja weiß, dass man einen Horrorfilm schaut und irgendwann was passieren muss und es an jeder Ecke einen Hinweis darauf geben kann. Die Dialoge geben zwar noch nicht ganz so viel her wie bei erprobten Redefilmern (Sorkin, Tarantino, Allen), aber dafür sind Darsteller wie Sara Paxton wie aus dem Leben gegriffen. Zumindest bis zum Schluss, denn wie schon in House Of The Devil wirds plötzlich ganz furchtbar unplausibel und gehetzt, was den langsamen Aufbau wieder ein bisschen zunichte macht. Und irgendwie ärgert man sich dann doch über die mühsam angesammelten Details, die letztlich gar nichts zu bedeuten hatten. Dennoch der beste Spukfilm der letzten Zeit.

FINAL DESTINATION 5
Ich mag immer noch die Prämisse, dass der grimmige Senser seine verlorenen Schäfchen einsammeln muss, aber dass man selbst in der fünften Inkarnation so sturköpfig beim selben Schema (Ausflugskatastrophe/Tod holt alle Überlebenden/Tod lässt einen aus/Tod holt den Rest) bleibt, ärgert mich. Aber schließlich ist die finale Destination ja nicht der Oscargewinn, sondern die Kinokasse und insofern stehen uns wohl noch ein paar Endhaltestellen ins Haus. Ach ja, der Tod am Reck war super und jeder, der das in der Schule machen musste, wird mitfühlen können.

CRAZY STUPID LOVE
Merkwürdiger Film über das äußerst merkwürdige Verhalten merkwürdiger Leute in merkwürdigen Beziehungen. Die ein oder andere Pointe mag greifen, wenn man Steve Carell nicht so wie ich als total nervig empfindet. Der in dem Film auf parodistisch zum Überaufreisser stilisierte Ryan Gosling entdeckt dann plötzlich seine Gefühle und wird vom archaischen Volldepp zur zentralen Sympathiefigur, das fand ich saustupid, da schaffte es auch die crazy überspielende Emma Stone nicht mehr, mir Love für diesen Humbug abzuringen.

4 comments / Add your comment below

  1. Die Schankwirte behalte ich daraufhin auf dem Zettel. Am Rande kann ich nachträglich „Kriegerin“ empfehlen. Absehbare Story, aber mitreißende schauspielerische Leistungen.

  2. Diese Scheu ist mir vertraut. Es gibt wenige deutsche Autoren, denen ich immer wieder eine Chance gebe. Werner Herzog zum Beispiel. „Die Höhle der vergessenen Träume“ war unzumutbar öde, „Into the Abyss“ und „Death Row“ werde ich mir trotzdem noch ansehen. Sobald sich der deutsche Film vom Autorenkino wegbewegt und sich mit Produktion und Arbeitsteilung nach amerikanischer Art versucht, wird es grausam.

  3. Werner Herzog würde ich ausnehmen, der ist ja eher ein geografischer Nowhere-Man. Und erstaunlich, was der aus einem Abrissmaterial wie einem Remake zu Bad Lieutenant noch für einen spaßigen Film gemacht hat.

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