Das falsche Tagebuch: 16. Januar 2014

Durchbruch im Schlaf! Seit Jahren, praktisch seit meinem Abitur, träume ich davon, noch auf der Schule (manchmal auch an der Uni) zu sein, weil mir die entscheidende Abschlussprüfung in Mathematik fehlt. Die Lebensumstände im Traum sind oft dieselben wie in der aktuellen Realität, nur mit dem nagenden, alles in Frage stellenden Unterschied, dass ich diese scheiß Prüfung noch nicht bestanden habe. Und ehrlich gesagt auch keine Ahnung habe, wie ich sie schaffen soll, weil ich im Unterricht nicht aufgepasst habe, weil ich keinen Sinn für Details und eigentlich schlichtweg keine Ahnung von der Materie besitze. Es ist ein Albtraum des schlechten Gewissens, dazu muss man kein Therapeut sein.

Gestern im Schlaf dann der unerwartete, scheinbar revolutionäre Paradigmenwechsel: Die Prüfung lag längst hinter mir und ich hatte sie in der Tat bestanden. Und obacht: Ich war jetzt Mathematiklehrer an meinem alten Gymnasium! Die erste Stunde im neuen Schuljahr absolvierte ich mit Smalltalk und kruden Wiederholungen, dann schrillte die Glocke zur Pause und wir wurde bewusst, dass ich gar nicht wusste, was ich da eigentlich unterrichtete. Ja, mir fiel sogar auf, dass ich kein Lehrbuch besaß. Mein alter Deutschlehrer, Herr R., sagte zu mir: „Du weißt eigentlich gar nicht, was du das tust, oder?“.

In New Jersey kam grade heraus, dass der republikanische Gouverneur und Präsidenschaftskandiat in spe, Chris Christie, aus Rache am Bürgermeister von Fort Lee (der hatte ihn wohl nicht bei den Wahlen „endorsed“ – was bei einem Umfragevorsprung von ca. 20 Punkten auch scheißegal gewesen wäre), die George Washington-Bridge hat sperren lassen, einen der Hauptverkehrsknoten im Bundesstaat, um den Verkehr vorsätzlich zum Erliegen zu bringen, wie man so schön sagt. Vielleicht ist es nur ein albernes Vorurteil, das ich aus meiner Übersetzung von „Boardwalk Empire“ mitnehme, aber die Uhren ticken offensichtlich anders in der Heimat vom Boss und Bon Jovi. Ein bisschen bananenrepublikanischer, andere sagen auch mafiös dazu. Oder wie John Stewart das neulich ausgedrückt hat: „We literally have a severed horse’s head on our state flag.“

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Das falsche Tagebuch: 12. Januar 2014

Vier Tage Bandprobe liegen hinter mir. Die Band kommt aus verschiedenen Teilen Deutschlands zusammen, um im Wedding vier Tage am Stück zu spielen. Das ist beinahe wie eine Woche in Männerurlaub zu fahren. Mit Whiskey schon nachmittags, dem Absturz in finsterste Albernheiten, ewiger Verbrüderung, aber auch menschlischer Dampfkessel-Entlüftung. Klassische Psychohygiene also, die soziologischen Mechanismen einer Familienfeier greifen hier, auch auf den Alkoholkonsum bezogen. Es sind zwei neue Songs entstanden, einer klingt nach Maiden, der andere nach Sabbath. Und natürlich in keinem Zusammenhang steht die Tatsache, dass die Band „The Prisoner“ und „Supernaut“ von besagten Bands nachgespielt hat. Ende Februar geht die Band auf eine kurze Bayerntour, und ich hab ein wenig Angst, weil ich touren eigentlich nicht leiden kann und zudem nichts ungerner tue als weite Strecken mit dem Auto fahre. Außerdem bin ich nicht gern von der Familie weg, noch nicht einmal drei Tage. Dann wiederum gefällt mir die Idee, sich gehen zu lassen, um für kein Geld abends wenige Leute bestmöglich zu unterhalten. Weil es radikal und ideell ist. Rock’n’Roll ist in seinen Anfängen immer eine völlige Selbstverleugnung und eine Abweisung vernünftiger Lebenswege, deswegen ist er grade am Anfang immer so gut. Sobald die Infrastruktur Einzug hält, leidet die Inspiration. Chemieunfall in West Virginia, 300.000 Menschen ohne Wasser.

Das falsche Tagebuch: 6. Januar 2014

Kaum ein Auge zugetan, weil das neue Jahr gedanklich mit voller Wucht bereits nachts über mich hereingebrochen ist. Beginn der ersten „Arbeitswoche“. Es gibt noch nicht viel Arbeit, aber es steht schon wieder zuviel auf dem Spiel für meinen Geschmack. Das Geld, das Renommee, der Seelenfrieden. Der neue Mandel ist längst fertig, aber bisher hab ich keinen Gedanken an ihn verschwendet. Seit drei Tagen – seit ich anfange, Veranstalter für die Lesereise anzuschreiben – denke ich in ausgiebigen Schleifen an ihn und was er mir bringen wird – oder eben nicht.

Am Wochenende war ich betrunken. In einem Club, auf einer dieser Feiern. Dieser, weil jeder weiß, was ihn erwartet. Eine dieser, die ich im Nachhinein als eine Wilson-Gonzales-Ochsenknecht-Party bezeichnet habe, völlig unabhängig davon, ob er überhaupt da war: Enge und Inhaltsleere, Koks und Hip Hop. Hip Hop ist überhaupt das neue Elektro. Ich habe das schon zu Café-Moskau-Zeiten gesagt, als es noch als prolliger galt. Und im Rio in dem kleinen Zimmer oben haben sie das auch schon gehegt und gepflegt. Alles darf dreckig, sexuell, kaputt und gleichzeitig fröhlich sein, wenn Hip Hop läuft. Sogar Hits sind erlaubt.

S. stellt mir seinen Friseur vor. Auf den ersten Blick ein Hardrocker auf den zweiten Blick ein Schönling, auf den dritten ein Depp. Er ist ganz nervös, der Friseur. Er erwartet sich noch eine Menge von dem Abend, das kann man sehen. Jemand steckt ihm einen Briefumschlag zu, vielleicht war es das, was ihn nervös gemacht hat und noch machen wird. Wie ein Reh springt er manchmal verschreckt und ohne Not hoch und streckt dabei die Arme weit von sich. S. geht mit dem Friseur aufs Klo. Später wird er von „Rattengift“ sprechen, das ihm dargereicht wurde.

Ich treffe meinen literarischen Zeitgenossen Nagel. Das hätte ich ja gerne: so einen Verbund an befreundeten Schriftstellern wie die Gruppe 47. Aber vielleicht sage ich das nur, weil ich Aufmerksamkeit brauche, eigentlich will ich ja keinem Verein und keiner Gruppe angehören. Nagel dürfte aber in meine Gruppe. Weil er so viele Mädchen kennt, erzähle ich ihm von einem prähistorischen Aufriss, als es die Hotelbar in der Zionskirchstraße noch gab. Das Mädchen und ich waren so betrunken, dass ich im Prinzip erst morgens richtig verstanden habe, wie sie aussieht. Sie kam dann aus der Dusche und ich habe so etwas gesagt wie: „Du siehst ja hübsch aus“. Und sie hat so etwas geantwortet wie „Glaubst du, das weiß ich nicht?“. Sie ist Schauspielerin aus München und 21, hat sie damals behauptet. Am Vorabend hat sie noch laut auf der Straße geschrien: „Oh nein, ich habe einen neuen Freund, ich habe einen neuen Freund“, aber dann hat sie sich nie auf meine SMS gemeldet, die ich einen Monat später geschickt habe, weil mir der Abend selbst irgendwie unangenehm war. Ich frage Nagel, ob er sie kennt, aber er kennt sie nicht und findet es vermutlich ein wenig seltsam, dass ich annehme, er könnte sie kennen.

Ich bleibe noch ein bisschen und sitze kraftlos herum. Eine Gruppe junger Mädchen setzt sich neben mich und ich fühle mich beobachtet – ich weiß dann immer nicht, was ich mit den Beinen machen soll, wie man sie am indifferentesten übereinander schlägt. Weil ich nicht draufkomme, gehe ich nach Hause.

Heute ist ein Tag, an dem viel von Emails abhängt. Meistens kommt den ganzen Tag über keine Nachricht, erst wenn ich keine Zeit mehr habe, weil ich mit meinem Sohn unterwegs bin, treffen alle auf einmal ein. Merkel beim Langlauf verletzt. Gleich postet wieder jemand einen lustigen Artikel vom Postillon dazu. Der Postillon ist wie die Satireseite in meiner Schülerzeitung damals. „Mampf“ hießt die Zeitung und ich habe auch Satire geschrieben. Zum Beispiel über Känguruhs, die sich auf Tragflächen von Flugzeugen ins Land schmuggeln. Das war wegen der Asylpolitik damals, Ende der Achtziger. Diese Art von Satire ist scheiße, weil die Realität der Satire ja uneinholbar voraus ist, hat damals der Sigi Zimmerschied ganz richtig gesagt. Eine gescheite Satire, wenn es so etwas gibt, ist die lakonische und nur sanft annotierte Wiedergabe von Tatsächlichem. Der Hildebrandt hat das super gemacht, Priol, Pelzig und Schramm können das. Polt und Loriot sind in ihren Sketchen oft so wenig von der Realität abgewichen, dass die Pointe eigentlich das Schwächste an den Inszenierungen sein musste.

„Horst Seehofer ist der Antichrist“, habe ich neulich auf Twitter geschrieben. Das ist mehr als nur ein billiger Witz. Die CSU motiviert die Leute abseits aller Fakten dazu, sich vor Überfremdung und dem Fremden an sich zu fürchten. Ich bin nicht mehr in der katholischen Kirche, aber das erscheint mir nicht gerade sehr christlich, wenn ich das Neue Testament richtig verstanden habe.

Ich muss jetzt schon den Druck aus dem neuen Jahr nehmen, merke ich. Ich bin angespannt, aber es kann auch der Hunger sein, weil ich außer einem Franzbrötchen nichts gegessen habe.

Das falsche Tagebuch: Kurzanleitung

Dieses Blog gibt es seit April 2005 und es ist seitdem viel Blödsinn hier geschrieben worden (mit so einer Passivkonstruktion spricht man sich selbst ein bisschen von der Verantwortung frei). Aber manch Blödsinn war immerhin ein (wenn auch meist wehleidiger) Zeuge seiner Zeit, und mancher war vielleicht gar kein Blödsinn. In den letzten Jahren ist meine Seite mehr denn je zu einer Fußballangelegenheit geworden, gepaart mit ungenügend getarnter Eigen-PR für meine Bücher und Veranstaltungen. Beides kann und mag ich auch nicht sein lassen, allerdings juckt es mich, das Medium wieder literarischer und protokollarischer zu nutzen.

Ergo heißt das, was ich hier ab heute versuchen werde: DAS FALSCHE TAGEBUCH und behandelt das halbwahre Leben des Bloggers namens St. Burnster in unberechenbaren Intervallen. Halbwahr, weil es ein Publikumstagebuch ist, weil ich die Wahrnehmungen steuere und weil ich theoretisch wie gedruckt lügen kann, wahrscheinlich aber zu bequem dafür bin. Wie man das falsche Tagebuch liest, bleibt dabei jedem selbst überlassen: wie ein echtes Tagebuch, wie einen Roman oder wie die Bildzeitung – das Blog ist ja immer auch das Eigentum seiner Leser.

Kurzkritiken zu Hobbit: The Desaulation Of Smaug, Elysium, You’re Next, Warm Bodies, Berberian Sound Studio, Bunny and the Bull

The Hobbit: The Desaulation Of Smaug
Ah, die Erlösung: Kein 3D, kein High Frame (sprich: Lindenstraße-Auflösung) und ich bin auch nicht während des Films eingeschlafen. Vielleicht gibt es da ja einen Zusammenhang. Ich kann aber nur empfehlen, den Film ohne den Schnickschnack anzuschauen, so ist er deutlich eintauchbarer. Inhaltlich bleibt er natürlich bei aller aufziehenden Mordor-Spirenzien ein Märchen, aber er ist im Gegensatz zu Teil eins kurzweilig und freudvoll, besonders dann, wenn er ein bisschen finsterer wird. Smaug ist jetzt nicht der gruseligste Drache aller Zeiten, aber mit Sicherheit ein würdiger Main Eventer.

Elysium:
Man könnte ja meinen, dass bei der simplen Prämisse „unterdrücktes Erdghetto-Prekariat will rauf zu den despotischen oberen Zehntausend“ noch irgendein Twist erfolgt, aber stattdessen wird wilder um sich geschossen wie im Wedding an Silvester und Matt Damon wirkt, als wär ihm die Rolle als hemdsärmelig todgeweihter Heilsbringer selbst ein wenig peinlich. Nach dem durchaus fetzigen District 9 ein ziemlicher Abstieg aus dem siebten Regiehimmel für Neill Blomkamp. Holzhammer-SciFi-Fabel.

You’re Next:
Dummer, dummer und logisch gesehen (aber ja doch) völlig überflüssig brutaler Film, der sich im ersten Drittel lediglich durch eine interessante Ästhetik interessant macht, dann aber in einen erzprimitiven Slasher ausartet, dessen ach so krasse Wendungen selbst Jason Vorhees vorhersagen hätte können.

Warm Bodies:
Eine Zomcom ( = romantic Zombie Comedy), die sogar einigermaßen originell und putzig sein könnte, lebten wir nicht im Zeitalter der redundanten Zombieinvasionen. Herr, wirf Brains vom Himmel.

Berberian Sound System:
Schöne Giallo-Hommage aus dem Tontechniker-Milieu mit cool schmierigen Italienern und Toby Jones als verklemmten britischen Knöpfchendreher mit Mami-Issues. Letztlich dann aber auch zu bemüht suggestiv, ohne echte Pointe und leider, leider auch etwas fad.

Bunny And The Bull:
Hab ich nur gekauft, weil meine Mighty Boosh-Jungs da mitspielen. Das sind leider auch die einzigen Glanzlichter dieser zwanghaft surrealen Kumpelskomödie. Gutes Beispiel dafür, dass der lakonische britische BBC3-Humor auch nach hinten losgehen kann, wenn es keine Chemie zwischen den Protagonisten gibt. Für Insider: Mighty Boosh always wins. Flighty Zeus not so much.

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Egal worum es geht, ich bin dafür

2013 ist mir eines ganz unangenehm aufgefallen. Ein gemeingefährlich trotziger Impuls zur Widerrede wider der Widerrede. Zum Beispiel: wenn Til Schweiger sein Leben lang nur Scheißfilme dreht, muss man nicht aufhören, das zu sagen, nur weil alle das sagen, oder er fünfzig wird. Oder: wenn ich die von der Leyen scheiße finde, höre ich nicht auf, sie scheiße zu finden, nur weil ob der großen Koalition eine neue Hämewelle ob ihrer Frisur über uns hereinbricht. Ich werde nicht plötzlich emphatisch, nur weil ich auch schon schlechte Frisuren im Leben hatte. Ich bin nicht plötzlich dafür, nur weil alle dagegen sind. Ich werde auch nicht in Bully Herbigs „Buddy“ gehen, nur weil er sich soviel Mühe damit gegeben hat. Ich hätte ja beim Trailer schon auf- und davonlaufen können. Manchmal glaube ich, dass der Deutsche letztlich nichts mehr schätzt als Beharrlichkeit. Wer die ganze Zeit immer denselben Mist macht, muss offensichtlich im Recht sein. Bald findet sich unter den jungen Leuten wieder eine große Lobby für Kernkraftwerke, Tierversuche und sauren Regen. Hat ja Tradition, kann also so verkehrt nicht sein.

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2013 ohne Links

Manchmal deprimieren mich Jahreslisten auch, weil ich dann das Gefühl habe, nichts und niemanden Relevantes auf der Welt mitbekommen zu haben. Dabei ist ja klar, dass die Jahresliste an sich der größtmögliche jährliche Coolnesskontest im Internet ist. Ich weiß im Grunde, dass ich als ergrauender Iron-Maiden-Hörer eh nicht mit den Conaisseuren mithalten muss, deshalb ist die Jahresliste für mich eher ein Notiz- und Denkzettel. Und da es meine Jahresliste ist, kann ich auch alte Songs, Platten und Bücher hineinschmuggeln.

Songs:
Foals – Inhaler
Eels – Peach Blossom
Dagobert – Ich bin zu jung
Vampire Weekend – Unbelievers
Marteria – Kids
Sunbather – Irresistible
Tegan & Sara – Closer
Churches – The Mother We Share
Kvelertak – Kvelertak
Arctic Monkeys – R U Mine
Alkaline Trio – I Wanna Be A Warhol
Oscar Isaac – The Death Of Queen Jane
Black Rebel Motorcycle Club – Rival
Angel Haze – New York
Ryan Lewis & Macklemore – Thrift Shop
Veronica Falls – Teenage
Mayer Hawthorne – Reach Out Richard
Nick Cave and The Bad Seeds – Higgs Boson Blues
Math And Physics Club – Long Drag
The Strokes – Tap Out
Skrillex – Scary Monsters & Nice Sprites
Uncle Acid & The Deadbeats – Mt. Abraxas
Superchunk – Me & You & Jackie Mittoo
Chromatics – Looking For Love
Kanye West – Black Skinhead
J. Cole – Land Of The Snakes
Avatarium – Moonhorse

Platten:
Nick Cave And The Bad Seeds – Push The Sky Away
Vampire Weekend – Modern Vampires Of The City
Superchunk – I Hate Music
Iron Maiden – Maiden England
Kvelertak – Meir
Eels – Wonderful, Glorious
Alkaline Trio – My Shame Is True
The Strokes – Comedown Machine
Diverse – After Dark 2
Diverse – Inside Llewyn Davis OST
Churches – The Bones Of What We Believe
Math And Physics Club – Our Hearts Beat Out Loud
The Gebruder Grim – The Priestess EP
Uncle Acid & The Deadbeats – Mind Control
Avatarium – Avatarium

Alte Platten:
Iron Maiden – Powerslave
Bruce Dickinson – Chemical Wedding
Scorpions – Taken By Force
UFO – The Decca Years
Judas Priest – Screaming For Vengeance
Allmann Brothers – At Filmore East
Snoop Dogg – Doggystyle
Black Sabbath – Sabotage
Judas Priest – British Steel

Alte Songs:
Bruce Dickinson – The Tower
Bruce Dickinson – King In Crimson
Iron Maiden – Losfer Words
In Solitude – Demons
Scorpions – Sails Of Charon
Justim Timberlake – Rock Your Body
A Tribe Called Quest – Scenario
Method Man/Redman – Da Rockwilder
Iron Maiden – Montsegur
Allman Brothers – Whipping Post
Fischmob – Susanne Zur Freiheit
Snoop Dog – Gin & Juice
Kate Bush – Running Up That Hill
Black Sabbath – Hole In The Sky
Black Sabbath – Killing Myself To Live
Black Sabbath – Supernaut

Konzerte:
Nick Cave, Admiralspalast, Berlin
Iron Maiden, O2-Arena, Berlin
Black Rebel Motorcycle Club, Columbiahalle, Berlin
Tweak Bird, Magnet-Club, Berlin

Filme:
Inside Llewyn Davis
The Conjuring
Spring Breakers
John Dies At The End
Man Of Steel
Lincoln
Safety Not Guaranteed
Searching For Sugarman
Resolution
Evil Dead

Serien:
Justified – Season 4
Breaking Bad – Season 5
The Returned – Season 1

Spiele:
GTA V (PS3)
WWE 2K14 (PS3)
Last Of Us (PS3)
Batman Arkham Origins (PS3)
Saints Row The Third (XBOX360)
Virtua Tennis (iOS)
The Walking Dead: Assault (iOS)
The Walking Dead (iOS)

Bücher:
James Frey – Bright Shiny Morning
Capullo/Snyder – Batman: Death Of The Family
Neil Daniels – Iron Maiden: The Ultimate Unauthorized History of the Beast
Sebastian Haffner – Die sieben Todsünden des Deutschen Reiches im Ersten Weltkrieg
Stefan Zweig – Die Welt von gestern
Stefan Zweig – Sternstunden der Menschheit
Vincent Bugliosi – Helter Skelter
Judy Carter – Stand Up Comedy: The Book
Bendis/Michael – All-New X-Men – Volume 1: Yesterday’s X-Men
Gerald Brittle – The Demonologist: The Extraordinary Career of Ed and Lorraine Warren
Jay Anson – The Amityville Horror
Bob Holly – The Hardcore Truth
Max Brooks – World War Z
The Mighty Book Of Boosh

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Killing Machine

Neues Video von meinen Gebruder Grim. Die EP gibt’s bei iTunes für spöttische 3.99 oder auf CD wenn ihr mir direkt an chef(öt)burnster(.)de schreibt.

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Kurzkritiken zu Inside Llewyn Davis & The World’s End

INSIDE LLEWYN DAVIS
So verträglich und eng, ja geradezu von Geilheit aufeinander geprägt, habe ich Kunstkino und Kommerzkomödie noch nie gesehen. Musik, Witz, Knopflochtränen, Justin Timberlake und Zeitgeschichte – alles aus einem Guss. Melanchomödischer Kostümfilm mit Folk. Lediglich die Bob Dylan-Pointe am Ende ist aus meiner Sicht ein wenig vorhersehbar, drückt sie doch nur das aus, was ich eh schon den ganzen Film lang denke: Hätte der Robert Zimmerman nur ähnlich gut singen und Gitarre spielen können wie Oscar Isaac, er wäre garantiert nie so erfolgreich geworden.

THE WORLD’S END
Das Gegenteil vom obigen Film: laut, prollig, unausgewogen, unterentwickelt und ab der Körperfresser-Phase sogar noch langweilig. Wenn man überhaupt von rausreißen sprechen knn, reißen es noch am ehesten Martin Freeman und Rosemund Pike und die amüsante erste halbe Stunde heraus. Ein Film, den ich mit 16 gut gefunden hätte, aber mit 16 war ich auch überwiegend ein Depp.

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Die große Koalition

Als es für die SPD das letzte Mal darum ging, zu regieren aber doch zu parieren (sprich: mit Merkel als Kanzlerin), war ich dafür. Die Bundestagswahl 2005 ging super-super-superknapp aus, der Stimmerfolg gab der SPD recht, sich trotz der Kompromisse nicht die Butter vom Brot nehmen zu lassen.

Jetzt sieht das ganz anders aus. Salomonisch gesprochen könnte man sagen: besser eine Regierung mit SPD-Beteiligung als eine, in der Merkel und Seehofer frei herumlaufen. De facto trägt man aber nur weiter zur Apotheose von Angela Merkel bei, wenn man in dieser Regierung etwas bewerkstelligt.

Egal wieviele Kompromisse man der Union in den Verhandlungen jetzt abgerungen hat und wieviel Minister man unterbringt, man hat sich das eigentlich nicht verdient, weil hinter dem Wahlkampf keine Idee steckte und hinter der Beteiligung an einer großen Koalition noch viel weniger. Das Mitreden an sich ist freilich eine passable Motivation für eine Volkspartei, und da alles andere als Realpolitik im Moment als schwer uncool gilt, traut man sich kaum noch querzudenken, geschweige denn gesellschaftliche Utopien mehr als im stillsten Kämmerlein zu diskutieren, aber mir reicht das nicht.

Ich will eine Vision, ich will einen klaren Widerspruch. Zu NSA, zu Vermögensspekulation, gegen Deutschtümelei und den sanften Separatismus, den man mit der Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft andeutet. Ich will schnellere Lösungen mit der Atomkraft und gerechtere Verteilung des Vermögens, mindestens eine marginale Regulation der Marktwirtschaft und das Ablegen des blinden Glaubens an Wirtschaftskreisläufe.

Was ich nicht will, ist eine „Der Weg ist das Ziel“-Philosophie der SPD, in der Politik ist das nur eine Ausrede. Vier Jahre Erfolg in der großen Koalition bedeuten zudem nur eins: weitere vier Jahre in der Koalition oder vier in der Opposition. Die Früchte wird nie ein Sigmar Gabriel tragen, wenn es welche zu tragen gibt, dazu fehlt ihm eine halbwegs sympathische Außenwirkung, das hat nichts mit seinen Fähigkeiten als Politiker oder seiner Gesinnung zu tun, schauen Sie sich nur die Beliebtheitswerte an.

Im besten von diesem schlechten Fall, zieht man sich in den kommenden vier Jahren mit Hannelore Kraft heimlich einen furchterregend roten Merkel-Golem heran, während man die Union in der Koalition einlullt.

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