Kurzkritiken zu Spider-Man: Homecoming und John Wick 2

SPIDER-MAN: HOMECOMING
Endlich mal wieder einen Film in deutscher Synchro gesehen (wegen Junior-Anwesenheit) und sehr positiv überrascht. Auch sonst wirklich sehr netter Nachmittag mit einem ganz fidelen Tom Holland, der gute Witze reißt. Was für mich als Kind ja immer die Essenz von Spidey war, was ihn mir sympathischer als die meisten Helden gemach hat. Spidey ist ein Comedian mit selbst-kasteiendem Humor, ein bisschen zu viel Demut auf der einen und auf der anderen zu viel jugendlicher Selbstüberschätzung. Expanded Universe, Blaupausen-Villains geschenkt, das nimmt man einfach nur noch mit heutzutage.

JOHN WICK 2
Die Kategorie leichtsinniger aber schwerst brutaler Actionfilm ist irgendwie nichts mehr für mich, bin ich zu alt und schreckhaft für. Der Stand-alone-Charakter des ersten Teils und die Tatsache, dass der Plot sich nur um einen toten Hund drehte, fand ich charmant. Jetzt erfahren wir mehr und damit viel zu viel über das expanded Killerversum, den Kodex, die Player und schon wird der Plot verfahren und der Film nur noch halb so interessant. Deshalb hab ich ihn auch nur zu Hälfte gesehen. War mir zu viel Wickipedia.

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Kurzkritik zu Wonder Woman

Ich hab gelesen, man müsse den Film mit Disney-Brille sehen, ihm seine Stereotypen verzeihen, das Leichtfüßige bemerken und den Umstand würdigen, dass eine Frau hier alles in Grund und Boden prügelt. Letzteres halte ich für selbstverständlich und behaupte sogar: für einen Film mit weiblicher Regisseurin, geht’s mir hier viel zu viel um den fröhlich swashbucklenden Alpha-Mann Chris Pine, der sich immer mit ein bisschen zu tiefhängendem Comic Relief aus der „Affäre“ ziehen darf. Ansonsten konnte ich den Film nicht wie „Die Eiskönigin“ schauen, denn dafür war er nicht lustig genug und hat sich auch selbst VIEL zu ernst genommen (ein Ewen Bremner ist halt kein Olaf). Man achte nur mal auf den wagneresken Soundtrack. Von der wirklich hanebüchenen WKI-Handlung aber mal ganz abgesehen. Wer weiß, wie viele Amerikaner jetzt denken, Ludendorff wäre Hitler 1.0 gewesen und die Deutschen schon vor 1933 Nazis (which is an entirely different discussion). Gal Gadot macht das gut, wirkt recht natürlich, wenn auch nicht immer so, als kontrolliere sie schauspielerisch alles, was sie da tut. Bock auf mehr Wonder Woman hab ich grade nicht. Was mich the most fuchsig an dem Film gemacht hat: Völlige Unentschlossenheit was Akzente und Sprachen betrifft. Beispiel: man unterhält sich als englischsprachiger Spion, der sich als Deutscher ausgibt, mit einem Deutschen auf Englisch mit fakem deutschen Akzent, spricht aber andererseits in einem mutmaßlich belgischem Dorf dann deutsch.

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Kurzkritik zu Alien: Covenant

Lieblos geschriebene und übertrieben professionell gefilmte nihilistische Alien-Kacke mit ätzenden Plot-Twists, die vorhersehbarer sind als jede ALF-Folge. Prometheus war eigentlich ein guter Einstieg, aber dank Covenant hab ich gänzlich das Interesse an der Origins-Story verloren. Fassbenders penetrant sinsistres Elitisten-Gehabe ist die reinste Reissbrett-Schurkerie und die Crew schenkt sich nichts mit der langen Ahnenreihe aus saublöd handelnden Astronauten im Umgang mit fremden Kulturen. Ah, ein schleimiges Alien-Ei, da möchte ich mal hineingucken. Hmmm, was liegt da auf dem Boden, das fass ich doch am besten mal an. Wie froh bin ich jetzt doch, dass Ridley Scott sich beim Blade Runner-Sequel aufs Produzieren beschränkt und Denis Villeneuve den Vortritt lässt.

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Kurzkritik zu Get Out

Weißen reichen Arschgeigen kann dieser Tage nicht genug eingeschenkt werden – hoffe, das ist auch im echten Leben das Endgame.

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Kurzkritik zu Guardians of the Galaxy Vol. 2

Ich hab viel gelacht und am Ende trotz oder wegen der schönen Kitschtrauer eine Träne zerdrückt. Manchmal war mir die Handlung arg egal, könnte ich sagen, aber das wäre auch gelogen, denn die Figuren waren ja die Handlung, der Humor war die Handlung. So schreibe ich ja selbst oft, und ich behaupte, das muss man erst einmal können. Der Film war gespickt mit Zwischenmenschlichkeiten und kleinen Besonderheiten und nur weil der Film meint, damit einen auf Vol.1 draufsetzen zu müssen, ist das noch lange nichts verwerfliches. Noch geht alles noch einmal – mit ein paar mehr Explosionen und einem herzrausreissenden Baby Groot. Ich fand das alles sehr schön und lustig, nur über die Hasselhoff- und Stallone-Cameos kann man ein Ei drüber schlagen.

PS: Dave Bautista ist ein Timing-Gott, ob im Ring oder im Kino.

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Die 25 besten klassischen Western

Dieser Beitrag geistert als Entwurf schon über zwei Jahre in meinem WordPress herum, und irgendwie hab ich ihn nicht veröffentlicht, weil sich meine Meinung zum Ranking ständig verändert. Zumindest hatte ich die Liste schon mal in einem arg Mezcal-geschwängerten 120-Minuten-Vortrag bei tschk!Talks gepreviewt. Jetzt hab ich eingesehen, dass es besser ist, ich veröffentliche den ursprünglichen Artikel mit den ursprünglichen Platzierungen, als weiter mit mir und meiner Vergangenheit zu hadern wie mein großer Freund Shane (see what I did there). Also direkt hinein in mein Vorwort von 2015.

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Seit Juli 2014 habe ich zirka 50 klassische (also keine Avantgarde, kein Eastern, kein Underground) und hochgelobte Western gesehen und versucht, sie in eine Reihenfolge zu bringen. Habe Schemata erkannt, die mir noch nicht bewusst waren, habe die Alten wie Ford und Hawkes schätzen gelernt, bin auf meine alten Tage zum John Wayne-Fan geworden und werde eines Tages selbst einen Western drehen oder schreiben. Die Grundlage meiner Recherchen und Filmvorführungen war eine Liste von IGN’s besten Western, auf die ich zufällig gestoßen bin, weil ich etwas zu Peckinpah recherchiert habe. Besagte Liste ist immer noch eine der besten, die ich online gefunden habe, und man glaube mir, ich habe eine Menge Western-Bestenlisten gefunden. Angefangen habe ich dann eben im Juli im Dachgeschoss meiner Eltern. Es hatte nachts noch über dreissig Grad, ich konnte nicht schlafen, weil es so heiß war, und mein damals vierjähriger Sohn nicht, weil ihn die Mücken auffraßen. Wir waren beide irgendwie außer uns. Er hörte die ganze Nacht Hörspiele, ich schaute Filme auf dem Laptop. Und zu dieser Hitze passte nur ein Genre, wie ich fand, und so schwitzte ich mich zunächst mit „The Wild Bunch“ und „The Man Who Shot Liberty Valance“ in den Schlaf. Als ich wieder in Berlin war, fing ich an, mir jeden Film, den ich sehen wollte, auf DVD oder Blu Ray zu kaufen, auch die Western, die ich bereits kannte, und sie nach meinem Gusto zu ordnen und ranken. Bis heute steht hier ein ganzes Regal voller grandioser Westernfilme, und in meinem Kopf gibt es diese Erinnerung an einen dreckig heißen Sommer mit einem Westernmarathon, die mir keiner mehr nehmen kann. Es war wie ein Urlaub, ein wirklich langer Urlaub im alten Westen. Let’s saddle the horses.

Kurzkritik zu Logan

Jetzt ist es passiert. Endlich hat auch ein Marvel-Titel (mit der starken Einschränkung der 20th Century Fox-Lizenz) seinen dystopiösen und noch dazu vor Brutalität sprudelnden Nachdenkfilm. Dass dafür die ewig hadernde und grantelnde Sauklaue Wolverine herhalten muss, lag ja schon immer in der Natur der Figur. Selbst wenn der Film entgegen aller Fanboy-Hoffnungen so gut wie gar nichts mit dem teils recht gehässigen, aber originellem „Old Man Logan“-Comic zu tun hat, nutzt er trotzdem eine ähnlich alternative Timeline (sprich: gibt einen Scheiß auf das Chronologie-Zinober der X-Men-Filme), um seinen Figuren jede Menge Gewalt anzutun und den Game-Of-Thrones-erprobten Zuschauer auf die Streckbank einer Welt zu schicken, in der Genozid und Gentechnologie ein und derselben Lust und Laune entspringen.

Mir persönlich ist das zu brutal und zu negativ, ich brauche nicht die ständigen Zerfetzungen und die Omnipräsenz von Weltuntergang. Das hab ich im echten Leben zur Genüge. Davon abgesehen hinkt Mangolds zweiter Wolverine-Film auch unabhängig von meinem Gusto dem Zeitgeist hinterher. Nolans Dark Knight war bahnbrechend in Sachen „grounded & gritty superheroes“, und selbst dem vorausgegangenen Japan-Wolverine hätte dieser Ansatz noch ganz gut getan, aber 2017 kommt mir die Grundstimmung des Films verspätet postapokalyptisch (see what I did there) vor.

Klar, Hugh Jackman ist die Sympathie für die Rolle immer noch anzumerken – sein immenser Bartwuchs spielt sich stärker denn je in den Vordergrund – und Patrick Stewarts siechend kreuzfideler Professor X ist die bisher stärkste Inkarnation der Figur, aber Logans verwilderte und tollwütende Teenager-Tochter, der handelsübliche fanatische Wissenschaftler (Typ Mengele) und Boyd Holbrook als immer leicht gelangweilt wirkender Cyborg-Söldner Donald Pierce sind zu stereotyp, um diese finstere Realität auch wirklich als real zu empfinden. Deshalb gibt es auch keinen glaubhaften Antagonist und Hugh Jackman muss Doppelschicht als sein eigener Bossgegner schieben.

Fazit: „Logan“ mag auf den ersten Blick aussehen wie der Autorenfilm unter den Superhelden-Flicks, bleibt aber dann doch nur ein gut getarnter Wolvie-Slasher. Er ist trotzdem der beste der drei Wolverine-Stand-Alone-Filme, das ist ja auch was wert.

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Kurzkritiken zu The Autopsy of Jane Doe, Ghostbusters (2016)

The Autopsy of Jane Doe:
Käse with a twist. Aber trotzdem Käse. Guter Gore, aber die Dialoge sind der eigentliche Horror. Die guten Bewertungen liegen sicher auch an den Vorschusslorbeeren für Tollhunter-Regisseur André Øvredal, dessen moderner Found-Footage-Klassiker diesem Film etwas Gravierendes voraus hat: Humor.

Ghostbusters:
Auch Käse. Der weibliche Cast ist stereotyp und muss sich ziemlich blöde Chauvi-Sprüche vom Mackergeist gefallen lassen. Darf außerdem dem Assistenten anzüglich hinterher hecheln, als ob das eine positive Eigenschaft wäre, die man sich als Frau endlich auch mal gönnt. Kristen Wiig find ich großartig, die Gags dafür alles andere als geistreich, und ich kann auch keine Filme mehr sehen, die ständig und zwanghaft auf die Originale anspielen müssen, damit die „jetzige“ Generation auch wirklich kapiert, warum das früher so toll gewesen ist. Dabei lag das hauptsächlich an Bill Murrays Adlib-Exzessen.

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Kurzkritik zu Wilde Maus (Berlinale-Vorführung)

Ich mag Josef Hader. Sehr. Als Kabarettist, als Comedian, als Schauspieler, als Autor. Ich bin nicht sicher, ob ich ihn als Regisseur mag. Er hat versucht, einen Film zu machen, der das Beste aus den Filmen vereint, in denen er bisher mitgespielt hat und damit meine ich nicht Nora von Waldstetten, die ich trotz ihres unabstreitbar großen Talents nicht ausstehen kann.

Es ist ein bisschen Schmäh (wie in Komm süßer Tod), ein bisschen Kriminalistik (wie beim Brenner), ein bisschen Buddy-Komödie (wie in Indien), ein starkes bisschen Verlierer-Drama (wie beim Aufschneider) und ein Häuferl Slapstick oben drauf, siehe die visuell hinreichend kolportierte Nacktszene im Schnee. Aber es hat überhaupt keine Richtung. Ausgerechnet Haders Figur des Musikkritikers Endl wirkt am unglaubwürdigsten, seine Reise ist eine viel zu oft in der Kulturgeschichte bemühte Sinnsuche des „schwierigen“ Mannes über vierzig. Es geht ums Älterwerden und um die damit verbundene Verunsicherung (dick aufgetragen durch die Radio- und Fernsehmeldungen von Flüchtlingen und Terrorgefahr), aber das ist mir im Falle Georg Endl alles zu naheliegend oder nicht subtil genug.

Haders andere Figuren sind dagegen dicht (in beiderlei Sinne), ihre Dialoge sind an sich gut, aber wirken oft zu sehr geschrieben. Die Schauspieler taugen mir enorm, allen voran Pia Hierzegger, aber auch Jörg Hartmann und der mir aus der Sendung mit dem Elefanten vertraute Dennis Moschitto legen ein irrwitziges komödiantisches Timing an den Tag und machen aus urst klischeebehafteten Rollen wie der frustrierten Ehefrau, dem schwulen Veganer und dem scheiß Chef, lebendigere Figuren als ihnen das Drehbuch vermutlich zugestanden hätte. Es gibt eine Szene, wo Endl mit seiner Frau im Auto sitzt und witzige Sätze sagt, die auch vom Bühnenmensch Hader stammen könnten und seine Frau lacht, weil er halt schon auch ein witziger Typ ist. Da fällt die Figur für mich dann endgültig auseinander, weil ich dann nur noch den Hader seh und der nicht der verbohrte Musikkritiker ist.

Am Ende ist der Film dann wirklich nur eine gute Nummernrevue geworden mit einer Menge mittlerer Gags aber auch ein paar wirklich guten stilleren lakonischen Brüllern (contradictio in se, is Absicht), die man aber natürlich vom Hader so erwartet. Weiter so, will man zum Regisseur Hader sagen, weil man ihn ja so sehr mag, und sich ja schon auch amüsiert hat, aber kann man irgendwie dann doch nicht. Weiter, aber anders. Der Hader kann sicher noch mehr, noch eigener. Fast habe ich den Eindruck als hätte ihm seine Filmemacherei mit Leuten wie Murnberger und Schalko die eigene Schrulligkeit ausgetrieben.

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Kurzkritik zu Suicide Squad

Kurz vor knapp noch Suicide Squad gesehen und was für ein Scheiß. Fing noch sympathisch ramschig und überdreht mit den kurzen Origin-Stories zum Flegel-Kommando an und mündete nach einer halben Stunde in einen unnötig wirren Plot um ein apokalyptisches Szenario, das selbst Vigo der Geissel der Kaparten zu absurd gewesen wäre.

Margot Robbie alias Harley Quinn war mir ein bisschen zu dümmlich und Joker-devot, um wirklich als respektable Bad-Ass-assine durchzugehen, aber das ist auch der leider etwas sexistischen aber fantastischen Bruce-Timm-Comic-Vorlage „Mad Love“ geschuldet. Will Smith kann von mir aus einfach bei Scientology bleiben, der Feuer-Jesus war ganz okay und Jared Leto der mit Abstand mieseste, unglaubwürdigste, aufgesetzteste und unlustigste Joker der Batman-Historie. Dann lieber achthundertmal Mark Hamills Zeichentrick-Version. Richtig wütend im positiven Sinn hat mich nur die tolle Viola Davis als Amanda Waller gemacht.

Am Plot scheitert es oft bei solchen Filme gar nicht, der ist eh meist genre-bedingter Humbug. Es müsste halt alles nur ein bisschen mehr Zeit und Kohärenz bekommen, die Charaktere müssten ein bisschen normaler reden statt in ewigen One-Linern und die Action kann man sich sparen, wenn man vorher nicht einen Sinn für unmittelbare Gefahr etabliert hat. Ich rede mich natürlich leicht, mir quatschen ja auch keine tausend Leute in meine Blogposts.

Ayer ist eigentlich ein fähiger Regisseur, aber wie so viele zum Superheldenflick verführte „Kunstfilmer“ vor ihm ist er nur der Grüßaugust für einen angeblich so alternativen Ansatz bei Blockbustern, die im Endeffekt noch klischeehafter, lauter und dümmer sind als früher, aber das hinter greller Optik und dem Brand ehemals innovativer Regisseure verstecken. Wobei es auch solche gibt, die durch solche Filme ihren inneren Michael Bay entdeckt haben, looking at you, Zack Snyder.

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