2018

Songs
Phoebe Bridgers – Motionsickness (re-released)
Ariana Grande – No Tears Left To Cry
Snail Mail – Heatwave
Django Django – Surface To Air
Lucy Dacus – Non-Believer
Partner – Play The Field
The Beths – Happy Unhappy
Frank Turner – Blackout
Migos – Walk it/Talk It
Panic At The Disco – High Hopes
Ghost – Danse Macabre
N.E.R.D., Rihanna – Lemon
Saweet – ICY GRL
Pete Yorn & Scarlett Johansson – Bad Dreams
Janelle Monáe – Pynk
Halve-Alive – Still Feel
Pusha T – If you know you know
Turbonegro – Hot For Nietzsche
Rosalía – Malamente
Weezer – Africa
The Dirty Nil – That’s What Heaven Feels Like
Cardi B, 21 Savage – Bartier Cardi
Bruno Mars feat. Cardi B. – Finesse (Remix)
Kasey Musgrave – High Horse
Kendrick Lamar feat. SZA – All The Stars

Alben
Phoebe Bridgers – Stranger In The Alps (2017 Rerelease)
Snail Mail – Lush
Lucy Dacus – Historian
White Denim – Performance
Camp Cope – How to Socialise and Make Friends
Pusha T – Daytona
Imarhan – Temet
Janelle Monáe – Dirty Computer
Partner – In Search For Lost Time
The Beths – Future Me Hates Me
Tom Petty And The Heartbreakers – An American Treasure
boygenius – EP
Ariana Grande – Sweetener

Alte Songs
Jimmy Eat World – My Sundown
Jackson Browne – Running On Empty
Wings – Jet
Gerry Rafferty – Right Down The Line
Rory Gallagher – Philby
Peter Gabriel – Red Rain
Andrew Gold – Lonely Boy
Adina Howard – Freak Like Me
Bette Middler – Beast of Burden
Mega City Four – Ticket Collector
Motley Crue – Live Wire
Ghost – He Is
Tommy Guerrero – Thank You MK
The Durutti Column – Sketch For A Summer
Clueso – Keinen Zentimeter
The Pharcyde – Illusions
Portugal The Man – Feel It Still
A Tribe Called Quest – Scenario

10 wichtigste Platten ever (Stand: Current Mood)
Beatles – White Album
Iron Maiden – Powerslave
Thin Lizzy – Jailbreak
Metallica – Master Of Puppets
Nada Surf – Let Go
Teenage Fanclub – Grand Prix
Hot Water Music- No Divison
Leatherface – Minx
Tori Amos – Under The Pink
The Cure – Wish
Tom Petty and The Heartbreakers – Into The Great Wide Open

Games
Red Dead Redemption 2 (PS4)
Spider-Man (PS4)
God Of War (PS4)
Steamworld Dig (Switch)
Steamworld Dig 2 (Switch)
Alto’s Odyssey (iOs)
Donkey Kong Country: Tropical Freeze (PS4)
Assassins Creed: Odyssey (PS4)
No Man’s Sky (PS4, NEXT Update)

Filme
Suspiria
BlaKkKlansman
Paddington II
Annihilation
Black Panther
Avengers: Infinity War
The Lost City of Z (2016)
Crazy Rich Asians
The Ballad Of Buster Scruggs
Juliet Naked
Mission Impossible: Fallout
Deadpool 2
Hereditary
Bohemian Rhapsody
Isle Of Dogs
Burning
Roma
Mandy
To All The Boys I’ve Loved Before

Serien
Atlanta S02
Succession S01
Better Call Saul S04
Killing Eve S01
Glow S02
The Terror S01
The Haunting Of Hill House S01

Bücher
Svenja Flaßpöhler – Die potente Frau
Liv Bergström – Der Ursprung der Liebe
Virginie Despentes – King Kong Theorie
Banana Yoshimoto – Lebensgeister
Margarete Stokowksi – Die letzten Tage des Patriarchats
Fuminori Nakamura – Die Maske
Timothy Snyder – On Tyranny

Antman & The Wasp / Mission Impossible: Fallout

Antman-Filme sind mir eine Spur zu drollig, dann aber nicht drollig genug. Aber ich mag sie, weil die Figur meinen Sohn so in den Bann schlägt. Habe den Film praktisch für ihn testgesehen, ob er was für ihn ist. Ja und nein. Ja wegen der Vergrößerung- und Verkleinerungssause. Nein wegen der unnötigen Melodramatik um Michelle Pfeifers Charakter. Die übrigens gut in Schuss ist für dreißig Jahre ohne Sauerstoff, Essen & Trinken. Für einen Film, dem Physik so wichtig ist, drückt er sich um jede noch so plausibel wirkende Pseudo-Erklärung, das ist beinahe ärgerlich. Z.B: warum funktionieren Matchbox-Autos wie echte, wenn man sie schrumpft? Warum schrumpfen die Menschen darin mit? Letztendlich aber alles possierlich genug, um die Schwere von Infinity Wars zu verdauen.

Ethan Hunt/Tom Cruise verdaut nur langsam. Er hat eine Grundschwere, die MI:6 selbst in den hanebüchensten Momenten eine melancholische Grundierung verleiht, die übrigens schon in John Woos überkandideltem Teil zwei der Serie beginnt – das ist der mit dem Limp-Bizkit-Themesong und Thandie Newton. War immer mein Lieblingsteil der Serie. 2,5 Stunden ist natürlich zu lang für einen Actionfilm, aber er hält eine gewisse Grundspannung, was an der glaubwürdigen Vulnerabilität von Cruise liegt. Seit dem Couchsprung bei Oprah nimmt man ihm den gebrochenen Charakter einfach auch ab. Die Actionsequenzen erinnern in ihren besonneneren Momenten an ältere Filme, siehe der BMW-Chase durch Paris in bester Bullitt-Manier. In den hektischen Momenten sind sie immer noch übersichtlich und tatsächlich hab ich mich bei den Hubschraubern dabei ertappt, kurz den Atem angehalten zu haben. Plot ist natürlich Gaudi-Spy-101, aber das muss man so machen, sonst ist er Spagat zu den unglaubwürdigen Überlebenschancen von Ethan Hunt zu groß. Gutes Ding.

Hereditary (Kurzkritik)

Ein furchtbar unangenehmer Film. Wie sich das Familiendrama in einen Horrorfilm hinein windet ist das reinste Siechtum. Den Dampfhammer-Symbolismus mit dem Modellhaus und den 01815-666 Satanskult hätte man sich sparen können und einen der besten Horrorfilme in diesem Jahrzehnt (zusammen mit The Witch, Get Out & It Follows) schaffen können. Schade dass man immer so Genre-Zugeständnisse macht, aber das lag angeblich gar nicht in Regisseur Ari Asters ursprünglicher Absicht, wie er in einem Podcast sagt. Darsteller sind alle en point as fuck, aber Milly Shapiro als Charlie schießt im sprichwörtlichen Sinn den Vogel ab.

Solo (Kurzkritik)

Solo ist okay. Ein bisschen zu schäbbiche Farben für einen Star Wars-Film, ein bisschen zu fade Handlung, aber es steht ja auch nichts auf dem Spiel. Das alte Problem mit den Prequels: Man weiß mindestens, wer nicht ins Gras beißt und eigentlich hat sich auch niemand je gefragt, warum Han mit Familiennamen Solo heißt, oder? Alden Ehrenreich spielt das wider Unken gut, angenehm linkisch und natürlich noch nicht so zynisch wie ein ausgewachsener Harrison Ford. Das ist so gewollt, nehm ich an, und ich fand das erfrischend, statt lauter altkluge One-Liner rauszuhauen. Donald Glover kann zur Zeit eh nichts falsch machen, mehr macht er aber auch nicht, und Emilia Clarke hat ihren einzigen Gesichtsausdruck für immer faustisch an Game Of Thrones verkauft. Woody Harrelson sitzt den Film auf einer Arschbacke ab, aber das reicht ja bei ihm, lediglich Paul Bettany überperformt wie immer in einer Nebenrolle. Eben alles soweit okay, aber was man dem Film wirklich vorwerfen kann ist, dass er den Star Wars-Hype killt. Totenstille im fast leeren Kino und das in der ersten Woche. Gut, war ein heißer Nachmittag, aber wenns beim Einblenden von „In a Galaxy far far away“ nicht mehr kribbelt, dann stimmt doch was nicht mit dem Brand.

Avengers: Infinity War

Eine Axt von einem Film. Nicht nur wegen dem Ende. Sondern wegen dem was er bis dahin für einen Aufmarsch auf einen loslässt. An Helden, an CGI, an One-Linern, an kruden deux-ex-machina-Momenten, an hysterischen Ortswechseln, an Sentimentalitäten.

Für die Nolan-liebenden-hyper-grounded-Fantasten: Die Geschichte um die Infinity-Steine und den irren Universums-Halbierer Thanos ist freilich hanebüchen, aber wen juckt’s. First and foremost ist das eine Comic-Verfilmung, ein Feuer- und ein Kunstwerk, ein Gemälde vom letzten Marvel-Abendmahl mit ein bisschen mehr als 12 Jüngern drauf, die sich um Iron Jesus Robert Downey Jr. scharen. (Die Jesus-Anspielung ist kein Spoiler)

Doch selbst bei einer Laufzeit von 2:40 können nur wenige Helden Platz für Entwicklung und Empathie bekommen, hier sind das am ehesten der zweifelnde Tony Stark, der unverbesserliche Positivist Thor und der misanthropische aber verantwortungsvolle Dr. Strange. Das ist okay, die können den Film tragen, der Rest wird ja nicht vergessen, sondern mit liebevollen Dialogen und Kameraeinstellungen verewigt.

Die humoresken Säulen sind – nicht sonderlich erstaunlich – die Guardians Of The Galaxy, allen voran Chris Pratt (Starlord), der nur ein „sandwich away from being fat“ ist, aber auch nur noch wenige Dialogzeilen von der Lakonik eines Harrison Fords.

Reden wir über Thanos, dem die lila CGI keinen Gefallen tut, doch Josh Brolin dazu zwingt, sich ein bisschen mehr ins Zeug zu legen, wenn er sich vulnerabel zeigen muss. Das gelingt mal mehr, mal weniger, doch am Ende fürchtet man ihn schon allein wegen seiner Entschlossenheit zum Genozid. Ist ja auch eine zeitlose Angst.

Im Grunde ist der Film zu lang und quält einen fast schon mit so viel Sci-Fi-Gehämmer (und Peter Dinklages Gastrolle), doch man muss ja erst ausgiebig all die seit vielen Jahren etablierten Helden (und Black Panther) zu Gesicht bekommen, bevor man das erderschütternde Finale einleiten kann. Tut sonst nicht so weh.

Fall Marvel wirklich mit dieser zehnjährigen Engelsgeduld auf genau dieses (vorläufige) Ende seines MCU hingearbeitet hat, dann gebührt ihnen infinite respect. Ich geh jetzt mal was lustiges gucken.

Kurzkritik: Annihilation

„Annihilation“ von Jeff VanderMeer ist ein wunderbares kleines Science-Fiction-Buch mit ökologischem Sendebewusstsein. Als ich gehört habe, dass Alex Garland (The Beach, Ex Machina) einen Film draus macht, und Padme und Poe Dameron mitspielen, war ich ganz positiv gestimmt.

Nur hieß es plötzlich, das wird ein Direct-to-Netflix-Release, außerdem habe Garland bei VanderMeer angerufen und gesagt: „Du, ich hab dein Buch mal kurz überflogen und mach jetzt einen Film draus.“ Jeff war angeblich nicht amused.

Doch etwaige Sorgen sind unbegründet. Trotz großer inhaltlicher Ferne zum Buch und einer wenn nicht konträren, doch zumindest schwer zu dechiffrierenden Haltung, fängt der Film die Grundstimmung des Buches zwischen Endor und LV-426 (bitte googeln) perfekt ein, glänzt mit ganz feinfühligen Schauspielleistungen des beinah all-female-Casts und ist so meditativ, trippig und spannend zugleich, wie es das Buch mal versprochen hat.

Nach Bright und Mute, und wie die jüngsten Gurken alle heißen, ein wirklich betörender Netflix-Film, bei dem die losen Zügel für Regisseure dennoch einen kompakten und visionären Film hevorgebracht haben, der sich weder einen auf sich selbst runterholt, noch es allen Recht machen will. Gutes Kino halt und der Beweis, dass man die Essenz von guten Büchern auch durchs Überfliegen erfasst.

Black Panther

Bisschen peinlich mitteleuropäisch, wenn man wie die taz der anderen Kultur erklärt, wie sie ihr kulturelles Erbe zu verwalten hat. Vor allem wenn die Kultur im derzeitigen Amerika eine wichtige Gegenkultur ist und höchst erfolgreich eine Massenplattform gefunden hat, um ihre komplexe Historie und ihre Ideale dar- und postwendend in Frage zu stellen. BP stellt vorbildlich komplexe Fragen, drückt sich auch nicht vor den daraus resultierenden Dilemmas, drückt sich vielleicht manchmal um komplexe Antworten zugunsten Bond-artiger Action und Superheldenwumms. Doch das ist okay, schließlich scheint das ja der Mittelweg, um Leute zu erreichen und nicht Mittwochnacht auf ARTE zu laufen.

Wichtig ist natürlich auch, dass der Film das afro back in afro-american tut. So banal das klingt, aber 2018 reicht es nicht mehr, das stumm mitzudenken und Kolonialismus als Schwammdrüber-Episode in der Geschichte zu übergehen. Die Diskursmittel eines Marvel-Movies sind wie gesagt begrenzt, aber die Reichweite eines Diskursfilms dann eben auch.

„Visually stunning, scheut sich nicht vor komplexer ethischer Fragestellung, über den Rest muss ich nachdenken“, hat meine Freundin resümiert. Geht mir zwei Tage später noch genauso (und so lange denke ich selten über Filme nach), doch ich muss zumindest so anti-ejaculatio-praecox-mäßig vorausschicken, dass der Film und seine Figuren dann doch nicht so ganz in meiner Gefühlswelt angekommen sind.

Bei aller Liebe für die starken Frauen (gimme a hell yeah für Lupita Nyong’o, Letitia Wright, Danai Gurira, Angela Bassett), den besonnenen T-Challa und den euphorisch ruppigen (und patent bellenden) N’Jobu (Sterling K. Brown) konnte ich da immer noch ein bisschen zu sehr das Reißbrett durchschimmern sehen. Mehr noch beim Antagonist Killmonger. Man kann sich drauf verlassen, dass Michael B. Jordan jeden Film mit einer wildcard-artigen Gravitas versieht, doch letztlich blieb da vielleicht dann doch zu viel Material im Schneideraum, um aus dem Rebel With A Cause einen Mann mit Facetten zu machen. Was auch ein wenig auf Chadwick Bosemans T’Challa zutrifft. Äußerst ruhmreiche Ausnahme in beiden Fällen sind die Begegnungen auf der Ebene der Vorfahren.

Fazit: Black Panther will die Box Offices, aber auch Verantwortung übernehmen. Beides gelingt. Beide freut mich. Dass er mich persönlich trotz Vorliebe für das Thema und den superben Cast nicht so erreicht hat – drauf geschissen. Insofern: Wakanda forever!

2017

Toughes Jahr. Wenig auf dem Laufenden geblieben. Aber das ist ja eh nur Protokoll, muss niemand interessieren, soll niemand missionieren.

Lieder:
Spoon – Hot Thoughts
Bilderbuch – Bungalow
Clueso – Achterbahn
Kendrick Lamar – Humble
Paramore – Hard Times
Neil Young – Hitchhiker
St. Vincent – New York
Sigrid – Don’t Kill My Vibe
Bad Lip Reading – Seagulls (Stop It Now!)
Young Hurn – Ok cool
Raquet Club – Head Full Of Bees
Propaghandi – Victory Lap
The Night Flight Orchestra – Gemini
Kelela – Better
Tribulation – The Lament
Desperate Journalist – Resolution
Alice Merton – No Roots
Dirty Projectors – Little Bubble

Alben:
Neil Young – Hitchhiker
Racquet Club – Racquet Club
Spoon – Hot Thoughts
Kendrick Lamar – Damn
The Night Flight Orchestra – Amber Galactic
SZA – Ctrl
Kelela – Take Me Apart

Alte Lieder:
Tegan & Sara – Nineteen
Dire Straits – Portobello Belle
AFI – I hope you suffer
Tori Amos – Caught A Lite Sneeze
Wilco – One Wing
Katy Perry – This Is How We Do
Can – Vitamin C
Saves the Day – Remember
Testament – Brotherhood of the Snake
James Taylor – Shower The People

Alte Alben:
Kansas – Leftoverture
Weakerthans – Reconstruction Site
Tori Amos – Under The Pink
Saves The Day – Saves The Day
Carly Rae Jepsen – Emotion: Side B

Spiele:
Assassin’s Creed Origins (PS4)
Uncharted: The Lost Legacy (PS4)
Elite Dangerous (PS4)
Zelda: Breath Of The Wild (Switch)
Super Mario Odyssee (Switch)
Stardew Valley (PC)
Firewatch (PS4)
Into The Woods (PS4)
Inside (PS4)
LEGO Worlds (PS4)
WWE 2k18 (PS4)

FILME
Dunkirk
Guardians of the Galaxy Vol.2
The Lost City of Z
Thor: Ragnarok
Logan
Logan Lucky
Get Out

SERIEN
The Young Pope S01
Twin Peaks S03
Mindhunter S01
Better Call Saul S03
Castlevania S01
Glow S01

BÜCHER
Jeff VanderMeer – Annihilation
David Downing – Zoo Station
James Dixon – Titan Sinking
Thomas Mullen – Darktown
Kent Haruf – Our Souls At Night
Dan Simmons – The Terror
Jack Kornfield – Das weise Herz
James Luceno – Dark Lord: The Rise of Darth Vader

PODCASTS
The Masked Man Show
The Watch
Binge Mode
The Lapsed Fan
McMahonsplaining
E&C’s Pod of Awesomeness
S-Town

Star Wars: The Last Jedi

UPDATE/VORWORT

Ich hab jetzt lange überlegt, ob ich den Film verrissen habe, weil da der enttäuschte Fanboy aus mir sprach oder ich den Film eh nicht mögen wollte. Aber ich bin gar kein Fanboy und ich hatte sogar die besten Erwartungen an Rian Johnsons Take. Ich saß einfach nur drin und fand, dass nichts in einander passte, empfand den Film als riesiges Stückwerk. Bin ein bisschen verwirrt, dass der Film überall so hochjubiliert wird. Ich hab schon kapiert, dass Johnson dem Mythos ein wenig an den Karren fahren wollte, dass „kill the past“ durchaus als Credo zu verstehen war. Ich weiß das zu schätzen, ich würdige jeden, der sich mit einem etablierten Franchise etwas Chuzpiges traut. Aber so groundbreaking und revolutionär war das nicht, wenn man ehrlich ist. Snokes Schicksal, Reys Eltern, Lukes Grumpiness, das sind auch alles ziemlich transparent gewählte plot devices und im Einzelfall smartass Provokationen. Das kommt mir nicht organisch vor. Ich hatte in dem Film nie das Gefühl, das hier eine Geschichte passiert, sondern vielmehr, dass sie vor meinen Augen passiert wird. Ich hab den Film ein zweites Mal auf Deutsch mit meinem Sohn gesehen und die Synchro war grotesk umständlich und unidiomatisch, doch ich kann zumindest attestieren, dass der 7-jährige sich einigermaßen unterhalten gefühlt hat, auch wenn er allen Protagonisten bescheinigen musste, dass sie sich doof verhalten. Ich denke trotzdem, dass das nicht sein Lieblingsfilm ist. Ich habe ihn bei den Prequels mehr Spaß haben sehen, von der originalen Trilogie ganz abgesehen. Nun bin ich bei Gott aber kein Nostalgiker und nichts läge mir ferner, als neuen Star-Wars-Filmen keine Chance zu geben. Deshalb mein unbedeutender Appell noch vor dem Schmähgesang: Klar, gebt der neuen Inkarnation eine Chance, auf jeden Fall, tut ihr ja sicher eh. Ich bin ja auch kein Filmkritiker. Und ja: Adam Driver ist auf „Planet Daniel Day-Lewis“, wie ich im Podcast The Watch gehört hab.

ORIGINALE KRITIK

Die Weltraumschlacht zu Beginn ist noch eine gute Entscheidung. Oscar Isaac als Poe Dameron darf zwar erneut eine schauspielerische Bandbreite von 1 bis 1,1 zeigen, aber… to blow shit up for the sake of blowing shit up… hey, warum nicht, denke ich. Da kann ich ja noch nicht ahnen, dass das den ganzen Film so weitergeht.

Danach drängt sich dann sowas wie eine Handlung auf und die ist mit hanebüchen euphemistisch beschrieben. Habe selten so oft Deus Ex Machina in einem Film gesehen. Wirklich immer wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Raumschiff oder ein Droide her.

Neben den zu vielen langen und überbordenden Schlachtengemälden muss ich dann quälend langen 152 Minuten beiwohnen, in denen Rey sich von einem leider ziemlich durchschnittlich spielenden Mark Hamill die Leviten lesen lässt und so dermaßen lieblos die Dagobah-Paradigmen von Gut und Böse, Jedi oder doch lieber Busfahrer durchläuft, dass man bei Yoda petzen möchte.

Es ist schade um Daisy Ridley, denn ihre Rey kommt plötzlich nicht mehr empowered sondern naiv rüber in der ständigen Bemühung, den Sänger von My Chemical Romance zum Guten zu bekehren. Zwischen Driver und Ridley gibt es generell viel zu viele vorhersehbare Plottwist-Mätzchen, zu viel allegorisches Rumgenudel, zu viel Geheule von Kylo Ren, zu wenig Druck von den inneren Dämonen von Rey.

Insofern befindet sich auch im zweiten Film kein Badass Villain: General Hux ist ein ulkiger Fatzke, Kylo ein larmoyanter Teenager ohne einen Funken Spaß an der Arbeit und Snoke ein offensichtlich naiver Prekariats-Palpatine mit CGI-Aussetzern. Der Aufbau von Ren zum tatsächlich angsteinflößenden Tyrann mag sich ja im 3. Teil auszahlen, aber dafür hatten wir jetzt zwei Teile lang einen Pupertäts-Vader mit Fear Factor 0,1.

Dann gab’s leider auch viel zu viel sich gegenseitiges Zugezwinker und tongue-in-cheek-Momente der Protagonisten und die mittlerweile eklige Sucht, jeden Helden-Blockbuster mit erzwungenen und vollkommen unorganischen One-Linern auszustatten.

Speaking of which: Benicio Del Toro und Laura Dern hätten sich zudem gern gehackt legen können. Hätte uns allen ein paar sinnlose Handlungsstränge, half-assed Schauspielerleistungen und das Öko-Märchen vom befreiten Pferd beim Großen Preis von Monaco erspart.

Bin übrigens eingenickt und das in der Mittagsvorstellung und habe eigentlich auch keine Lust auf die jetzt schon präpotent angekündigte neue Trilogie von Rian Johnson – der übrigens (danke an Stefan Kauertz) die einzige Breaking-Bad-Folge inszeniert hat, die ich je doof fand: die mit der Fliege.

UPDATE/NACHTRAG/MÖGLICHER SPOILER
Hier ein Zitat von Rian Johnson aus einem Interview mit der L.A.-Times über sein Handling von Snoke. Ich glaube, das finde ich cool. Ich glaube, ich hatte mir mehr von Snoke versprochen, weil er so scheiße aussieht, das wollte ich nicht so stehen lassen. Aber fair enough, Mr. Johnson:

LATIMES: Fans have been obsessed with Snoke’s origins since “The Force Awakens,” and while we get to know him much more in “The Last Jedi,” you don’t necessarily give that answer. Does it matter who he was?

JOHNSON: Not in this story it doesn’t, which is not to say it wouldn’t be interesting — they might explore it in the next movie or elsewhere. I wrote this script before “The Force Awakens” came out, so when I wrote it, the “Who is Snoke?” mania hadn’t arisen with the fans yet. Even if it had, my perspective is it’s similar to how the Emperor was handled. The first three movies you know nothing about the Emperor because you don’t have to, because that’s not the story. You know exactly what you need to know. Whereas in the prequels, you know everything about him because that is the story.

In this movie, Rey doesn’t really care where he comes from, so if in any of their scenes he had stopped and done a 30-second monologue about how he is [Darth] Plagueis or whoever, Rey would have blinked and looked confused and the scene would have gone on … and we would have ended up cutting it in the editing room because it doesn’t matter to the story right now.