Brennerpass Bundesliga 2013/2014 (23)

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Disclaimer: Aufgrund einer mehrtägigen Tätigkeit im Heavy-Metal-Bereich dieses Mal nur eine Kurzversion. Und noch was: Jochen Coenen (Sport Bild) ist ein ganz eitler Thesenreißer.

FC Bayern – Schalke 5:1 (4:0)
Tatsächlich war ich am Samstag sogar in München, allerdings nicht im Stadion, sondern beim Soundcheck auf der Bühne der Glockenbachwerkstatt. Gottseidank leben wir im Zeitalter des Krieges und der digitalen Lösungen und so hat meine Frau das Spiel für mich per Receiver aufgenommen – nach Tourende konnte ich also den Sonntagabend mit diesem Kantersiegchen beschließen. Allerdings befinde ich mich während ich das schreibe in einer Wart Wachkoma und kann nur noch in Stichpunkten kommentieren. Mein erster Eindruck vom Spiel: Guardiola hat sich schon wieder etwas ausgedacht – er spielt jetzt mit zehn Stürmern. Schon früh im Spiel merkt man, wieviel Feuer dieser Robben schon wieder unterm Arsch hat – Zeit, dass ihm ein Torhüter das Knie aufschlitzt, denken sich die Neider. Für mich hat die erste Halbzeit bewiesen, dass Bayern auch mit zwanzig Punkten Vorsprung auf Knopfdruck von ihrem schamanistischen Ballbesitz Abstand nehmen kann und sich nach Lust und Laune in den Strafraum hineinzaubern. Das liegt natürlich auch am neuen Fatalismus von Schalke, denen jetzt in zwei Spielen so dermaßen über Gebühr der Arsch versohlt wurde, dass ein kollektiver Besuch beim Therapeuten eigentlich die ultima ratio sein dürfte. Das oder sich aktuelle Spiele von Leverkusen, Wolfsburg oder Gladbach anzuschauen. Regelmäßige Leser wissen um mein Schalke-Faible, aber wer so brav Männchen vor den Bayern macht, der hat nichts anderes als so einen deftigen Tritt verdient. Erstaunlich, wie die Mittelfeldstrategen Schweinsteiger, Kroos und Thiago sich die Ballkontakte wie herabregnendes Konfetti untereinander aufteilen. Leidträger dieses Massakers: Die Torhüter. Der eine kann nichts machen, der andere darf nicht. Erst nach den längsten 45 Minuten im Leben eines Schalke-Fans lässt Bayern zwischenzeitlich von seiner Beute ab. Die rote Karte für Papadopolous war ein Schmarrn. Dass der Schalker Fan an sich trotz 11 Gegentoren in vier Tagen so hartnäckig weiterfeiert, muss man ihm entweder hoch oder hochkarätig defätistisch anrechnen. Mit Farfan sollte man nicht so hart ins Gericht gehen, nur weil er am Spielende mit Pizarro geschäkert hat. Pizarros Witz war aber auch gut: „Hey Jefferson, was ist der Unterschied zwischen Schalke 04 und einem Bäckergesellen? Der Bäckergeselle kann irgendwann Meister werden.“

Frankfurt – Stuttgart 2:1 (0:1)
Stuttgart hat die knappe 1:2-Niederlage abonniert und keiner weiß, wann das Abo ausläuft. Jetzt wird natürlich wieder diskutiert in und um Stuttgart. Facing the facts: Abstiegskampf ist brutal, da wird jetzt nichts mehr hergeschenkt. Moral und Spielstärke des Teams sind intakt, aber die entscheidende Frage muss lauten: wie ist Stuttgart überhaupt ins permanente untere Mittelmaß gerutscht und was macht eigentlich Bobic außer Trainer austauschen? Für Veh ist der Last-Minute-Knock-Out ein bittersüßes Trostpflaster auf die hässliche Eurowunde.

Hoffenheim – Wolfsburg 6:2 (4:1)
Wie ich jetzt seit geraumer Zeit predige: Man unterschätze nie diese enorm filgrane Hoffensive. Dennoch natürlich ein schockierendes Erwachen für Wolfsburg, die schon von der direkten CL-Quali geträumt hatten.

Dortmund – Nürnberg 3:0 (0:0)
Keine Blamage für Nürnberg und ganz sicher auch kein Rückschritt. Unkonzentriertheit hat dieses Spiel entschieden und das ist ja beinahe ein Kompliment gegen die Klopp-Truppe.

Leverkusen – Mainz 0:1 (0:1)
Kurioses Spiel, weil Levku ja endlich einmal aggressiv und unbedingt zur Sache ging, dann aber doch durch ein Bonmot von Choupo-Moting endgültig den zweiten Platz verspielt hat. Aber wie Dieter Hoeneß das ganz treffend bei Sky 90 gesagt hat: Mit Platz zwei und als erster Bayernverfolger hat Leverkusen über seine Verhältnisse gelebt.

Bremen – Hamburg 1:0 (1:0)
Abseits der für mich sehr ermüdenden van der Vaart-Diskussion (die deutsche Häme gegenüber Holländern nervt mich sowieso) fand ich den HSV nicht unansehnlich. Das Schurkenstück von Hunt und Junuzovic hat den Ausschlag gegeben, da konnten auch die sechs Minuten Nachspielzeit nichts mehr dran ändern. Überlänge ist offensichtlich das neue Ding – frag mal Scorsese.

Augsburg – Hannover 1:1 (0:1)
Auch eine Topmannschaft wie Augsburg (jetzt neu mit deutschen Nationalspielern) hat mal eine Ergebniskrise. Im Ernst: was man auf dem Papier als gleichwertige Begegnung wahrnehmen könnte, ist in Wirklichkeit ein glücklicher Punkt für Hannover.

Braunschweig – Gladbach 1:1 (0:1)
Plötzlich (und mehr aufgrund der Leistung als aufgrund des Punktekontos) ist Braunschweig nicht mehr der sichere Absteiger und Gladbach in der Folge alles andere als ein ernsthafter Anwärter auf die Top Drei. Hut ab vor Braunschweig und Lieberknecht, da wird offensichtlich in Ruhe gearbeitet.

Hertha BSC – Freiburg 0:0 (0:0)
Typisches Freitagsspiel. Müder macht nur der neue Riddick.

TIPPSPIEL
Gratuliere zum Tagessieg, martin, bei solchen Ergebnissen sind 18 Punkte üppig.

1. martin 291
2. feinschmeckerle 280
3. Thomas_Pfa 279
4. ClintsStuhl 275
5. klendaa 273

Die Tipptabelle für den aktuellen Spieltag
Die Tipptabelle in der Gesamtübersicht

brennerpass_tippspiel

5 comments / Add your comment below

  1. Schön, dass Du ter Stegen in Ruhe gelassen hast, auch wenn er sich schussliger angestellt hat als Du bei Fahrlehrer Schwanitz.

    Ich hab mich außerdem extrem gefreut, Sammer bei einem High-Five-Fail zu beobachten.

  2. Und für die Fans der SGE ist der Last-Minute-Knock-Out ein bittersüßes Trostpflaster auf die Ankündigung von Herrn Veh, die Eintracht zu verlassen.

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