Brennerpass: Bundesliga 2012 / 2013 (6)

Bevor es hier gleich losgeht, ein „Gute Besserung“ an den Hoffenheimer Boris Vukcevic, der nach einem Autounfall letzten Freitag im Koma liegt.

Hoffenheim – Augbsurg 0:0
Nach der Vorgeschichte ein relativ lebhaftes Spiel. Augsburg wird langsam besser, aber bleibt zu umständlich in der Offensive. Hoffenheim spielt eigentlich ganz okay, umso hohler das Foul von Salihovic am Ende, das zurecht in einer dunkelroten Karte mündet.

Werder – Bayern 0:2 (0:0)
Zunächst einmal war ich enttäuscht von Bremen. Da spielen die Bayern schon mal gegen das Gegentorluder der Liga, und dann türmt sich da eine Wall Of Werder auf, in der sogar Elia und Arnautovic tadellos verteidigen. Die Bayern hatten’s nicht leicht, aber sie haben sich in der Offensive jetzt auch keinen abgebrochen. Erneut war der grade noch von Bremen verabschiedete Pizarro im intensiven Wuselmodus, aber irgendwie bleibt er glücklos. Trotz sehr starker Leistungen von Müller und Ribery auf den Flanken kam erst mit Shaq und Mandy (Toller Revue-Name, oder?) Witz ins Spiel. Kurios, dass Heynckes den gelbbelasteten und aggressiv zu Werke gehenden Gustavo nicht auswechselt, sondern Schweinsteiger. Noch kurioser, dass jener Gustavo mit einer Zeitspanne von jetzt bis zum Jahreswechsel in der größtmöglichen Seelenruhe das 0:1 erzielt. Mandzukic besorgt den Rest und Werder kann schon wieder nicht zuhause gegen Bayern gewinnen. Ich kann den Rumpelfußball bei dem Ergebnis durchaus verzeihen, aber der Sammer war sauer.

Dortmund – Gladbach 5:0 (2:0)
Ein Albtraum von Spiel. Zum einen für mich, weil ich schon wieder die fußballerische Rage der Dortmunder fürchte, dieses Mal aber nicht nur mit dem dauerpubertierenden Götze als Geheimwaffe, sondern mit einem ausgewachsenen Spitzenfußballer namens Marco Reus. Zum anderen für Electronic Arts, weil die grade Lucien Favre aufs Cover von „Fußball Manager 2013“ genommen haben, und der ja grade nur dann taktisches Geschick unter Beweis stellt, wenn es darum geht, aus einem hochtalentierten Millionenkader einen Abstiegskandidaten zu formen. Nein, das ist zu gemein, es fehlt einfach nur die letzte gute Idee bei Gladbach und zwei Eier, die so ein Dortmunder Schaulaufen verhindern.

Düsseldorf – Schalke 2:2 (0:2)
In der ersten Hälfte hab ich mich noch für Schalke gefreut, weil sie ihr Herz und ihren Huntelaar wiedergefunden hatten, doch in Halbzeit zwei kroch sie wieder aus ihrem Loch, diese grauenvolle Wechselhaftigkeit. Den Düsseldorfern hatte Meier in der Kabine gesagt, sie sollen einfach rausgehen und spielen, sie hätten eh nichts zu verlieren, aber das hat sich eher Schalke zu Herzen genommen, die einen Zweitore-Vorsprung zu verlieren hatten. Die Folge: Schalke kopflos, Düsseldorf organisiert und kalt wie Eis. Der wunderbare Schahin trifft erneut und D’dorf bleibt unbesiegt. Unbesiegt.

HSV – Hannover 1:0 (1:0)
Sorry, Hannover aber es wär auch ein mieser Zug gewesen, dem HSV seine Geburtstagsfeier zu versauen. Ich mag den HSV, er ist der Bayernrivale meiner allerersten Fußballzeit in der Grundschule, und wegen dem HSV hab ich mal mit einem Klassenkameraden gerauft, bis ich zwei Tage eine Augenklappe tragen musste. Ich finde es auch gut, dass Van der Vaart wieder da ist, weil er spielerisches Tageslicht in den verregneten Saisonstart bringt, und von den nervigen Verhakungen im Vorstand ablenkt. Ein dummer Auswurf von Zieler, zwei Blitzreaktionen von Son und VdV und Rudnev macht das Tor. Doch erst viel später spielte der HSV am Anschlag. Hannovers Powerplay (wie immer mit Hustzi) wurde heroisch abgeblockt, u.a. von Heiko Westermann, der mit einem Muskelfaserriss spielte. Und einem Adler, der seine schützenden Schwingen über das Hamburger Tor gebreitet hat. Vielleicht stimmt es wirklich, dass er eigentlich besser als Neuer ist, und damals zurecht die Nummer eins in der Nationalmannschft. Großartiger Typ zudem. Alles Gute zum Geburtstag, HSV und nichts Gutes an Pinto für sein dreckiges Nachtreten an VdV.

Frankfurt – Freiburg 2:1 (0:0)
Lecko mio, Eintracht Frankfurt. Meier doppelpackt die Freiburger in die Heia und sein Team zum mit Abstand erfolgreichsten Saisonstart aller Zeiten. Die Mighty Mighty Vehtones müssten in der Hinrunde schon einen echten Skibbe hinlegen, um auch nur in die Nähe eines Abstiegsplatzes zu kommen. Toller Risikofußball, macht Spaß zuzuschauen.

Leverkusen – Fürth 2:0 (0:0)
Trotz Standpauke von Büskens keine Chance gegen eine immer besser werdende Werkself. Fürth hat seine Leichtigkeit verloren und Sidney Sam seine wiedergefunden.

Nürnberg – Stuttgart 0:2 (0:1)
Ruhmreich war das nicht, was der Nürnberger Verteidiger mit dem Feldherrnnamen Marcus Antonio da in den ersten Minuten verbrochen hat. Ein Ballverlust der fürchterlichtesten Art und eine halbe Stunde später gleich noch einer (Gottseidank dann ohne Gegentor). Und so endet das Bundesligadebüt des Brasilianers, viel Spaß weiterhin. Der Club lässt sich aber nicht den Schneid abkaufen, muss aber ein reguläres Tor von Klose an den Linienrichter abgeben. Dann spielen beide Mannschaften ungefähr gleich verbissen, aber ein schöner Konter und ein Tor von Hanig entscheiden über Leben und Tod des Stuttgarter Saisonstarts. Nürnberg in der Offensive am Verhungern, aber er hat ja auch Leute wie Esswein und Mak zunächst draussengelassen.

Wolfsburg – Mainz 0:2 (0:2)
Tuchel hat am Anfang der Saison im Kicker-Sonderheft den Vfl Wolfsburg als seinen Meisterschaftsfavoriten ausgewiesen. Jetzt hat er diesem Meisterschaftsfavoriten einen weiteren Tick in Richtung Abstiegsplätze mitgegeben. Und das obwohl die Wolfsburger seit langem mal wieder einheitlich aufgetreten sind und offensiv einiges zeigen konnten. Einiges außer Tore. Killerabwehrkampf von Mainz allen voran Junior Diaz.

TIPPSPIEL:
Gratuliere zum Tagessieg an excellensa!

1. Joe__Public 80
2. juri 79
3. sebastian 78
4. Bisaz 77
5. Klaus 76

Die Tipptabelle für den aktuellen Spieltag
Die Tipptabelle in der Gesamtübersicht

6 comments / Add your comment below

  1. Den Kommentar von meiner 4-jährigen Tochter als ich die rhetorischte aller Fragen stellte „Hast du daaaas Tor gesehen?“ will ich nicht vorenthalten: „Ja, Papi. Das Tor ist weiß.“

  2. Ich weiß nicht, worüber ich mehr abbrechen kann: über deinen „Mann aua“-Konter oder über Felix Magaths „Das Tabellenbild ist unklar“. Beide habt ihr ein Sonderlob verdient.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.