Brennerpass: Bundesliga 2012 / 2013 (21)

Bayern – Schalke 4:0 (2:0)
Tja, was soll man dazu noch sagen. Einen nur halb-berechtigten Elfer an Ribery (obwohl das auffällige Gegrabsche von Höger alleine schon eine Bestrafung verdient hat) und ein halbes Abseitstor später ist Bayern deutscher Meister. Okay, das mag übertrieben sein, aber das war schon fast ein Gnadenviernull. Jeder hat grade soviel Genialität ausgepackt, wie für das milde Ergebnis notwendig war. Robben darf sich zurecht zurück in die Stammmannschaft motzen, wenn er so weiter spielt. Das war eine sehr ansehnliche Melange aus Trickserei, Torschussvorlagen und Defensivarbeit, das steht Müller in nichts nach. Irgendwie macht Mandzukic den agileren und gewitzteren Eindruck als Gomez und die Personalie Lewandowksi spricht eher für den Verbleib von Mandzukic und Pizarro, aber das ist auch wüste Spekulation zu diesem Zeitpunkt, und Bescheid weiß eh nur Fatzke Matthäus. Dass Gomez immer noch eine zerstörerische Kraft in der gegnerischen Defensive ist und hin und wieder auch trifft, ist ein Fakt. Großartiges Spiel von Alaba, auch wenn er in der Rückwärtsbewegung meistens einen Tick langsamer als der gegnerische Stürmer ist. Das macht er aber durch seine Offensivstärke und seinen putzigen Dialekt wieder wett. Kroos ist der Ballabschirmmeister und Boateng fällt in der Innenverteidigung nicht unangenehm auf. Der Franzose steht eh schon gar nicht mehr auf dem herkömmlichen Spielbericht, so außerirdisch wie der spielt. Wenn es einen Weltallspielbericht gibt, dann steht er vielleicht da drauf. Vom Weltall in die hohle Erde, in die sich Schalke gefälligst verkriechen kann. Statt weiter auf den sicherlich etwas unglücklich wirkenden Heldts und Kellers dieser Welt rumzuhacken, kann man auch mal fragen, warum gestandene Profis sich so in die Hose scheissen wie die Schalker das zur Zeit tun. Es wäre eine Schande, wenn man weiter so durchgereicht wird, weil sich der Verein in den letzten Jahren (trotz Magath), Schneid, Spielkultur und eine gute internationale Reputation aufgebaut hat.

Dortmund – HSV 1:4 (1:2)
Klar muss man konstatieren, dass Dortmund jetzt schon mehr Gegentore hat als in der letzten Meistersaison, und ein wenig hat die Defensive ja auch an Stabilität eingebüßt, aber schämen müssen sie sich dafür noch lange nicht, weil dieses irre Tempo ja auch Risiken birgt, und weil Dortmund ja auch oft genug zu null spielt, wenn’s mal pressiert. Auf Deutsch gesagt, ein Scheißtag für den BVB, mehr nicht, und genauso hat das Klopp auch im Interview gesagt, fairer verlierend als man ihn sonst kennt. Das Spiel selbst war natürlich ein Festakt für HSV-Fans und (nahezu) neutrale Beobachter wie mich. Der Irrsinn fängt damit an, dass Westermann wie in Trance dem Ball hinterläuft, bis ihn (Neubayer) Lewandowski aus der Luft holt und ein ziemlich cooles Tor damit macht. Der Zeitlupengesichtsausdruck von Westermann, als er merkt, dass ihn der Pole grade wie einen Idioten aussehen lässt, ist Gold wert. Dann diese Langstreckenrakete von Son, meine Herren. Gefolgt vom obskuren Rot für Lewandowski. Kehl schubst van der Vaart aus den Schuhen und bekommt nur Gelb dafür, van der Vaart dafür später ein Feuerzeug aus der Fankure in die Fresse. Die Rotbremse von Bruma wurde korrekt geahndet, die Schwalbe von Reus auch. Rudnevs kann offenbar gar nicht mehr aufhören zu treffen, aber weil er immer noch aussieht als hätte er zwei linke Beine, passt von den Gelben keiner auf ihn auf. Hamburg hat mich sowieso beeindruckt, nicht wegen dem Kampf, nicht wegen der tollen Spielzüge, sondern wegen dem Zusammenhalt. Und der BVB darf ruhig mal spüren wie das ist, wenn einem die „kleineren“ Mannschaften alle unbedingt die Kehle wollen. Ist ja auch ein Kompliment irgendwie.

Gladbach – Leverkusen 3:3 (1:0)
Da ging schon wieder etliches schief für Leverkusen. Stranzl legt Kiesling und das ist der klarste Elfer des Tages, aber leider auch einer der wenigen Nichtgegebenen. Dann auch noch Abseits, wo keins hingehört beim Tor von Schürrle, und der Rest ist dann wirklich nicht mehr als eine unglückliche Verkettung der Zufälle, denn vor allem Kießling (100. Bundesligator!) und Castro drehen auf, Sam ist ein Scharfschütze und die Abwehr war bei weitem nicht so schlecht, wie sie bei den Gegentoren aussah. Gladbach hatte eine Chancenverwertung von 100%, was in dem Fall drei Torschüsse bedeutet.

Frankfurt – Nürnberg 0:0 (0:0)
Erfreulich bissig spielt der Club unter dem so zahnlos wirkenden Wiesinger. Aber schon als Bayern-Spieler hat er knüppelhart bewiesen, dass man mit ihm keine Spirenzien aufführt. Philosophisch muss man das als Punktgewinn für Frankfurt werten.

Stuttgart – Bremen 1:4 (0:1)
Der Spieltag der waffenscheinpflichtigen Fernschüsse geht weiter. Hier einer von Traoré, da einer von Ekici. Ansonsten gibt es im Ländle keinen Grund für närrisches Treiben, das Team wirkt verkatert, und wenn man so will, ist Kvist mit seinem zweiten fatalen Patzer in zwei Spieltagen das repräsentative Maskottchen. Labbadia mag ein guter Trainer sein, aber dass er sich jetzt wieder in beleidigtem-Leberwurst-Fatalismus weidet, schadet dem sogenannten Teamgeist.

Hannover – Hoffenheim 1:0 (1:0)
Einfache Geschichte: Hoffenheim verpennt den Anfang, Gomes patzt (hält später aber gut, und haut Ya Konnan KO), und das wars. Kühle Vorstellung von Hannover nach dem Tor, aber in Schönheit sterben geht ja eh nicht, wenn man in Hannover spielt.

Fürth – Wolfsburg 0:1 (0:1)
Fürth for your right to party. Haben sich wieder sehr teuer verkauft die Fürther, aber eine einzige Kombination aus dem erneut starken Diego und Bas Dost entscheidet das Spiel.

Augsburg – Mainz 1:1 (0:1)
Ärmste Sau ist Ronny Philp. Ganze Hinrunde verletzt und nach noch nicht einmal drei Spieltagen geht’s sofort zurück unters Messer, weil Junior Diaz zu faul ist, um ihn rücksichtsvoller zu foulen. Unfried Diaz gibt dann auch noch die entscheidende Flank zum 0:1 und mit Persona Non Grata ist er an diesem Sonntag in Augsburg noch nett umschrieben. Das Tor von Mölders hat Augsburg zwar nicht den Tag, aber vielleicht Diaz die Haut gerettet.

Freiburg – Düsseldorf 1:0 (0:0)
Ein hartes Stück Arbeit für Freiburg, aber auch für den Zuschauer. Spaßig wurde es erst ab dem 1:0, aber das fiel ja leider erst ganz am Schluss. Zähe Leute, diese Düsseldorfer.

TIPPSPIEL:
Unser Vorjahressieger Eikman holt seinen zweiten Tagessieg und zeigt, dass man auch diese Saison mit ihm rechnen muss. Dirksteins erntet endlich die Früchte seiner soliden Tipparbeit über Monate hinweg und erklimmt den Tippgipfel.

1. dirksteins 251
2. martimi70 249
3. mouchi 246
4. Toizone 246
5. benchman 244
6. Eikman 242
7. feinschmeckerle 242
8. DoktorKatze 240
9. abspann 238
10. ankegroener 238

Die Tipptabelle für den aktuellen Spieltag
Die Tipptabelle in der Gesamtübersicht

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